Zusammenfassung

  • Werder Bremen verlor saisonübergreifend keines der 13 Bundesliga-Heimspiele unter Florian Kohfeldt (6 Siege, 7 Unentschieden); für Werder ist das die längste Erfolgsserie seit 23 Jahren.
  • Theodor Gebre Selassie spielt jetzt seine 7. Bundesliga-Saison und blieb noch nie torlos. Insgesamt 16 Tore markierte der Rechtsverteidiger jetzt, davon 10 mit dem Kopf.
  • Claudio Pizarro rückte auf Rang 10 der ältesten Ligaspieler, überholte Morten Olsen. Bei Werder waren nur Votava und Burgsmüller noch älter bei ihrem letzten Einsatz.

Köln - Werder Bremen ist zum Auftakt der neuen Bundesliga-Saison nicht über ein 1:1 (0:0) gegen Hannover 96 hinausgekommen. Die ambitionierte Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt rettete sich dank eines späten Treffers von Theodor Gebre Selassie (85.) aber immerhin einen Punkt, zuvor hatte Hendrik Weydandt (77.) 96 nicht unverdient in Führung gebracht. Werder verlor zudem früh Kapitän Max Kruse, der Anfang der zweiten Hälfte angeschlagen ausgewechselt werden musste.

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FANTASY HEROES: Theo Gebre Selassi (17 Punkte), Milot Rashica (11), Niclas Füllkrug (10)

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Für Kohfeldt dürfte es nach dem Remis auch kein Trost sein, dass er im Weser-Stadion seit seinem Amtsantritt weiter noch kein Bundesliga-Spiel verloren hat (sechs Siege, sieben Remis). Ihm fehlt damit nur noch eine Partie, um Bremens Trainerlegende schlechthin, Otto Rehhagel, einzuholen: Der ehemalige Meistercoach blieb in seinen ersten 14 Werder-Heimspielen (neun Siege, fünf Unentschieden) unbesiegt.

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Vor 42.100 Zuschauern vertrauten sowohl Kohfeldt als auch Breitenreiter ihren Mannschaften, die deutliche Siege in der ersten Runde des DFB-Pokals geholt hatten. Und beide Teams waren durchaus bemüht, von Beginn an nach vorne zu spielen. Aber es dauerte bis zur 16. Minute, bis Milos Veljkovic nach einer Standardsituation die erste richtig gute Möglichkeit hatte. Doch Werders Innenverteidiger köpfte den Ball aus kurzer Distanz knapp neben das Tor.

Florian Kainz war auf dem Bremer linken Flügel äußerst agil
Florian Kainz war auf dem Bremer linken Flügel äußerst agil © imago / Nordphoto

Danach erhöhte Bremen noch einmal den Druck und drängte die 96er zunehmend in die Defensive. Nach Ballgewinnen schaltete die Breitenreiter-Elf aber stets schnell um und suchte den Abschluss, wie etwa durch Ihlas Bebou - dessen Schuss parierte Jiri Pavlenka allerdings ohne größere Probleme (28.).

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"Es ist normal, dass wir zuhause gegen Hannover gewinnen wollen. Deshalb sind wir mit dem Unentschieden nicht zufrieden. Da sind alle im Team einer Meinung. Das Gegentor war äußerst ärgerlich, ein blöder Ball.“ Davy Klaassen (SV Werder Bremen)

Danach verflachte die Partie immer mehr, zudem leisteten sich beide Abwehrreihen keine Wackler. Richtig gefährlich wurde es erst wieder kurz nach der Halbzeit, als Bremens Ludwig Augustinsson einen Volley-Schuss aus 13 Metern knapp neben das Tor setzte. Auf der anderen Seite hatte 96-Kapitän Waldemar Anton ebenfalls kein Glück, nachdem er im Gestocher nach einer Ecke an den Ball gekommen war (62.).

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"Ja, klar, fährt man enttäuscht nach Hause - besonders, wenn man ein paar Minuten vor Schluss das 1:1 bekommt. Das ist natürlich immer schade. Aber nichtsdestotrotz haben wir ein gutes Spiel gezeigt und nehmen den einen Punkt gerne mit nach Hannover." Waldemar Anton (Kapitän Hannover 96)

Werder spielte weiter auf Sieg, brachte in der 67. Minute unter dem Jubel der Fans sogar Altmeister Claudio Pizarro für die Sturmspitze - und der Peruaner sorgte auch gleich mehrfach für Gefahr. Die Gäste wiederum lauerten auf Konter und stachen durch Weydandt zu. Bebou lupfte den Ball genau in den Lauf des Jokers, der frei vor Pavlenka die Nerven bewahrte und durch die Beine des Werder-Keepers einschob.

Spieler des Spiels: Claudio Pizarro

Claudio Pizarro belebte die Werder-Offensive merklich und war abschlussfreudigster Bremer (4 Torschüsse). Durch seine Einwechselung zog er zudem in die Top10 der ältesten Bundesliga-Spieler ein. Entscheidend war er auch, als er gar nicht am Ball war: Beim Ausgleich konzentrierte sich die Hannoveraner Defensive auf den Peruaner, der die Hereingabe von Rashica aber knapp verpasste. Gebre Selassie stand so ganz frei und köpfte ein.

Bilder des Spiels

Für Bebou und Co. gab es in den ersten 25 Minuten kaum ein Durchkommen
Für Bebou und Co. gab es in den ersten 25 Minuten kaum ein Durchkommen © gettyimages / Martin Rose
Claudio Pizarro war nach seiner Einwechslung fast an allen gefährlichen Situationen beteiligt. Nur ein Tor blieb ihm verwehrt
Claudio Pizarro war nach seiner Einwechslung fast an allen gefährlichen Situationen beteiligt. Nur ein Tor blieb ihm verwehrt © gettyimages / Rose / Bongarts
Formsache für Gebre Selassie: Hannovers Defensive konzentriert sich auf Pizarro, aber der Rechtsverteidiger ist aufgerückt und drückt den Ball über die Linie
Formsache für Gebre Selassie: Hannovers Defensive konzentriert sich auf Pizarro, aber der Rechtsverteidiger ist aufgerückt und drückt den Ball über die Linie © imago / Team 2