Zusammenfassung

  • Thorgan Hazard präsentiert sich derzeit in absoluter Bestform

  • Seit sieben Bundesliga-Spielen war er immer direkt an einem Tor beteiligt

  • Der Belgier glänzt nicht nur im Abschluss, sondern auch im Zweikampf und mit Laufleistung

Mönchengladbach - Ausgerechnet die Fohlen haben die Siegesserie von Jupp Heynckes gestoppt. Borussia Mönchengladbach entzauberte mit einem verdienten 2:1-Heimerfolg den FC Bayern München, der sich nach neun Pflichtspielsiegen in Folge unter Heynckes erstmals geschlagen geben musste. Mit zehn Punkten aus den letzten vier Partien ohne Niederlage untermauerte die Borussia Platz 4 in der Tabelle. Eine noch bessere Serie hat Thorgan Hazard vorzuweisen.

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Seit dem 2:1-Erfolg gegen Hannover 96 am 30. September war Thorgan Hazard in jedem Pflichtspiel an einem Tor der Borussia beteiligt. In sieben Bundesliga-Partien und einem Pokalspiel sicherte sich der 24-jährige Belgier jeweils eine Torvorlage. Nie war der technisch beschlagene Stürmer so wertvoll für die Elf vom Niederrhein wie aktuell.

"Thorgan hat in diesem Jahr einen richtigen Schritt nach vorne gemacht" Lars Stindl

"Thorgan hat in diesem Jahr einen richtigen Schritt nach vorne gemacht", freut sich Mannschaftskapitän Lars Stindl. "Nicht nur was seine Qualität betrifft, von der wir alle schon immer überzeugt waren, sondern auch von seiner Effektivität. Die ist herausragend und sehr gut für unser allgemeines Befinden momentan." Mit nun bereits fünf Bundesliga-Treffern führt der belgische Nationalspieler die interne Torjägerliste der Borussia an.

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Besonders vom Elfmeterpunkt ist Thorgan Hazard eine Bank. Alle vier Strafstöße, die er in dieser Saison schoss, verwandelte er. Auch gegen den Rekordmeister traf er per Elfmeter. "Heute hatte ich aber ein bisschen Glück, dass der Ball drin war", meinte der Schütze des Gladbacher Führungstreffers nach 39 Minuten. Denn Bayern-Keeper Sven Ulreich war in die richtige Ecke abgetaucht und noch an der Kugel. Parieren konnte der Torwart den Ball allerdings nicht.

In der Quote deutlich verbessert

So nervenstark vor dem Tor hatte sich Thorgan Hazard in seinen dreieinhalb Jahren im Trikot der Borussia längst nicht immer präsentiert. In seinen ersten Jahren versiebte er mehr Großchancen als er im Netz des Gegners unterbringen konnte. Elf Tore in 80 Bundesliga-Spielen waren vor dieser Saison noch keine herausragende Quote. Das hat er nun deutlich verbessert.

Video: Hazard in Topform

"Es ist super und nicht selbstverständlich, dass wir so einen eiskalten Elfmeterschützen haben", lobt Teamkollege Matthias Ginter. "Thorgan hat eine tolle Entwicklung genommen." Besonders imponiert dem Weltmeister, dass sich Hazard "nichts gefallen lässt. In den Zweikämpfen hat er super dagegen gehalten." Für die Mannschaft sei er "ein absoluter Führungs- und Stammspieler. Wir sind alle sehr zufrieden mit ihm."

Hazard gibt zu: "Bei mir läuft es gut"

12,87 Kilometer spulte Thorgan Hazard gegen die Bayern ab, starke 54 Prozent seiner Zweikämpfe gewann er. "Bei mir läuft es gut", gibt der Angreifer zu. "Ich habe öfter getroffen und auch ein paar Elfmeter verwandelt. Das hilft mir. Der Trainer verlangt von mir, dass ich im Training konzentriert arbeite und dann auch im Spiel öfter treffe. Ich bin sehr happy."

Die Borussia trennen nach dem Coup gegen die Bayern und fünf Siegen in den letzten sieben Punktspielen nur noch fünf Zähler von der Tabellenspitze. Ist sie also schon eine Spitzenmannschaft? Hazard antwortet ausweichend. "Der Sieg ist gut für den Kopf, unsere Serie geht weiter. Wir haben gegen Dortmund verloren, gegen Leipzig unentschieden gespielt und jetzt die Bayern geschlagen. Ich hoffe, dass wir auch beim nächsten Spiel in Wolfsburg gewinnen." Damit wäre die Frage nach der Spitzenmannschaft dann von selbst beantwortet.

Aus Mönchengladbach berichtet Tobias Gonscherowski