Zusammenfassung

  • Tayfun Korkut erreichte mit Stuttgart nicht nur den Klassenerhalt, er schaffte es mit dem VfB fast ins europäische Geschäft.

  • Nur der FC Bayern war seit seiner Amtsübernahme besser als die Schwaben.

  • Korkut selbst bleibt trotz des Erfolgs gelassen.

Stuttgart - Für die Europa League hat es am Ende nicht ganz gereicht. Dabei legte der VfB Stuttgart am 34. Spieltag den Grundstein dafür, siegte wider aller Erwartungen bei den Bayern und beendete die Saison auf Tabellenplatz sieben. Weil Frankfurt aber den DFB-Pokal gewann, tritt die Eintracht in der nächsten Spielzeit auf internationalem Parkett an. Das Stuttgarter 4:1 beim Rekordmeister war dennoch der Höhepunkt überragender VfB-Monate, die ihren Anfang im Februar nahmen - als Tayfun Korkut das Traineramt übernahm.

Nach dem 20. Spieltag belegten die Schwaben Rang 14, mit drei Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz 16. Coach Hannes Wolf musste gehen, Korkut folgte ihm. Im ersten Spiel unter dem neuen Amtsinhaber gab's ein 1:1 in Wolfsburg, der Abstand vom rettenden Ufer zur Relegation betrug nur noch einen Zähler. In den folgenden Wochen passierte etwas, mit dem wohl kein Experte rechnete.

Video: Stuttgart siegt verdient bei den Bayern

Kurz vor Europa

Die Stuttgarter gingen in den nächsten vier Duellen als Sieger vom Platz. Nach dem 25. Spieltag wuchs der Vorsprung auf Platz 16 bereits auf acht Punkte an. Rang sieben, der am Saisonende bei entsprechendem DFB-Pokalsieger den Einzug ins europäische Geschäft bedeuten würden, war nur noch zwei Zähler entfernt. Aus dem Kampf um den Klassenerhalt wurde der Kampf um Europa.

Fünf Siege, drei Remis und eine Niederlage in den folgenden Spielen reichten schließlich nicht. Zwei Punkte betrug der Rückstand auf den Sechsten Leipzig, zwei Zähler oder ein bayrischer DFB-Pokalsieg standen also zwischen dem VfB und dem internationalen Wettbewerb.

Zweitbester

Nummer eins und zwei: Jupp Heynckes und Tayfun Korkut © DFL DEUTSCHE FUSSBALL LIGA / Thomas Niedermueller / Getty Images

In den 14 Partien unter Korkut holten die Schwaben 31 Punkte, in der Korkut-Tabelle bedeutet das Platz zwei hinter dem FC Bayern, drei Punkte hinter dem Deutschen Meister. Nur Bayern-Trainer Jupp Heynckes sammelte pro Spiel im Durchschnitt mehr Zähler als Korkut. Heynckes kommt in dieser Statistik auf 2,58 Punkte, sein erster Verfolger auf 2,21. Dahinter rangieren Domenico Tedesco von Schalke mit 1,85 und Peter Stöger von Dortmund mit 1,74. Historisch machen die 2,21 Zähler pro Vergleich Korkut hinter Willi Entenmann (2,33) unter den Übungsleitern mit mindestens zehn Einsätzen am Spielfeldrand zum zweiterfolgreichsten der Stuttgarter Vereinsgeschichte.

Die Verantwortlichen sind zufrieden mit ihrer wohl wichtigsten Verpflichtung der zu Ende gegangenen Saison. Von einer "Top-Leistung als Trainer" spricht Sportvorstand Michael Reschke. "Das ist Wahnsinn." Korkuts Vertrag beim Abstiegskandidaten, der zum Europa-League-Aspiranten wurde, läuft noch bis 2019. Eine Ausdehnung des Arbeitspapiers brauche der 44-Jährige laut eigenen Aussagen im Sommer noch nicht unbedingt: "Was würde das an meiner Arbeit ändern?" Wenn sich an seiner Leistung nichts ändert, kommt das Vertragsangebot aber sicher im Lauf der kommenden Saison. Und Stuttgart spielt eher um die Teilnahme am europäischen Geschäft als um den Klassenerhalt.

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