Die Leistungszentren im Profifußball haben ihre Tauglichkeit nicht zuletzt durch die Erfolge der Junioren-Nationalmannschaften erneut unter Beweis gestellt.

Im Rahmen eines Pressegesprächs im Borussia-Park in Mönchengladbach informierte die DFL am Donnerstag über aktuelle Entwicklungen der Nachwuchsarbeit in den Bundesliga-Clubs.

Jansen, Marin und Co.

"Die Borussia ist ein Paradebeispiel für gute Nachwuchsförderung in der Bundesliga", sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus in Anwesenheit von Mönchengladbachs Sportdirektor Max Eberl. Roland Virkus, Direktor Nachwuchs und Amateure, stellte den 20 Medienvertretern bei einem Rundgang die Spielerkabinen, das Jugendinternat sowie den Rehabilitationsbereich vor.

Basis-Arbeit der Clubs

Zahlreiche Spieler aus Borussias Jugend, von Marcell Jansen bis Marko Marin, haben im Laufe der Jahre den Sprung in den Profifußball geschafft. Die Erfolge der deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften seien sehr schön, jedoch vor allem auf die Basis-Arbeit in den Clubs zurückzuführen, so Hieronymus.

Neben der exemplarischen Vorstellung des Gladbacher Leistungszentrums wurde die Zertifizierung der Leistungszentren erläutert. Die Zertifizierung führte das Unternehmen "Double Pass" im Auftrag der DFL und des DFB in den vergangenen beiden Jahren durch. "Durch das Zertifizierungssystem haben die Clubs einen klaren Überblick über ihre Arbeit in den Leistungszentren", sagte Hieronymus.

Verschiedene Kriterien

In insgesamt acht Dimensionen bewerteten "Double Pass"-Mitarbeiter die Leistungszentren der 36 deutschen Proficlubs. Neben der Fußballausbildung, dem Basisprodukt guter Nachwuchsarbeit, seien auch Aspekte wie die medizinische, mentale und schulische Unterstützung sowie die Scouting-Systeme untersucht worden, sagte "Double-Pass"-Geschäftsführer Hugo Schoukens.

Das unabhängige Unternehmen bewertete die Leistungszentren im Anschluss in Kategorien zwischen null und drei Sternen. Mehr als die Hälfte der Clubs erhielt eine zufriedenstellende Auszeichnung von zwei oder drei Sternen. Das Zertifizierungsverfahren ergab allerdings auch, dass einige Clubs in Sachen Nachwuchsarbeit noch etwas Nachholbedarf haben.

Investitionen zahlen sich aus

Die Investitionen der Clubs, derzeit werden pro Saison rund 70 Millionen Euro in die Nachwuchsförderung gesteckt, zahlen sich aus. In der vergangenen Saison kamen rund 17 Prozent aller Lizenzspieler aus der eigenen Jugend. Insgesamt unterhielten die Profi-Teams 270 Mannschaften (U 12 bis U 23) mit mehr als 5000 Spielern im Nachwuchsbereich. 91 Talente kamen im Profifußball zum Einsatz.

Nach anfänglichen Vorbehalten der Clubs, sind die Verantwortlichen mit dem Zertifizierungssystem der Leistungszentren mittlerweile hochzufrieden. "Auch, weil es ein Gradmesser für die eigene Nachwuchsarbeit ist", sagte Hieronymus.