Gegen den VfB Stuttgart gelang Demba Ba ein Kunststück: Als vierter Spieler der laufenden Saison überzeugte er mit einem "Dreierpack" in der Bundesliga.

Deshalb verwundert es kaum, dass die User von bundesliga.de den Hoffenheimer mit Abstand zum "Spieler des 21. Spieltags" wählten.

Die Liebe zum Leder

Dabei sah es nicht immer rosig für den Senegalesen aus. Vom belgischen Erstligisten Excelsior Mouscron war er im Sommer 2007 nach Hoffenheim gewechselt. Dort fiel er allerdings zunächst wegen einer unausgereiften Schusstechnik auf. Extratraining in Ballannahme und Schusstechnik standen auf dem Programm - mit durchschlagendem Erfolg.

23 Tore erzielte der trotz seiner 1,90 Meter Körpergröße technisch beschlagene Angreifer bisher für den Aufsteiger, elf davon in der laufenden Saison. Der Stürmer nimmt derzeit den 7. Platz in der Torschützenliste ein.

Die Qual der Wahl: Fußball oder Basketball

Es hätte auch ganz anders ausgehen können. Am 25. Mai 1985 im Pariser Vorort Sévres geboren, kam er dort schnell mit dem Leder in Berührung. Doch der Fußballsport war nicht sein einziges Talent. Wie es sein Bruder getan hat, so hätte auch Demba den Weg als Basketball-Profi einschlagen können. "Der Fußball war mir einfach lieber", verrät er. Glück für die Hoffenheimer.

Clubs wie Montgaillard, Port Autonome du Havre, FC Frileuse, SM Montrouge und FC Rouen zählten zu seinen Stationen als Spieler, bevor er den Schritt über die belgische Grenze zu Excelsior Mouscron wagte. Dort stoppte ein Schienbeinbruch Ba zunächst einmal und zwang ihn zu einer monatelangen Pause. Doch gelang ihm ein beachtliches Comeback - Grund genug für die französische Nationalmannschaft, sich um den Offensivmann zu bemühen. Vergebens.

Mit der Heimat seiner Eltern verbunden

Ba kickte indes bereits für den Senegal bei der Qualifikation zum Afrika-Cup 2008 - und traf. Zwar absolvierte er für die senegalesische Auswahl bislang erst fünf Spiele, doch ist er der Heimat seiner Eltern innig verbunden. "Ich fühle mich dort nicht fremd", erklärt Demba Ba.

Nun gilt seine Konzentration aber vorerst der Bundesliga: In 21 Saisonspielen ging der in Heidelberg wohnende, gläubige Moslem bereits für den Aufsteiger aus dem Kraichgau auf Torejagd. Und spätestens seit dem "Dreierpack" in Stuttgart wissen die gegnerischen Abwehrspieler, welche Gefahr vom Angreifer ausgeht.

Dank Bas vier Treffern in den vier Rückrundenspielen darf 1899 weiterhin von der Meisterschaft träumen. Und die Fans von weiteren Gala-Auftritten des Senegalesen...

Kim Hieronymus