Hannover - Wenn ein aktueller Spieler für Hannover steht, dann ist es Steven Cherundolo. In der Winterpause 1998/99 wurde der damals 19 Jahre alte Defensivspieler von der University of Portland im US-Staat Oregon an die Leine geholt. Damals spielten die Niedersachsen in der 2. Bundesliga.

Trotzdem fielen seine Leistungen Bruce Arena auf. Der US-Nationaltrainer berief Cherundolo in die Nationalmannschaft, für die er 2006 und 2010 bei den Weltmeisterschaften in Deutschland und Südafrika auflief.

2002 Aufstieg in die Bundesliga

2002 stieg der US-Boy nach 68 Einsätzen im Unterhaus mit Hannover in die Bundesliga auf. Beim 0:1 gegen Schalke 04 trug er zum 243. Mal das Trikot der "Roten" in der Bundesliga, die er seit dem Abschied von Arnold Bruggink in der Sommerpause auch als Kapitän aufs Spielfeld führt.

In acht Jahren beendete Hannover die Saison nie besser als auf Rang 10, im Vorjahr wurde der Abstieg erst am letzten Spieltag vermieden. Jetzt steht der Verein auf einem Champions-League-Platz. Für "Mister Hannover" kein Grund, abzuheben: "Wir haben jetzt 34 Punkte gegen den Abstieg, mehr nicht. Aber es ist natürlich fantastisch, so weit oben zu stehen." Neue Ziele will der Kapitän erst formulieren, wenn "die fehlenden sechs Punkte gegen den Abstieg" geholt worden sind. Damit wollen die Norddeutschen am besten schon am kommenden Freitag beginnen.

Mit einem Sieg beim Tabellennachbarn Bayer Leverkusen, der im eigenen Stadion in der aktuellen Saison bisher erst dreimal gewinnen konnte, würde sich die viertstärkste Auswärtsmannschaft der Liga endgültig in den Europapokalrängen festsetzen. "Wir wissen, was wir können und vertrauen auf unsere Stärken. Warum sollen wir in Leverkusen nicht gewinnen?", zeigt sich der 30-Jährige gegenüber bundesliga.de kämpferisch.

bundesliga.de: Herr Cherundulo, wie beurteilen Sie das Spiel gegen Schalke 04?

Steven Cherundolo: Wir haben gut gespielt, sind aber leider für unser Spiel nicht belohnt worden. Die Schalker haben sehr gut gestanden und die Räume eng gemacht, besonders nach dem 1:0. Das kam unserem Spiel nicht entgegen.

bundesliga.de: Im vergangenen Jahr nur knapp dem Abstieg entronnen, derzeit auf einem Champions-League-Platz - wie erklären Sie den Höhenflug von Hannover 96 in dieser Saison?

Cherundolo: Die Siege geben natürlich das nötige Selbstvertrauen, das letzte Saison noch gefehlt hatte. Außerdem haben wir uns optimal verstärkt. Und ganz wichtig: Wir wissen, was wir können, und wir wissen, was wir nicht können. Nur als Team können wir erfolgreich sein. Hier hebt keiner ab. Bei uns herrscht ein ungemein guter Teamgeist, die Mannschaft präsentiert sich als geschlossene Einheit.

bundesliga.de: Sie sind seit 1998 in Hannover. Ihre bisher schönste Saison?

Cherundolo: Sportlich auf jeden Fall die bisher erfolgreichste. Aber ich habe hier insgesamt eine schöne Zeit erlebt. Besonders freut mich, dieses tolle Team als Kapitän aufs Feld führen darf.

bundesliga.de: In die Saison ging Hannover mit dem Ziel, so früh wie möglich mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben. Jetzt steht der Club auf einem Champions-League-Platz. Haben Sie sich schon neue Ziele gesetzt?

Cherundolo: Nein. Wir haben jetzt 34 Punkte gegen den Abstieg, mehr nicht. Aber es ist natürlich fantastisch, so weit oben zu stehen.

bundesliga.de: Wo sehen Sie Hannover am Ende der Saison?

Cherundolo: Das ist schwer zu sagen. Wir möchten natürlich so lange wie möglich da oben bleiben, aber erstmal müssen wir so schnell wie möglich die fehlenden sechs Punkte gegen den Abstieg holen. Dann können wir uns neue Ziele setzen.

bundesliga.de: Nächste Woche muss Hannover zum Spitzenspiel nach Leverkusen. Mit einem Sieg würde sich Hannover weiter oben festsetzen...

Cherundolo: Wie gesagt, wir wissen, was wir können und vertrauen auf unsere Stärken. Warum sollen wir in Leverkusen nicht gewinnen?

Das Gespräch führte Jürgen Blöhs