München - Die Party mit den Fans war der krönende Abschluss eines denkwürdigen Abends. Mittendrin Thomas Müller. Mit dem Megafon in der Hand stimmte der Stürmer des FC Bayern München vor der Südkurve die "Humba" an. Auch als er einige Zeit später die Fragen der Journalisten beantwortete, war der 25-Jährige noch euphorisiert vom 6:1-Sieg gegen den FC Porto und dem Einzug ins Halbfinale der Champions League.

Frage: Thomas Müller, können Sie diese Vorstellung des FC Bayern - insbesondere die erste Halbzeit - in Worte fassen?

Thomas Müller: Das war exzellent. Wir hatten uns viel vorgenommen und das konnten wir sehr gut umsetzen. Wir haben uns viele Torchancen herausgespielt und haben nichts auf unser eigenes Tor bekommen. Es war eine faszinierende Mannschaftsleistung. Wir haben in der zweiten Halbzeit dieser Leistung ein bisschen Tribut zollen müssen. Wir sind zufrieden und kaputt.

Frage: Haben Sie im Vorfeld damit gerechnet, dass es am Ende so deutlich werden könnte?

Müller: Wenn man im Hinspiel zweimal gefährlich aufs Tor geschossen hat, ist es eigentlich nicht realistisch, dass man im Rückspiel zur Halbzeit 5:0 führt. Wir hatten davon gesprochen, dass wir geduldig bleiben mussten. Gott sei Dank mussten wir nicht so lange warten, bis die ersten Torerfolge kamen. In der ersten Halbzeit sind wir einfach abgegangen und haben uns von jedem Tor und jeder gelungenen Aktion noch mehr antreiben lassen. Entscheidend war, dass wir nicht wie im Hinspiel nach zwei Minuten und nach acht Minuten eigene Fehler, die zu einem Tor geführt haben, gemacht haben.

"Wir standen mit dem Rücken zur Wand"

Frage: Der unbedingte Wille, das Spiel noch zu drehen, war Ihrer Mannschaft von Anfang an anzusehen. War das ausschlaggebend für den Erfolg?

Müller: Wir wollten auch letztes Jahr gegen Real Madrid im Halbfinale, nur haben wir damals vielleicht ein bisschen überdreht. Man will immer unbedingt, manchmal klappt es besser und manchmal eben weniger gut. Wir waren vorne lebendiger und haben mit einer anderen Raumaufteilung gespielt. Das war ein super Heimspiel. Es stehen immer 22 Spieler auf dem Platz und jeder trifft gute und schlechte Entscheidungen. Diesmal waren es mehr gute bei uns. Der Sieg war ein Statement. Wir standen mit dem Rücken zur Wand. Wir haben gezeigt, dass wir so ein Spiel gewinnen können. Das fühlt sich super an.

Frage: Kamen bei Ihnen nach dem Treffer der Portugiesen noch mal Zweifel am Erfolg auf?

Müller: Nach dem 1:5 wussten wir, dass wir theoretisch mit zwei Situationen ausscheiden könnten. Selbst mit einer 5:0-Führung ist es nie ganz vorbei. Wir haben es am Ende gut über die Zeit gebracht, aber wir hatten auch einen Kräfteverschleiß.

Frage: Sie haben Ihren 27. Treffer in der Champions League erzielt und sind damit jetzt der beste deutsche Torjäger in der Königklasse vor Mario Gomez. Was bedeutet Ihnen diese Bestmarke?

Müller: Ich habe immer gesagt, dass ich gerne Rekordtorschütze werden würde, weil ich der Mannschaft damit auf jeden Fall helfen würde.

Frage: War dieses Spiel gegen Porto die beste Saisonleistung des FC Bayern?

Müller: Wenn wir heute nicht mit einem positiven Ergebnis heimgegangen wären und trotzdem alles gegeben hätten, dann müsste ich andere Fragen beantworten. Das ist normal. Wir versuchen immer die bestmögliche Performance zu bieten, aber ob es gelingt, hängt von vielen Sachen ab. Gegen Porto war es phänomenal. Und jetzt schauen wir, was die Auslosung bringt.

Von Maximilian Lotz

 

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