Köln - Thorgan Hazard ist bei Borussia Mönchengladbach zum Leistungsträger avanciert. Seine Entscheidung, nach Deutschland zu wechseln, hat er keine Sekunde bereut. Bei der Borussia ist er glücklich - und er hat sich viel vorgenommen, wie er im Interview mit bundesliga.de verrät.

bundesliga.de: Thorgan Hazard, wie fühlt sich ein Sieg beim FC Bayern an?

Thorgan Hazard: Es ist einfach toll! Es sind nicht viele Mannschaften, die in der Allianz Arena Punkte holen. Unser Sieg war völlig verdient. Die Münchner hatten nicht viele Torchancen und wir haben sehr gut verteidigt. Unsere Möglichkeiten haben wir eiskalt genutzt. In München zu gewinnen, ist ein hervorragendes Ergebnis.

"Ich bin bei der Borussia zufrieden"

bundesliga.de: Durch diesen Dreier hat Borussia Mönchengladbach einen großen Schritt in Richtung Champions League gemacht.

Hazard: In der Tabelle haben wir mittlerweile einen komfortablen Vorsprung auf Schalke 04 und Augsburg. Es stehen noch acht Spiele an, aber unser Restprogramm ist schwer. Gegen den VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund spielen wir im Borussia-Park. Wir haben es selbst in der Hand. Momentan spielen wir mit großem Selbstbewusstsein und wir wollen weiterhin so erfolgreich spielen um diese Saison erfolgreich zu Ende zu bringen. Wir werden alles versuchen, um den 3. Platz bis zum 34. Spieltag zu verteidigen.

bundesliga.de: Welche Zwischenbilanz ziehen Sie persönlich, acht Monate nachdem Sie nach Mönchengladbach gewechselt sind?

Hazard: Ich habe sicherlich eine gewisse Eingewöhnungszeit benötigt, denn es war für mich alles ganz neu, sei es die Art und Weise wie in der Bundesliga gespielt wird oder das taktische System vom Trainer, sowie das Zusammenspiel mit den neuen Kollegen. Schritt für Schritt habe ich meinen Platz in der Mannschaft gefunden. Nun bin ich sehr glücklich. Ich merke, dass ich immer mehr Einsatzzeiten bekomme. Ich bin zufrieden.

bundesliga.de: Was schätzen Sie besonders an Borussia Mönchengladbach?

Hazard: Es ist ein toller Verein. Klar spielen wir eine fantastische Saison, aber am Anfang der Saison hätte ich nicht gedacht, dass wir so stark sind und dass wir nach 26 Spieltagen auf Platz 3 stehen. Für meine Karriere handelt es sich um einen großen Schritt nach vorne. Hier habe ich alles, um mich perfekt zu entwickeln: Das Umfeld, das Vertrauen des Trainers, das Zusammenspiel mit meinen Mitspielern. Auch das Fan-Potenzial ist schlichtweg unglaublich. Zuletzt in München waren glaube ich um die 8.000 dabei. Das ist tol!. Unsere Fans haben uns unterstützt und ich gehe davon aus, dass sie mit unseren Ergebnissen glücklich sind. Ich hoffe nun, dass wir ihnen noch lange Freude bereiten werden.

bundesliga.de: Der Beweis, dass Sie in Mönchengladbach Ihr Glück gefunden haben, fand vor einem Monat statt, als Sie einen Fünfjahresvertrag unterschrieben haben.

Hazard: Absolut. Ich wollte unbedingt langfristig unterschreiben, um eine gewisse Stabilität für mich und meine Familie zu haben. Ich hatte vor, mehrere Jahre bei einem Verein zu bleiben und nun ist es bei der Borussia der Fall. Ich will weiter hart an mir arbeiten um mich weiter zu entwickeln.

"Lucien Favre ist ein Perfektionist"

bundesliga.de: Sie haben Ihr Glück bei der Borussia auch dank Trainer Lucien Favre gefunden. Was macht ihn als Trainer so stark?

Hazard: Lucien Favre ist ein Mensch, der nie nachlässt. Bei jeder Trainingseinheit geht er bis ins kleinste Detail. Er ist ein Perfektionist. Im taktischen Bereich ist er unglaublich stark. Wir spielen nicht nur einen guten Ball, sondern wir kassieren auch wenig Tore. Für ihn gilt es, erst einmal hinten gut zu stehen und den Gegner keine Räume bieten. Mit ihm läuft es sehr gut. Dank ihm habe ich in nur acht Monaten unheimlich viel gelernt.

bundesliga.de: Nach der Länderspielpause geht es erneut auswärts ran, dieses Mal gegen Hoffenheim. Mit welchem Ziel?

Hazard: Wir fahren nach Sinsheim um zu gewinnen. Uns ist bewusst, dass es alles andere als einfach wird, weil die TSG eine gute Saison spielt und vor heimischer Kulisse selten verliert. Aber wir sind Dritter und wir wollen ja Dritter bleiben. Insofern sollten wir lieber gewinnen.

Das Interview führte Alexis Menuge