München - Vor dem Vergnügen steht sprichwörtlich die Arbeit, was im Falle Borussia Dortmunds am 32. Spieltag bedeutete, gegen Borussia Mönchengladbach gewinnen zu müssen, um die Deutsche Meisterschaft endgültig festzuzurren. Durch den 2:1-Sieg des FC Bayern München in Bremen war der Rekordmeister nämlich wieder auf fünf Punkte herangerückt.

Die Meisterschale vor Augen begann der BVB mit viel Druck und Tempo. Auch wenn die Laufdaten von 117,5 km für die Gastgeber, beziehungsweise 116,2 km für die "Fohlen" ebenso wie die Zweikampfstatistik (50:50) und der Ballbesitz (53,2 Prozent) das Bild eines engen Spiels zeichnen, belegt der Blick auf die Torschüsse das Gegenteil. Während die Favre-Elf nur vier Mal auf den Kasten von Roman Weidenfeller feuerte, stand Marc ter Stegen unter Dauerbeschuss. 18 Mal wurde der VfL Keeper geprüft, zwei Mal überwunden.

Den Grundstein zum 2:0-Erfolg und dem letzten Mosaiksteinchen in der achten Meisterschaft der "Schwarz-Gelben" legte Ivan Perisic. Der kroatische Nationalspieler durfte von Beginn an ran und zahlte das Vertrauen mit dem Treffer zum 1:0 zurück. Mit 12,2 gelaufenen Kilometern und 26 Sprints war er der engagierteste Dortmunder auf dem Platz. Den Meisterjubel schließlich ließ Shinji Kagawa ertönen, als er ter Stegen in der 59. Minute zum 2:0 überwand und somit klar war, dass am Sieg der Dortmunder nicht mehr zu rütteln war.

Freiburg bleibt drin



So sicher wie Dortmunds Triumph ist auch der Klassenerhalt für den SC Freiburg. Der musste am Sonntag bei Hannover 96 ran und trat dort von Beginn an entschlossen auf. Die Breisgauer (115,5 km) liefen 7.500 Meter mehr als die Gastgeber und ließen die "Roten" selten wirklich gefährlich vors eigene Tor kommen. Angeführt von einem sehr engagierten Daniel Caligiuri (11,16 km; 22 Zweikämpfe; 59 Ballkontakte), der auf der linken Seite für Betrieb sorgte, kam Freiburg selbst das ein oder andere Mal zum Zug, verfehlte das Tor von Ron-Robert Zieler aber meistens knapp.

Hannover, bei dem in Steven Cherundolo (95), Christian Pander (87) und Emanuel Pogatetz (77) drei Verteidiger die meisten Ballkontakte hatten, fiel nach vorne zu wenig ein. Der Sport-Club verteidigte sicher und geschickt, blieb zum fünften Mal in Folge auswärts ungeschlagen und darf für eine weitere Saison im "Oberhaus" planen.

Augsburg dominiert, Schalke eiskalt



Diese Planungssicherheit hat der FC Augsburg noch nicht. Durch ein 1:1 gegen den FC Schalke liegt er zwar vier Punkte vor Relegationsplatz 16, ist somit aber rechnerisch noch nicht gerettet. Dabei hätten die Schwaben durchaus einen "Dreier" und den damit verbundenen "So-gut-wie"-Klassenerhalt verdient gehabt, doch es fehlte an der nötigen Kaltschnäuzigkeit im Abschluss.

Der FCA erspielte sich ein Übergewicht von 15:5 Torschüssen und 5:1 Ecken, doch es reichte nur zu einem Treffer. Der fiel bereits in der 6. Minute nach einem Eckball, den Sebastian Langkamp per Kopf verwandelte. Danach konterten die Augsburger, die insgesamt auf 158 Tempoverschärfungen kamen, blieben vor dem Kasten von Lars Unnerstall aber glücklos.

Ganz anders der FC Schalke 04, der insgesamt zu behäbig spielte (125 Sprints), am Sonntagnachmittag aber mit einer traumhaften Chancenverwertung glänzte. Nach einem langen Abschlag von Unnerstall nutzte Klaas-Jan Huntelaar Langkamps Stellungsfehler aus und erzielte mit dem ersten Torschuss für "Königsblau" auch gleich den Ausgleich und Endstand. So muss der FCA zwar weiter um den Klassenerhalt bangen, sollte mit sechs Punkten Vorsprung auf Hertha BSC und dem deutlich besseren Torverhältnis (-14 gg. -24) aber zumindest den direkten Abstieg bereits vermieden haben.

Gregor Nentwig