Hertha BSC versucht, mit jungen Talenten den Durchbruch zu schaffen. bundesliga.de stellt die "Alte Dame" aus Berlin vor.

Dank eines fulminanten Endspurts erreichte Berlin in der abgelaufenen Saison die Qualifikation zum Premiere-Ligapokal. Schon 2001 und 2002 konnten die Berliner den Wettbewerb gewinnen.

Die erneute Qualifikation bewerten die Verantwortlichen positiv. "Der Premiere-Ligapokal ist sehr gut dotiert. Mit einem Sprung in die nächste Runde hätten wir schon mehr eingenommen als im letzten UEFA-Cup", sagt Manager Dieter Hoeneß über die lukrative und sportlich reizvolle Veranstaltung.

Um auch in diesem Jahr sportlich zu glänzen, verlängerte der Verein mit zwei Leistungsträgern. Josip Simunic unterschrieb für fünf Jahre, Dick van Burik für ein Jahr plus Option. "Ich fühle mich in Berlin wohl. Ich will den jungen Spielern helfen und sie führen", sagt Simunic über seine Verlängerung.

"Enormes Reservoir an Talenten"

Nachdem auch der von Roter Stern Belgrad ausgeliehene Angreifer Marko Pantelic bis 2009 an Hertha gebunden werden konnte, sind die Planungen fast abgeschlossen. Nur noch ein Stürmer steht auf der Wunschliste des Managers: "Wir haben vor, einen kopfballstarken Angreifer zu holen, der mit dem Rücken zum Tor spielen kann."

Die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt hat für Hoeneß einen einfachen Grund: "Wir haben ein enormes Reservoir an Talenten. Wir wollen unser mittel- und langfristiges Konzept weiterführen und eine gute Mannschaft mit jungen Spielern aufbauen."

Kovac wechselte nach Österreich

Bei diesem Aufbau wird Niko Kovac nicht mehr mithelfen. Der Kroate bekam kein neues Vertragsangebot und wechselt für drei Jahre ablösefrei zu Österreichs Vize-Meister Red Bull Salzburg.

Auch Thorben Marx sucht neue Herausforderungen: Der 26-Jährige geht für drei Jahre nach Bielefeld.

Das Trio voll macht Marcelinho. Der Mittelfeldspieler verdient sein Geld ab sofort bei Trabzonspor in der Türkei.

Marcelinho in die Türkei

Der Brasilianer unterschrieb beim türkischen Erstligisten einen Dreijahresvertrag.

Verzichten muss Trainer Falko Götz im Premiere-Ligapokal definitiv auch auf Dennis Cagara, der von Dynamo Dresden nach Berlin zurückkehrte. Der 21-jährige Däne fällt nach einer Operation an der Achillessehne mindestens noch vier Monate aus.


Kurzportrait - Der Trainer: Falko Götz


Ein Datum ist für Falko Götz noch heute unvergessen: Der 6. Februar 2002. "Sie machen mich zum Trainer der Profimannschaft. Ein Traum wird wahr." Davor arbeitete der 44-Jährige von 1997 bis 2000 schon einmal bei der Hertha: Allerdings "nur" bei den Amateuren. Seine erste Station als Cheftrainer bei den Profis dauerte sechs Monate.

In dieser Zeit führte er die Berliner auf Platz vier. Danach übernahm Huub Stevens das Amt - und Götz zog es am 12. März 2003 zu 1860 München. Dort blieb er bis zum 14. April 2004. Im Frühsommer 2004 kehrte Götz wieder zu seiner "alten Liebe" zurück und hat ein großes Ziel: "Ich will hier etwas gestalten und nicht bloß verwalten."

Flucht in den Westen

Als Spieler begann der gebürtige Rodewischer beim FC Vorwärts Berlin, bevor er 1983 zum BFC Dynamo wechselte. Sein erster Verein im Westen nach der Flucht aus der DDR 1983 hieß Bayer Leverkusen, mit dem Götz unter Trainer Erich Ribbeck 1988 den UEFA-Pokal gewann.

Nach fünf Jahren unter dem Bayer-Kreuz ging er zum 1.FC Köln, 1992 zog es ihn dann ins Ausland zum Istanbuler Verein Galatasaray. Ab 1994 spielte er für ein Jahr beim 1.FC Saarbrücken und als letzte Station ging Götz von 1996 bis 1997 zur Hertha. In 242 Bundesliga-Einsätzen erzielte er 42 Tore.

Oliver Grothmann

bundesliga.de-Interview mit Falko Götz: "Eine echte Standortbestimmung"

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