Wolfsburg - Dieter Hecking entwickelt sich zum Angstgegner für Borussia Mönchengladbach. Von den letzten sechs Spielen gegen die Fohlen hat der 50-Jährige als Trainer des 1. FC Nürnberg und des VfL Wolfsburg fünf gewonnen, eine Partie endete unentschieden.

Mit dem 1:0-Erfolg im Spitzenspiel setzten sich die Wölfe als Tabellenzweiter weiter von den Gladbachern ab, die nach der dritten Pleite in Folge auf Rang 5 stehen. Doch von der Champions League wollen sie in der Autostadt weiterhin nicht sprechen.

Wölfe bleiben realistisch

Die Königsklasse hat der Verein vor der Saison trotz Platz 4 in der Rückrunden-Tabelle der letzten Spielzeit und namhafter Verstärkungen wie dem dänischen Nationalspieler Nicklas Bendtner, dem Ex-Bremer Aaron Hunt oder der Atlético-Madrid-Leihgabe Josuha Guilavogui nicht als Ziel ausgegeben - und tut es auch jetzt nicht.

"Ich glaube, es ist weiterhin eine realistische Einschätzung. Wir dürfen nicht vergessen, dass der VfL vor zwei Jahren noch gegen den Abstieg gespielt", so Klaus Allofs im Gespräch mit bundesliga.de. "26 Punkte, was heißt das? Wenn man die nächsten Wochen nicht gewinnt, ist der Vorsprung ganz schnell weg."

In der Spitzengruppe etablieren

"Wir haben gesagt, wir wollen mittelfristig zurück ins internationale Geschäft. Das haben wir mit Rang 5 in der Vorsaison früher geschafft als gedacht. Jetzt geht es darum, dieses gute Abschneiden zu bestätigen. In den nächsten Jahren wollen wir zu den vier besten Vereinen in Deutschland gehören. Wenn wir dieses mittelfristig gesteckte Ziel kurzfristig erreichen, wäre das natürlich wunderbar. Vielleicht revidieren wir unser Saisonziel ja schon in der Winterpause", so der Sportdirektor weiter.

Wichtiger sei es im Moment, die Mannschaft weiterzuentwickeln. "In der Vergangenheit ging es oft auf und ab. Diese Berg-und Talfahrt wollen wir vermeiden." Und das habe gegen die Rheinländer schon sehr gut funktioniert. "Wir haben mit Herz und Verstand gespielt. In der Vergangenheit haben wir nach einer 1:0-Führung weiter Risisko, Risiko, Risiko gespielt. Die Mannschaft kann kein Ergebnis verwalten, auch wenn ich es mir manchmal wünschen würde. Dieses Mal haben wir es sehr gut gemacht. Wir haben die Offensive gesucht, aber uns auch im richtigen Moment fallen lassen und den Gladbachern kaum Chancen ermöglicht."

"Noch nichts gewonnen"

"Das war ein sehr wichtiger Sieg", freute sich Torschütze Robin Knoche. "Aber gewonnen haben wir damit doch noch gar nichts. Wir werden weiter von Spiel zu Spiel denken. Damit sind wir bisher gut gefahren."

Für Hecking war es keine Überaschung, dass ausgerechnet der Innenverteidiger mit seinem zweiten Saisontreffer den spielentscheidenden Treffer markierte. "Unser Sturm steht ja immer wieder mal in der Diskussion", so der VfL-Coach. "Aber wir haben 12 oder 13 verschiedene Torschützen. Das ist eine ganz besondere Qualität der Mannschaft."

Eine Qualität, die die Wölfe auch am kommenden Samstag im Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 abrufen müssen, wenn sie etwas mitnehmen wollen, denn gegen die 96er gab es für den Meister von 2009 zuletzt nichts zu gewinnen. Die letzten fünf Spiele gegen den Konkurrenten aus der Landeshauptstadt wurden allesamt verloren. Eine Serie, die Hecking gegen seinen Ex-Club unbedingt beenden möchte.

Aus Wolfsburg berichtet Jürgen Blöhs