Zusammenfassung

  • Werder verlor unter Florian Kohfeldt noch kein Heimspiel (in Pflichtspielen fünf Siege und drei Remis).

  • Der HSV ist seit elf Bundesliga-Spielen sieglos (vier Remis, sieben Niederlagen) und damit so lange wie aktuell kein anderes Team.

  • Die Hamburger haben nach 24 Spieltagen nur 17 Punkte auf dem Konto und weisen zu diesem Zeitpunkt die schlechteste Bilanz ihrer Bundesliga-Historie auf.

Bremen - Werder Bremen hat seinen ewigen Rivalen Hamburger SV durch ein Eigentor von Rick van Drongelen in der 86. Minute im 108. Nordderby an den Abgrund zur 2. Liga geschossen. Durch den 1:0 (0:0)-Erfolg hat das Team von Florian Kohfeldt bereits neun Punkte Vorsprung auf den taumelnden Bundesliga-Dino. 

FANTASY HEROES: Maximilian Eggestein (13 Punkte) / Gebre Selassie (11) / Zlatko Junuzovic (10)

Der HSV ist insgesamt elf Spiele ohne Sieg und fällt auch unter Coach Bernd Hollerbach immer hoffnungsloser zurück. Werder vergrößerte dagegen sein Polster auf die Gefahrenzone und schob sich auf Rang 14 vor.

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Für die besondere Partie hatte sich HSV-Coach Hollerbach etwas Frisches einfallen lassen. Der Franke setzte auf eine Viererkette und überraschte mit dem 19 Jahre alten Gambier Bakery Jatta, den er erstmals seit seinem Amtsantritt von Beginn an aufbot. In der Sturmspitze sollte Andre Hahn für mehr Torgefahr als zuletzt sorgen.

Van Drongelens Eigentor in der Schlussphase besiegelt den Werder-Sieg
Van Drongelens Eigentor in der Schlussphase besiegelt den Werder-Sieg © gettyimages / Lukas Schulze/Bongarts

Der HSV legte durchaus forsch los und spielte nach einigen Störungen von den Rängen mutig nach vorne. Doch die erste Torchance gehörte den überraschend passiven Grün-Weißen. Ein abgefälschter Linksschuss von Maximilian Eggestein strich knapp am Tor von HSV-Torhüter Christian Mathenia vorbei (15.). Dennoch fehlte es an jeglichem Schwung im Spiel der Bremer, bei denen Kohfeldt auf personelle Experimente verzichtet hatte.

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"Ich freue mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte und über den Derbysieg." Ishak Belfodil (SV Werder Bremen)

Die neue Grundordnung der zweikampfstarken Hamburger schmeckte den Gastgebern in der ersten halben Stunde nicht. Schlüsselspieler Max Kruse fehlten zunächst die zündenden Ideen, auf den Außenbahnen gelang Florian Kainz und Zlatko Junuzovic nur wenig. Der HSV war besser drin und wurde nach Standards gefährlich. Ein Wackler von Werder-Keeper Jiri Pavlenka führte beinahe zur Gäste-Führung, doch Hahn und Gideon Jung verpassten im Gestocher knapp (25.).

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"Wir werden alles dafür geben, es dieses Jahr wieder zu schaffen." Andre Hahn (Hamburger SV)

Anschließend verflachte die ohnehin nicht hochklassige Partie weiter. Beide Teams leisteten sich immer wieder leichte Abspielfehler im Mittelfeld und agierten zu uninspiriert, um gefährlich zu werden. 

Zu Beginn der zweiten Hälfte verstärkte Werder seine Offensivbemühungen, spielte aber immer wieder zu schlampig in der gegnerischen Hälfte. Der HSV zog sich zeitweise tiefer zurück und lauerte auf Konterchancen, wie beim Fernschuss des Ex-Bremers Aaron Hunt (60.). 

In der Schlussphase nahm die Partie noch einmal an Fahrt auf. Eggestein verfehlte aus der Distanz nur knapp (72.) und auch der HSV witterte weiter seine Chance auf einen Befreiungsschlag.

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Spieler des Spiels: Maximilian Eggestein

Maximilian Eggestein gab vier der 13 Bremer Torschüsse ab und war laufstärkster Akteur auf dem Platz (13 Kilometer). Kein Bremer führte mehr Zweikämpfe als Eggestein (36), der davon starke 58 Prozent gewann.

Bilder des Spiels

Im Nordderby wird um jeden Ball gekämpft
Im Nordderby wird um jeden Ball gekämpft © imago / MIS
Papadopoulos ist der Dirigent der Hamburger Abwehr
Papadopoulos ist der Dirigent der Hamburger Abwehr © gettyimages / Lukas Schulze/Bongarts
Das Siegtor wird vom ganzen Team bejubelt
Das Siegtor wird vom ganzen Team bejubelt © imago