Köln - Auch wenn die beiden Mannschaften in der Tabelle aktuell weit voneinander entfernt platziert sind, Bayer 04 Leverkusen gegen den FC Bayern München dürfte am 29. Spieltag trotzdem ein absolutes Top-Spiel werden. Mit der Werkself trifft am Samstag (18.30 Uhr) eines der jüngsten Teams (24,7 Jahre) auf das älteste der Liga (28,1). bundesliga.de macht den Teamcheck.

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Eines steht bereits jetzt fest: Die Bayern müssen auf Robert Lewandowski verzichten. Der Top-Stürmer fehlt wegen seiner fünften Gelben Karte. Auch der Einsatz von Mats Hummels (Sprunggelenksprobleme) ist fraglich. Außerdem kann man davon ausgehen, dass Trainer Carlo Ancelotti auch gegen den Tabellenzwölften wieder rotieren wird.

Das erhöht möglicherweise dann auch die Chancen für Bayer 04. Beim letzten Sieg der Rheinländer im Mai 2015 (2:0) hatte Bayern ebenfalls ein Champions-League-Spiel vor der Brust (in Barcelona) und trat in der BayArena unter anderem mit Mitchell Weiser, Gianluca Gaudino, Rico Strieder und Lukas Görtler an.

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Die Torhüter

Bernd Leno ist seit sechs Jahren die unumstrittene Nummer eins in Leverkusen. Seit er 2011 zu Bayer gewechselt ist, hat er nur drei Spiele verpasst. Sein Gegenüber, Manuel Neuer, fehlte alleine in dieser Saison bereits drei Mal. Wegen einer Fußverletzung stand er München in den letzten Partien nicht zur Verfügung. Während Lenos großes Problem seine Konstanz ist, ist auf Neuer jederzeit Verlass. Der Bayer-Schlussmann wehrte nur 66 Prozent der Bälle auf seinen Kasten ab, an Neuer ist hingegen kein Vorbeikommen, seine Quote liegt bei 79 Prozent.

13 als Glückzahl

Aber auch Leno ist da, wenn er gebraucht wird. Mit guten Paraden sicherte er seiner Mannschaft schon den einen oder anderen Punkt: Kein anderer Keeper vereitelte so viele Großchancen wie der 25-Jährige (13). Neuer kann sich mit dieser Zahl aus einem anderen Grund gut arrangieren Der 31-Jährige bleib in dieser Saison bereits in 13 Spielen ohne Gegentor - Ligapsitze.

Die Abwehr

Leverkusens Defensive schwächelt in dieser Saison ein wenig. Nur in fünf der bislang 28 Spiele stand die Null (bei Bayern 14 Mal). Vor allem die gegnerischen Stürmer machen der Werkself das Leben schwer. In den letzten fünf Bundesliga-Spielen kassierte Leverkusen immer Gegentore durch Angreifer. Insgesamt 21 Stürmer-Gegentore bedeuten für Leverkusen zu diesem Saisonzeitpunkt den schwächsten Wert seit zehn Jahren.

Aber auch die Bayern-Abwehr agierte bisher nicht ganz so perfekt wie man es aus den letzten Jahren unter Pep Guardiola gewohnt war. Das Problem: Sie lässt sich zu leicht ausspiele - zehn der 15 Gegentore fielen nach Pässen. Es ist also durchaus möglich, gegen die Bayern Torchancen zu kreieren.

Der Fokus in der Leverkusener Abwehr liegt auf Ömer Toprak und Wendell. Bei den Bayern sind Jerome Boateng und Javier Martinez die Schlüsselspieler.

Das Mittelfeld

© imago / Schiffmann

Die wichtigsten Bayer-Spieler im Mittelfeld sind Karim Bellarabi, Julian Brandt und Kevin Kampl. Letzterer treibt das Offensivspiel der Werkself an und profitiert dabei davon, dass er aus dem defensiven Mittelfeld auch mal auf die Flügel rausrücken kann. Bellarabi und Brandt könnte gegen München eine besondere Rolle zuteil werden. Beide leben von ihrer Schnelligkeit. Nach Ballgewinn und schnellem Umschalten sind sie also die Schlüsselspieler, um schnell in Richtung gegnerisches Tor zu gelangen.

Auf der anderen Seite wird das Spiel der Münchner bestimmt durch Thiago, Arturo Vidal und Franck Ribery. Vor allem Thiago und Vidal, die vor allem zentral als Sechser und Achter zum Einsatz kommen überzeugen mit ihrem Drang nach vorne. Zum einen können beide auch im offensiven Mittelfeld spielen, zum anderen sind sie als Torvorbereiter und Vollstrecker enorm wichtig (Thiago vier Tore und fünf Torvorlagen, Vidal drei Tore und zwei Torvorlagen).

Der Sturm

Im Angriff können die Leverkusener endlich auf Kevin Volland setzen. Alle seine fünf Saisontore erzielte der Nationalspieler an den vergangenen neun Spieltagen. Damit ist er der erfolgreichste Bayer-Akteur in dieser Zeit - und auch ligaweit waren nur fünf Spieler besser. Außerdem sollte sich Tayfun Korkut gut überlegen, ob er nicht Stefan Kießling eine Chance von Beginn an gibt, er weiß, wie Neuer zu überwinden ist. Kein anderer Bundesliga-Spieler hat so oft gegen den Münchner Torwart getroffen wie Keißling (6 Mal.)

Durch de Gelb-Sperre von Lewandowski rückt Arjen Robben auf Bayern-Seite noch mehr in den Fokus. Der Niederländer ist mit neun Treffern der zweitbeste Torschütze des FCB. Zusammen mit Ribery (4 Tore) und Lewandwoski (26) haben die drei insgesamt 55 Prozent aller Münchner Tore gemacht (39 von 71). Sollte Thomas Müller nach seiner Knöchelverletzung wieder fit sein, könnte auch er eine gute Rolle in der Bayern-Offensive spielen. Ehe er pausieren musste, zeigte sich der Torjäger wieder treffsicher vor dem gegnerischen Kasten. Außerdem war er einer der besten Vorlagengeber.