Köln - Die Bundesliga-Saison ist erst einen Spieltag alt, da fällt auf, dass das Tempo auf den Plätzen noch einmal zugelegt hat. Die Mannschaften setzen vermehrt auf hohes Gegenpressing und schnelles Umschaltspiel. Davon profitieren natürlich die Vollgas-Fußballer und drücken den Partien so ihren Stempel auf.

Die Stimmung am altehrwürdigen Böllenfalltor war eh schon prächtig. Nach 33 Jahren durfte der SV Darmstadt endlich wieder in der höchsten deutschen Spielklasse ran. In der 31. Minute explodierte das Stadion dann aber endgültig. Marcel Heller schnappte sich in der eigenen Hälfte nach einem Eckball für den Gegner die Kugel und rannte fast 60 Meter über den Platz bis hinein in den Strafraum der 96er. Dort vernaschte er noch Verteidiger Miiko Albornoz mit einem lässigen Haken und schlenzte das Spielgerät dann von halb links mit seinem starken Rechten sehenswert ins lange Eck. Ein Traumtor. 

Schnell, schneller, Heller

Doch es war nicht etwa die Art und Weise, wie Heller den Ball in den Giebel maßschneiderte. Es war viel mehr sein beeindruckendes Tempo, mit dem er die restlichen 19 Feldspieler hinter sich ließ. 34,1 km/h brannte der ehemalige Frankfurter in den Rasen und war so noch lockere 0,6 km/h schneller als Edgar Prib, der mit ebenfalls beachtlichen 33,5 km/h immerhin der schnellste Kicker seiner Mannschaft war.

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Und auch auf den anderen Plätzen hinterließen vor allem die Sprinter mächtig Eindruck. Im Dortmunder Signal Iduna Park war es einmal mehr Pierre-Emerick Aubameyang, der nach Belieben den Turbo zündete und seinen Gegenspielern so immer wieder die Schweißperlen auf die Stirn trieb. Die Vorarbeit zum 3:0 durch Henrikh Mkhitaryan darf dabei schon als klassischer Aubameyang gewertet werden. Unnachahmlich, wie er mit einem Top-Speed von 34,3 noch den Kopf hebt und dem Armenier das Leder perfekt in den Schuh serviert.

Costa verzaubert München

Eine neue Hochgeschwindigkeits-Attraktion im Bundesliga-Zirkus gab’s bereits am Freitag im Münchner Stadtteil Fröttmaning zu bestaunen. Douglas Costa heißt der Mann, der die ausverkaufte Allianz Arena in der 69. Minute mit offenen Mündern zurückließ. Einen eher schlampig auf den Flügel gespielten Ball von Mario Götze konnte der Brasilianer dank seines explosiven Antritts (32,5 km/h) noch von der Auslinie kratzen und in vollem Tempo bis zur Grundlinie mitnehmen. Bei der anschließenden Flanke mit dem Außenrist auf den Schädel von Thomas Müller ist wohl selbst Flankengott Manfred Kaltz das Wasser im Mund zusammengelaufen.

Top-Geschwindigkeiten am 1. Spieltag

Karim Bellarabi (Bayer 04Leverkusen)34,6 km/h
Nico Schulz ( Hertha BSC)34,3 km/h
Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund)34,3 km/h
Marcel Heller (SV Darmstadt 98)34,1 km/h
Andreas Christensen (Borussia Mönchengladbach)34,0 km/h

Bellarabi! Wer sonst?

Doch egal wie flink Heller, Aubameyang und Costa auch unterwegs waren, den Geschwindigkeits-Rekord am 1. Spieltag sicherte sich ein anderer. Wie schon so oft in der abgelaufenen Saison war auch diesmal Karim Bellarabi von Bayer Leverkusen der Schnellste. 34,6 km/h waren der absolute Topwert des Wochenendes. Und auch wenn der deutsche Naltionalspieler nicht direkt an einem Treffer der Werkself beteiligt war, beeindrucken seine Zahlen. Denn mit insgesamt 39 Sprints zog er gemeinsam mit Kölns Leonardo Bittencourt auch noch die meisten aller eingesetzten Spieler an.

Schon am 1. Spieltag wird also klar, wer Tempo in seinem Spiel hat, hat auch durchaus gute Karten auf Erfolg.

Von Thomas Ziemann