Der Traumstart für den FSV Mainz 05 und Trainer-Newcomer Thomas Tuchel ist endgültig perfekt.

Dank eines 2:1-Sieg gegen 1899 Hoffenheim bleiben die Mainzer auch im vierten Heimspiel der laufenden Saison ohne Niederlage. Nach dem Erfolg gegen den FC Bayern München nun die zweite Überraschung am Bruchweg.

Daran hatte vor dem Spiel selbst Christian Heidel nicht so richtig geglaubt, reisten die Hoffenheimer doch mit einer Serie von vier Siegen in Folge ins benachbarte Mainz. "Ich hatte vor dem Spiel meine Bedenken", gab der Manager der Mainzer zu. Doch die Mannschaft sollte ihn vom Gegenteil überzeugen.

Zwei-Tore-Führung nach elf Minuten

Dankbar sein können die Mainzer vor allem Trainer Thomas Tuchel, der sein Team nach allen Regeln der Kunst auf das Spiel vorbereitet und heiß gemacht hatte. "Es ist schon super, wie uns der Trainer auf jeden Gegner vorbereitet", so Zsolt Löw, der in der Winterpause 2008/09 von 1899 Hoffenheim nach Mainz gewechselt war.

Dank einer kämpferisch herausragenden Leistung gelang es den Mainzern, bereits nach elf Minuten mit zwei Toren in Führung zu gehen. "Mainz hat heute sehr gut gekämpft und uns mit den frühen Toren etwas überrascht", musste auch Hoffenheims Torwart Timo Hildebrandt eingestehen.

Tuchel macht die Mainzer heiß

"Wir brennen, sobald wir auf dem Platz stehen." So beschrieb Nico Bungert den Zustand, in den Tuchel seine Mannschaft vor jedem Heimspiel zu versetzen scheint.

Dass es fast unmöglich ist, eine Mannschaft mit der Qualität von 1899 Hoffenheim über eine gesamte Spielzeit vom eigenen Tor fernzuhalten, war auch den Mainzern klar, wie Nikolce Noveski bestätigte: "Wir haben damit gerechnet, dass der Gegner in der zweiten Hälfte alles nach vorne werfen wird."

Schwierige Bedingungen

Rangnick wechselte im zweiten Durchgang mit Maicosuel den vierten nominellen Stürmer ein und Mainz beschränkte sich im Anschluss auf die Verhinderung von Torchancen. "Eigentlich war der Plan, uns nicht so hinten rein drängen zu lassen", fand Tuchel immer noch Möglichkeiten zur Verbesserung. Rangnick, unter dem Tuchel als Spieler beim SSV Ulm aktiv war, blieb da nichts übrig, als die Arbeit des Kollegen zu loben: "Die Mainzer schienen sehr gut auf uns eingestellt zu sein."

Dabei standen die Vorzeichen für die Rheinhessen vor dem Spiel alles andere als gut. Unter der Woche erkrankte Tuchel an einer Magen-Darm-Grippe, das Training wurde von Co-Trainer Arno Michels geleitet. Zwar habe man auch da gut trainiert, "das gewisse Etwas fehlte aber", sagte Andreas Ivanschitz.

Pekovic stark

Tuchel musste außerdem kurzfristig auf Bo Svensson verzichten, der aufgrund eines Infekts Minuten vor dem Anpfiff feststellte, dass ein Einsatz in der Startelf noch zu früh käme. Ersetzt wurde er durch Milorad Pekovic. "Peko hat den gegnerischen Stürmern richtig den Spaß an der Sache genommen", lobte Bungert den Einsatz des Serben.

14 Punkte nach nur acht Spielen, das hätten vor der Saison die wenigsten geglaubt. "Wir setzen momentan um, was uns der Trainer vor den Spielen mit auf den Weg gibt", gab Ivanschitz den Grund für den derzeitigen Höhenflug der Mainzer.

Auch Heidel hob die Rolle Tuchels hervor: "Der Trainer ist die wichtigste Person im Verein." Die Diskussionen um die Beförderung des damaligen U-19-Trainers zum Chefcoach sollten sich nun endgültig erledigt haben, wie auch Heidel bestätigt: "Etliche Leute haben diese Entscheidung damals nicht verstanden. Aber ich wage zu behaupten, dass wir uns letztendlich richtig entschieden haben."

Aus Mainz berichtet Daniel Dillmann