Zusammenfassung

  • Hannover 96 schlägt den Hamburger SV zum Auftakt des 4. Spieltags 2:0

  • Die Elf von Andre Breitenreiter ist damit vorübergehend Tabellenführer

  • Das Saisonziel Klassenerhalt soll dennoch nicht korrigiert werden

Hannover - Der Höhenflug von Hannover 96 geht weiter. Am Freitagabend besiegte der Aufsteiger in der heimischen HDI-Arena im Nordduell den Hamburger SV mit 2:0 und bleibt in der Liga weiterhin ungeschlagen. Zumindest bis Sonntag stehen die "Roten" sogar auf Platz 1 der Bundesliga.

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"Oh, wie ist das schön" sangen die 96-Anhänger und durchs weite Rund schwappte die Laola-Welle. Euphorie pur auf den Rängen nach dem verdienten Erfolg über den HSV. Dennoch waren die Spieler und Verantwortlichen nach dem Spiel alles andere als euphorisch, sondern norddeutsch nüchtern. "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen, dennoch dürfen wir auf unsere Leistung stolz sein", erklärte Mittelfeldspieler Marvin Bakalorz. Auch 96-Kapitän Philipp Tschauner schätzte die Situation realistisch ein. "Es ist nur eine Momentaufnahme, am Mittwoch in Freiburg steht und schon das nächste brutale Spiel an."

Breitenreiters unglaublicher Lauf

Vater des momentanen Erfolges ist zweifelsohne Trainer Andre Breitenreiter. Seit seinem Amtsantritt ist er mit 96 noch ungeschlagen (14 Spiele) steht nun nach vier Spieltagen und zehn Punkten ganz weit oben in der Tabelle. Die HDI-Arena wird immer mehr zur Festung. Es gab sieben Siege am Stück vor heimischen Publikum ohne ein einziges Gegentor. Dennoch bleibt Breitenreiter trotz des überragenden Starts der Niedersachsen auch aus eigener Erfahrung auf dem Teppich. In der Saison 2014/15 stand der Coach genauso wie Bakalorz mit Aufsteiger SC Paderborn ebenfalls nach vier Spieltagen auf Platz 1 und stieg am Ende der Saison ab. Dieses Szenario soll bei Hannover nicht eintreten.

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"Eines ist sicher, wir werden am Ende der Saison nicht Erster sein", scherzte Breitenreiter, der aber voll des Lobes über die Leistung seiner Mannschaft war. "Im Moment sind wir schwer zu schlagen. Die Jungs saugen im Training alles auf und setzen alles sehr gut um. Der Weg zum Klassenerhalt ist aber noch weit." Mit zehn Zählern haben die Niedersachsen allerdings schon ein Viertel der 40 Punkte eingesammelt, die normalerweise zum Klassenerhalt reichen sollte. Auch Sportchef Horst Heldt sieht nach dem Klasse-Start überhaupt keinen Anlass die Saisonziele vorzeitig zu revidieren: "Derzeit greift bei uns ein Rädchen ins andere. Trotzdem müssen wir demütig bleiben. Träumereien sind nicht erlaubt."

Harnik: "Wissen, dass wir nicht mit den Großen mitzocken können"

Die Mannschaft konnte gegen den HSV auch auf unerwartete Nackenschläge sehr gut reagieren. Beim Abschlusstraining verletzte sich Stürmer Jonathas. Für ihn spielte Niclas Füllkrug ganz vorne im Sturm und machte seine Sache gut. Nach 14 Minuten musste Breitenreiter dann seine Innenverteidigung umbauen, denn nach einem unglücklichen Zusammenprall mit dem Hamburger Sven Schipplock musste der Brasilianer Felipe verletzt raus.

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Breitenreiter brachte den Last-Minute-Neuzugang Ihlas Bebou, der zum Spieler des Spiels avancierte und das entscheidende 2:0 erzielte. Für die 1:0-Führung der Niedersachsen war Martin Harnik verantwortlich, der nun schon drei Treffer in dieser Saison erzielt hat. "Das Glück haben wir uns erarbeitet. Wir wissen die Situation sehr gut einzuschätzen. Das Ziel bleibt ganz klar der Klassenerhalt. Wir müssen für Siege sehr viel investieren und denken jetzt nicht, dass wir mit den Großen mitzocken können", so Harnik.

Ostrzolek: "Es macht ein Spaß"

Aufgrund der bevorstehenden englischen Woche und dem Auswärtsspiel beim SC Freiburg am Mittwochabend können die Hannoveraner ihren momentanen Höhenflug gar nicht so richtig auskosten. "Gegen Freiburg wird es schon wieder brutal schwer, aber ich denke es wird ein Spiel auf Augenhöhe", so Torwart Philipp Tschauner. Linksverteidiger Matthias Ostrzolek, der gegen seine alten Kollegen vom HSV eine starke Leistung zeigte, beschreibt aber die derzeitige Gemütslage bei den 96ern: "Es momentan richtig Spaß in dieser Mannschaft zu spielen."

Aus Hannover berichtet Alexander Barklage