Madrid - Für den FC Bayern München setzte es im Estadio Vicente Calderon am 2. Spieltag der Champions League-Gruppenphase die erste Niederlage unter der Ägide von Carlo Ancelotti. Beim Champions League-Finalisten Atletico Madrid verlor der FCB mit 0:1.

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Bayern Stürmer Thomas Müller hatte dabei eine Riesenchance zur Führung, die er nicht nutzen konnte. Im Interview erklärt der Bayern-Star, warum sich der Bundesliga-Tabellenführer gegen Atletico wieder so schwer tat.

Thomas Müller, das 0:1 in Madrid war die erste Niederlage unter Trainer Ancelotti. Wie bewerten Sie das Spiel und das Ergebnis?

Thomas Müller: Wir haben unsere Tormöglichkeiten, die wir in der ersten Halbzeit hatten nicht genutzt. Wir sind spielerisch nicht so zum Zuge gekommen, da hat uns Atletico das Leben schon sehr schwer gemacht. Den Ballbesitz, den wir hatten, hatten wir eigentlich nur an der eigenen Mittellinie. Wir wussten, dass wir viel verlagern müssen, nichtsdestotrotz hat es Atletico immer wieder geschafft, unsere Außenspieler unter Druck zu setzen.

Beim Gegentor von Carrasco sieht die Hintermannschaft nicht gerade gut aus. Wie haben Sie die Szene gesehen?

Müller: Beim Gegentor haben wir natürlich Fehler gemacht, denn wir verlieren im Aufbau den Ball und die Mitte war zu diesem Zeitpunkt entblößt und dann rutscht Jerome Boateng auch noch aus. Carrasco haut den Ball am Innenpfosten rein, aber das ist halt die Klasse von Atletico. Wir haben sicherlich Schwächen gezeigt, woran es gelegen hat, werden wir analysieren müssen.

War diese Niederlage auf die bessere Tagesform des Gegners zurückzuführen, oder woran lag es Ihrer Meinung nach?

Müller: Was heißt Tagesform? Atletico macht mit einem Schuss von der Strafraumgrenze nach einem Halbkonter das Tor und wir hatten ein, zwei sehr gute Chancen, haben die aber nicht genutzt und in solch engen Partien entscheidet das oft.

Haben Sie sich etwas an das Halbfinal-Hinspiel an gleicher Stelle im April erinnert?

Müller: Wenn man das Spiel Revue passieren lässt, könnte man sicherlich Parallelen ziehen, aber wenn Du auf dem Platz stehst, denkst Du nicht daran.

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Was kann man trotz der Niederlage an Positivem mitnehmen?

Müller: Leider nichts. Keine drei Punkte. Große Enttäuschung, aber natürlich auch ein Signal, dass wir dranbleiben müssen und das eine oder andere verbessern sollten und adaptieren müssen an die Aufgaben, die wir gestellt bekommen. Am Samstag wollen wir es gegen Köln wieder besser machen.

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Ein weiteres Gegentor wäre im direkten Duell um Platz eins ein Nachteil gewesen. Wie wichtig war es für Sie, dass Griezmann den Elfmeter noch verschossen hat?

Müller: Es könnte im direkten Vergleich wichtig werden, aber im Moment denken wir nicht daran. Wir müssen jetzt die nötigen Siege einfahren und beide Spiele gegen Eindhoven gewinnen.

Wo haben Sie die größte Probleme im Spiel der Bayern gesehen?

Müller: Vom Gefühl her hatten wir zu wenige Spieler im Zentrum, aber ich weiß nicht, ob das daran lag, dass Atletico uns dazu gezwungen hat, oder daran, dass wir es nicht so gut gemacht haben.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage