Zusammenfassung

  • Werder Bremen hat im Sommer Thomas Delaney und Zlatko Junuzovic abgegen.

  • Der Kader wirkt dennoch stärker als in den Jahren zuvor.

  • Claudio Pizarro kehrt zum vierten Mal zum SVW zurück und könnte eine wichtige Rolle spielen.

Köln - Eine lange Vorbereitung neigt sich dem Ende zu und ab dem 24.8. rollt endlich wieder der Ball in der Bundesliga. bundesliga.de nimmt alle Teams der Bundesliga im Teamcheck genau unter die Lupe. Heute ist der SV Werder Bremen an der Reihe.

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Ein Transfer überstrahlt alles: Der Kader

Mit Zlatko Junuzovic und Thomas Delaney hat der SV Werder Bremen zwei prägende Figuren verloren, wobei Kapitän Junuzovic seinen Status der sportlichen Unverzichtbarkeit in der Vorsaison bereits eingebüßt hatte und zumeist eher auf dem Flügel eingesetzt wurde. Mit Martin Harnik (Hannover) und Yuya Osako (Köln) hat Sportdirektor Frank Baumann in der Offensive für Qualität und Tiefe im Kader gesorgt. Der Königstransfer ist aber Davy Klaassen. Der niederländische Mittelfeldspieler soll das Spiel lenken und den Abgang von Delaney kompensieren. Mit Rechtsverteidiger Felix Beijmo (Djurgardens), Kevin Möhwald (Nürnberg) wurden zudem sinnvolle Ergänzungen verpflichtet. Zudem hat Werder mit Altstar Claudio Pizarro eine Vereinslegende zurückgeholt. Insgesamt wirkt der Kader stärker als im Vorjahr, aber im zentralen Mittelfeld könnten Engpässe auftreten, denn Philipp Bargfrede ist der einzige bundesligaerfahrene Sechser im Club.

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Eloquent und mutig: Florian Kohfeldt

Dem 35-Jährigen schlug in der vergangenen Saison viel Skepsis entgegen, als der Club ihn als Nachfolger von Alexander Nouri präsentierte. Schließlich kam Kohfeldt wie seinen beiden langfristig erfolglosen Vorgänger Viktor Skriptnik und eben Nouri aus der eigenen U23 zur Bundesliga-Mannschaft. Kohfeldt schaffte es aber in Rekordzeit, der Mannschaft eine eigene Handschrift zu verleihen. Dabei beindruckte er mit taktischem Geschick und sympathischen Auftreten. In der Rückrundentabelle führte er Werder auf Platz 5. Der Trainer ist neben den Stars wie Kruse, Klaassen, Augustinsson oder Pavlenka der große Hoffnungsträger an der Weser.

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Aktuelle Form

Trotz der Euphorie um die Transfers von Klaassen und Pizarro sowie der Vertragsverlängerungen von Pavlenka und Augustinsson waren die Ergebnisse in der Vorbereitung nur selten zufriedenstellend. Siegen gegen Duisburg, Huddersfield und Bielefeld standen Niederlagen gegen Köln, Essen und Villareal gegenüber. Gegen Pribram, Groningen und Venlo kam der SVW zudem nicht über ein Remis hinaus. Auch aufgrund der verkürzten Vorbereitung der WM-Fahrer Augustinsson, Osako und Veljkovic und der späten Verpflichtung von Davy Klaassen ist noch ein wenig Sand im Getriebe. Der DFB-Pokal wird so zu einem echten Gradmesser der derzeitigen Leistungsfähigkeit.

Die Überraschung des Sommers: Claudio Pizarro

Es klang fast ein wenig zu schön, um wahr zu sein: Claudio Pizarro kehrt wieder einmal zum SV Werder zurück. Der Peruaner startet nun in seine bereits vierte Bremer Ära. Fast noch erstaunlicher als die Nachricht war die Verfassung, in der der 39-Jährige vom Start weg an der Weser präsentierte. Agil und spielfreudig wie eh und je zeigte er sich in den Testspielen und steht deshalb zum Pflichtspielauftakt fast folgerichtig im Bremer Kader. "Wir sind etwas überrascht, wie gut er das harte Programm im Trainingslager absolvieren konnte und welchen Eindruck er dort gemacht hat. Gegen Villarreal hat er gezeigt, dass er auf einem ähnlichen Niveau ist, wie Spieler, die erst später eingestiegen sind", lobte Frank Baumann seinen ehemaligen Mitspieler. Derzeit spricht viel dafür, dass Pizarro eine weit größere Rolle spielen könnte, als ihm viele nach der wenig erfolgreichen Saison mit dem 1. FC Köln zugetraut haben.

Zielsetzung und Prognose

Ein offizielles Saisonziel haben die Bremer Verantwortlichen noch nicht ausgegeben, dafür haben die Spieler sich umso offensiver geäußert. Davy Klaassen, Claudio Pizarro und Marco Friedl sprachen allesamt von den europäischen Plätzen als Ansprorn. Ein ambitioniertes Vorhaben, wenn man die vergangenen Spielzeiten als Maßstab nimmt. Andererseits hat sich Werder unter Kohfeldt zu einer starken Mannschaft entwickelt. Geht diese Entwicklung weiter, ist eine überraschend starke Saison absolut möglich. Florian Kohfeldt begrüßt das mutige Vorgehen seiner Spieler, will aber selbst keine konkreten Tabellenplätze als Ziel ausgeben. Stattdessen nennt er die "Wiedererkennung unseres Fußballs" als oberstes Gebot.