München - Thomas Müller konnte es verschmerzen, dass er beim 1:0-Sieg gegen Bayer Leverkusen leer ausging. „Ich bin nicht Fußballer, um jedes Mal mit einem Torerfolg nach Hause zu gehen“, sagte der 25-Jährige, „sondern um die drei Punkte einzufahren.“

Frage: Thomas Müller, mit dem Sieg hat der FC Bayern den Abstand auf einen weiteren Konkurrenten vergrößert. Einzig der VfL Wolfsburg erweist sich derzeit als zäher Verfolger, hat aber auch schon sieben Punkte Rückstand. Sie die Bayern überhaupt noch von der Spitze zu verdrängen?

Thomas Müller: Es war ein sehr wichtiger Sieg für uns. Zumal Leverkusen unter den oberen Mannschaften mit am konstantesten spielt und gutes Potenzial hat. Es war für uns ein richtungsweisender Schritt, auch wenn es noch sehr früh in der Saison ist. Wenn wir so weitermachen, werden die Augen auf das Eröffnungsspiel der Rückrunde gerichtet sein.

"Auf Leverkusen sehr gut vorbereitet"

Frage: Ihr Trainer Pep Guardiola wählte gegen Leverkusen zunächst eine interessante Taktik mit Ihnen oder Robert Lewandowski auf den Außenbahnen. War das letztlich ein 4-4-2 mit Raute und sehr breit aufgestellten Stürmern?

Thomas Müller: Natürlich macht sich der Trainer vor jedem Spiel Gedanken, vor allem vor dem Spiel gegen Leverkusen, weil Leverkusen in einer besonderen Art und Weise Fußball spielt. Darauf waren wir sehr gut vorbereitet, auch wenn es über das ganze Spiel nicht leicht war. Ich sollte sehr breit stehen, Robert Lewandowski auch. In der zweiten Halbzeit war Franck Ribery dann links. Wir haben uns den Plan vorher ausgedacht und dann mussten wir ihn auch durchziehen. Schwer zu sagen, ob es ein 4-4-2 oder ein 4-3-3 war, das vermischt sich.

Frage: Was war der Hintergedanke bei dieser Ausrichtung?

Müller: Wir wollten erreichen, dass die Außenverteidiger durch unsere Anwesenheit mehr gebunden sind. Leverkusen hat nach fünf bis zehn Minuten gemerkt, dass die Außenverteidiger nicht ganz so hoch aufrücken dürfen. Dadurch hatten wir wiederum weniger Platz, sodass unsere Innenverteidiger fast unsere einzigen freien Männer waren. Dann wird es nach vorne kein prickelndes Spiel. Wir mussten Geduld haben. Wir haben insgesamt fast nichts zugelassen gegen eine sehr offensivstarke Mannschaft. Und damit sind wir zufrieden.

Frage: Der Sieg gegen Leverkusen war nach dem knappen Erfolg bei Hertha BSC der zweite 1:0-Sieg nacheinander. Zählen in solchen Spielen einfach nur die drei Punkte?

Müller: Die anderen Mannschaften wollen nicht verlieren und geben immer alles. Und sie haben auch elf Spieler auf dem Platz, die vor allem sehr gut verteidigen können. Mir macht es nichts aus, dass die Spiele nur 1:0 ausgehen. Wir hätten auch gegen Leverkusen ein, zwei Tore mehr machen können.

"Solange wir nur drei Gegentore haben, ist alles phänomenal"

Frage: Sie selbst hatten in der 57. Minute Pech, als ihr Versuch aus spitzem Winkel am Pfosten landete.

Müller: Ich bin nicht Fußballer, um jedes Mal mit einem Torerfolg nach Hause zu gehen, sondern um die drei Punkte einzufahren. Solange wir hinten zu null spielen und weiterhin nur drei Gegentore haben, ist alles phänomenal.

Frage: In der Champions League steht am Mittwoch gegen ZSKA Moskau das letzte Gruppenspiel an. Wie lautet als bereits feststehender Gruppensieger die Zielsetzung für diese Partie?

Müller: Für den Verein geht es dabei immer auch um das liebe Geld, für uns geht es um die Bilanz. Wir wollen hier zuhause vor eigenem Publikum ein gutes Spiel machen. Die Fans wollen einen hohen Unterhaltungswert geliefert bekommen und dafür sind wir da.

Frage: In der Bundesliga wartet am kommenden Samstag beim überraschenden Tabellendritten FC Augsburg eine schwere Aufgabe auf die Bayern. Wie sehen Sie dieses Spitzenspiel?

Müller: Es wird - wie immer in Augsburg - ein schwieriges Spiel, ganz egal wo Augsburg steht. In den letzten Jahren war es immer eng. Wir kennen die Verhältnisse dort und darauf sind wir gut vorbereitet.

Aus München berichtet Maximilian Lotz