Zusammenfassung

  • Gegen Spanien erzielt Thomas Müller ein absolutes Traumtor zum Ausgleich.

  • Beim Aufwärmen hatte der Bayern-Star diesen Schuss eingeübt.

  • Für das Spiel gegen Brasilien wird der Nationalspieler geschont.

Düsseldorf - Thomas Müller verließ die Düsseldorfer Arena mit einem schelmischen Grinsen. Seine einjährige Durststrecke in der Nationalmannschaft hatte der Star des FC Bayern München auf für ihn untypische Art beendet, als Belohnung für seinen Geniestreich gegen Spanien gab ihm Bundestrainer Joachim Löw für das Duell mit Rekordweltmeister Brasilien am Dienstag (20.45 Uhr/ZDF) in Berlin frei.

Dadurch verschlechterte sich Müllers Laune keineswegs - auch wenn er nicht wusste, wie das vorzeitige Ende seiner Dienstreise von seiner Ehefrau Lisa aufgenommen werden würde. "Wenn ich nicht da bin, sagt sie: Warum bist du nicht zu Hause? Wenn ich zu Hause bin, sagt sie ....", erklärte Müller und ließ den Rest offen. Dafür hatte der Münchner auf dem Platz mit seinem traumhaften Ausgleich beim 1:1 (1:1) gegen die starken Iberer die richtige Antwort gegeben. Aus mehr als 20 Metern setzte er den Ball in den Winkel.

Video: Alle 100 Tore von Thomas Müller für die Bayern

Zufall? Nicht bei Müller. "Es kommt nicht alle Tage vor, dass ich von außerhalb des Strafraums so leicht aussehend treffe", sagte der 28-Jährige, verriet dann aber: "Beim Aufwärmen habe ich den Schuss schon geübt, da war er noch ein bisschen zu flach. Schön, dass es so geklappt hat."

Mit Traumtor Bierhoff überflügelt

Im Trikot der Nationalmannschaft hat es für Müller erstmals wieder seit dem 26. März 2017 in Aserbaidschan geklappt. Er überflügelte mit seinem 38. Länderspieltreffer im 90. Spiel den heutigen Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff und ist in der ewigen Torjägerliste des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) nun alleiniger Zehnter. Nach seinem nicht alltäglichen Tor durfte sich Müller auch über das Lob der Teamkollegen freuen. "Thomas übt solche Schüsse, er trainiert das. Er hat sich das durch Fleiß angeeignet. Viele Zuschauer denken, die Spieler können das einfach seit der Geburt, aber da steckt viel Arbeit dahinter", sagte Mats Hummels.

Auch Joachim Löw war mit seiner Nummer 13 wieder einmal zufrieden. Trotz großer Konkurrenz im Offensivbereich ist Müller beim Weltmeister gesetzt, er gehört in den entscheidenden Spielen zu den Unverzichtbaren. Angesichts der hohen Belastung im Saisonendspurt gönnt ihm der Bundestrainer ebenso wie Mesut Özil im Prestigeduell gegen den WM-Mitfavoriten Brasilien eine Verschnaufpause. Löw weiß einfach, was Müller kann.

"Das Tor war super gemacht von ihm, ein klasse Schuss. Thomas macht immer wichtige Tore" Bundestrainer Joachim Löw über Thomas Müller

Klassiker gegen Brasilien ohne Müller

"Das Tor war super gemacht von ihm, ein klasse Schuss. Thomas macht immer wichtige Tore", betonte Löw, bevor es direkt nach dem Spiel nach Berlin zum nächsten WM-Härtetest ging. "Sie haben in der Offensive extrem starke Spieler, die vielleicht noch etwas direkter den Weg zum Tor suchen. Es wird ein hochinteressanter Klassiker", sagte Müller. Er wird ihn vor dem Fernseher verfolgen.

SID