München - Nach der Rückkehr vom Länderspiel gegen Italien richtete Thomas Müller den Fokus gleich auf den nächsten Klassiker - das Duell mit Borussia Dortmund. Im bundesliga.de-Interview vergleicht der Stürmer des FC Bayern München den Papstbesuch mit dem Topspiel, lobt die Konkurrenz durch den BVB und spricht über seinen Stil auf dem Rasen.

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bundesliga.de: Hallo Herr Müller, ein besonderes Erlebnis jagt das nächste bei Ihnen...

Thomas Müller: (lacht) Wenn Sie jetzt noch sagen, was Sie meinen, kann ich auch daran teilhaben.

bundesliga.de: Wir meinen erst die Papst-Audienz für die Nationalelf und dann den Bundesliga-Klassiker bei Borussia Dortmund.

Müller: (lacht) Ich hab's mir fast gedacht, aber ich wollte sicher sein.

bundesliga.de: Und?

Müller: Das kann man so sehen, obwohl es sich nicht vergleichen lässt. Den Papst zu treffen, ist schon etwas ganz Besonderes, wofür ich sehr dankbar bin. Gegen Borussia Dortmund zu spielen, ist nicht ganz so besonders wie ein Papstbesuch, aber sportlich gesehen natürlich extrem spannend.

Video: Vorfreude auf den Klassiker!

bundesliga.de: Sie haben Borussia Dortmund als eines der besten Teams der Bundesliga bezeichnet und gesagt, der BVB sei ein Mitfavorit im Kampf um den Titel.

Müller: Der BVB hat viele Spieler mit enormer Qualität geholt und ist eine der besten Mannschaften in der Bundesliga, das ist auch weiterhin so.

bundesliga.de: Ist es ein wichtiger Anreiz für Bayern München und Sie, dass es starke Konkurrenz in der Bundesliga gibt?

Müller: Ich sehe einen starken BVB sehr positiv. Für uns ist es ein zusätzlicher Anreiz, denn so macht es mehr Spaß, Dortmund zu schlagen. Auch für die Bundesliga ist es sicher positiv, wenn der BVB stark ist. Vergangene Saison haben die Dortmunder einen harten Kampf geliefert und wurden mit Punkterekord Zweiter. Es ist das schönste Spiel des Jahres, in Dortmund zu spielen. Das auch, weil es am schwierigsten ist, dort zu gewinnen. Es ist eine echte Herausforderung. Auch für die Fans ist es immer eine gute Sache, wenn es spannend zugeht. In der Bundesliga ist viel Qualität in den Teams, das sieht man an jedem Spieltag.

bundesliga.de: Viele sind der Meinung, Bayern München müsse sich unter dem neuen Trainer Carlo Ancelotti noch finden.

Müller: Es ist wie in jeder Firma, wenn es personelle Wechsel gibt. Alle müssen sich aufeinander einstellen und neu finden. Das ist auch bei uns so. Mit einem neuen Trainer kommen neue Ideen und Abläufe. Auf die gilt es sich einzustellen und alles zusammen zu fügen. Das ist, egal in welcher Liga, für jedes Team immer eine Herausforderung. Wir sind alle extrem konzentriert und überzeugt, dass wir uns in den letzten Wochen gesteigert haben und es bieten sich in der Zukunft viele Möglichkeiten, das weiter zu tun. Grundsätzlich gilt, wir wollen jedes Spiel gewinnen. Das ist der Anspruch des FC Bayern.   

bundesliga.de: Sie gelten als "Raumfinder" oder "Raumdeuter", der in Räume vorstößt, die zumindest als ungewöhnlich gelten.

Müller: (lacht) Das scheint eine Sache zu sein, über die Leute und vor allem Journalisten offenbar gerne reden. Der Müller ist ein Raumdeuter. Ich sehe die ganze Sache nicht ganz so mystisch. Es gibt im Fußball schlicht Räume, die sich zu gefährlichen Räumen entwickeln können. Es geht einfach darum, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Das erwartet meine Mannschaft von mir und meinen Sturmkollegen. Ich versuche, wie meine Sturmpartner, dem gerecht zu werden.

bundesliga.de: Sie halten sich nicht für einen ungewöhnlichen Spieler?

Müller: Grundsätzlich gesagt: Nein. Was vielleicht ungewöhnlich ist, wenn man das Gesamtpaket Thomas Müller betrachtet ist: Man findet keine individuelle Stärke bei mir, die außergewöhnlich ist. Es gibt viele, die dribbeln besser, sind schneller und schießen härter. Aber im Gesamtpaket ist Thomas Müller dennoch in der Spitze in Deutschland und vielleicht der Welt. Vielleicht ist es das, was zu solchen Einschätzungen führt, weil es schwerer einzuordnen ist. Es gibt kein Geheimnis, wenn es um Thomas Müller geht.

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bundesliga.de: Was macht Ihr Spiel aus?

Müller: Wie gesagt, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und zu verstehen, was das Team braucht. Ich sehe mich vor allem als Teil des Teams. Das bedeutet, einen Ball auch mal auf die Tribüne zu schlagen statt mit einer spektakulären Aktion zu glänzen.

bundesliga.de: Sie haben sich also eine gesunde Portion Pragmatismus erhalten?

Müller: Was heißt erhalten. Das bin ich.

Das Gespräch führte Oliver Trust

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