Per Mertesacker ist in der Innenverteidigung der deutschen Nationalmannschaft seit der WM 2006 eine Konstante. Vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Wales in Cardiff am Mittwoch (ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) drängt nun auch Serdar Tasci auf einen Stammplatz.

"Ich glaube, dass ich jetzt den nächsten Schritt gemacht habe. Ich merke, dass meine Autorität auf dem Platz wächst. Ich bin definitiv ein besserer Spieler als im Meisterjahr", sagte der 21 Jahre alte Verteidiger vom VfB Stuttgart, der wie beim 4:0 gegen Liechtenstein wohl erneut den Vorzug vor Heiko Westermann erhält.

Mertesacker lobt seinen Nebenmann

Der Stuttgarter ist derzeit eines der größten Abwehr-Talente im deutschen Fußball. Einziges Manko: Tasci spricht noch zu wenig auf dem Platz. Zwar nützt dem Deutsch-Türken seine Ausgeglichenheit und innere Ruhe, um in entscheidenden Spielsituationen nicht den Überblick im Strafraum zu verlieren, doch sein Partner Mertesacker machte deutlich, wie wichtig das intensive Reden im Defensivverbund ist.

"In der Abwehr ist ein funktionierendes Grundgerüst wichtiger als einzelne Personen. Um dies zu erreichen, müssen sich die Parteien hinsichtlich bestimmter Spielsituationen abstimmen und miteinander reden", sagte der 24-Jährige, der Tasci aber die Rolle des Wortführers in Zukunft durchaus zutraut: "Serdar hat schon viel Bundesliga-Erfahrung, also kann er auch Anweisungen geben."

Löw: "Hervorragende Entwicklung"

Nachdem Christoph Metzelder, der bei Real Madrid weiter nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinauskommt, galt zunächst der Schalker Westermann als der zukünftige Partner von Mertesacker in der Auswahl des DFB.

Doch die Tatsache, dass er bei seinem Verein Schalke 04 im Mittelfeld spielt, hat den Konkurrenten Tasci zunächst einmal vorbeiziehen lassen.

"Wir sind mit der gegen Liechtenstein gezeigten Leistung sehr zufrieden", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff zum Auftritt Tascis. Auch Bundestrainer Joachim Löw bescheinigte dem bislang sechsmaligen Nationalspieler eine "hervorragende Entwicklung."

Friedrich als harter Konkurrent

Tasci profitierte bei den ersten beiden Pflichtspielen des Jahres allerdings auch vom Verletzungspech von Arne Friedrich.

Bei Tabellenführer Hertha BSC bildet Friedrich mit Josip Simunic in dieser Saison eine bärenstarke Innenverteidigung. Friedrich bleibt mit Blick auf die WM 2010 in Südafrika also im Zweikampf mit Tasci um den Platz an der Seite von Mertesacker weiter im Rennen.