Zusammenfassung

  • Bayern-Spieler feiern lautstark in der Kabine

  • Hummels sagt stetige Leistungssteigerung voraus

  • Ulreich lobt die tolle Moral beim Sieg gegen Dortmund

Dortmund - Laut jubelnd war Franck Ribery nach dem Abpfiff in die Katakomben gestürmt, hatte seine gute Laune regelrecht herausgebrüllt. Thomas Müller grinste mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic um die Wette. Es wurde gefeixt und gelacht, noch lange klangen lautstark Gesänge aus der Kabine – der FC Bayern München feierte ausgelassen und wild den Gewinn des Supercups und damit den ersten Titel der Saison.

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Schon beim späten Ausgleich zum 2:2 kurz vor Spielende war die Freude aus den Bayern herausgebrochen. Auf dem Platz - und auf der Bank, auf der alle aufsprangen, die Fäuste ballten und sich freudetrunken in die Arme fielen. Nach dem 7:6-Erfolg nach Elfmeterschießen über Borussia Dortmund war die Bayern-Party dann perfekt. Im Flitterregen hüpften die Stars wie kleine Kinder auf dem Podest herum und reckten den Supercup in die Höhe, setzten vor der Fankurve erst zur La Ola und dann zum kollektiven Diver an und posierten in cooler Pose mit dem Pokal: Seht her, das Ding gehört uns!

Seit Samstagabend ist der FC Bayern nicht nur Deutscher Rekordmeister, sondern auch Rekordsieger in Sachen Supercup. Sechs Mal - so oft hat noch keiner die Trophäe in Gold und Silber gewonnen. In jedem Gesicht war die Freude über den Coup zu lesen, in jeder Geste zu spüren. "Es ist ein offizieller Titel, dann auch noch gegen den Erzrivalen aus Dortmund, das auch noch auswärts – da gibt es viele Gründe, sich richtig zu freuen", bekannte Sven Ulreich, der den Triumph mit zwei parierten Elfmetern perfekt gemacht hatte.

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Auch Mats Hummels betonte, dass es "gegen den BVB immer ein brisantes Duell ist, da geht es auf hohem Niveau heiß her. Daher haben sich auch alle so gefreut, dass wir es für uns entscheiden konnten."

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Zur überschwänglichen Freude über den Titelgewinn gesellte sich auch eine große Portion Erleichterung, nach den zuletzt schwachen Auftritten im entscheidenden Moment doch wieder dagewesen zu sein. "Natürlich hat der Sieg gut getan nach der nicht ganz so gelungenen Vorbereitung", wollte Ulreich nicht verhehlen. Fünf teils heftige Niederlagen hatten die Münchner zuvor in sechs Testspielen kassiert. "Aber wenn es für uns ernst wird, dann sind wir bereit", durfte Trainer Carlo Ancelotti ganz unaufgeregt feststellen, dass der Glaube an die eigene Stärke wohl keine bleibenden Schäden erlitten hat. Thomas Müller freute sich über den "absoluten Siegeswillen" und auch Sebastian Rudy bestätigte: "Wir wollten in diesem Spiel abliefern, das hat man an jedem Einzelnen gesehen."

"Wir werden uns jetzt jede Woche unserer Topform nähern. Die Leistung im Supercup war schon eine sehr klare Steigerung – und das trotz der dünnen Personaldecke." Mats Hummels

Der Neuzugang aus Hoffenheim hatte dabei großen Anteil daran, dass es für den FC Bayern ein perfekter Start in die neue Spielzeit wurde, wenn auch noch nicht über 90 Minuten alles perfekt war. Mit großer Umsicht und viel Ruhe zog Rudy im zentralen Mittelfeld die Fäden, so dass seine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit gut zusammenspielte, dabei viel Tordrang erkennen ließ und auch zu einigen guten Chancen kam. Dabei musste man zunächst zwar eine Druckphase und auch ein Gegentor der Dortmunder überstehen, stabilisierte sich dann aber schnell und überspielte mit klugen Pässen das schwarz-gelbe Pressing. Bezeichnend, dass  Sebastian Rudy auch den frühen Ausgleich und damit die Überlegenheit der Müchner einleitete. "In dieser Phase haben wir schon wieder den besseren FC Bayern gesehen als in der Vorbereitung", lobte Sven Ulreich.

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Diese Stärke konnte die Mannschaft zwar in der zweiten Hälfte nicht so bestätigen. "Da hatten wir zu wenig Ballbesitz und haben zu viele lange Bälle gespielt", kritisierte Rudy. Auch Mats Hummels monierte "ein unsouveränes Aufbauspiel, das dem Dortmunder Pressing in die Karten gespielt hat". Auf der anderen Seite büßten die Münchner dieses Mal aber nicht wie zuletzt noch gegen Liverpool ihre Kompaktheit und Stabilität ein, so dass auch der Abwehrchef insgesamt vom "Anfang einer Antwort" auf die vielen offenen Fragen der vergangenen Wochen sprechen wollte: "Wir werden uns jetzt jede Woche unserer Topform nähern. Die Leistung im Supercup war schon eine sehr klare Steigerung – und das trotz der dünnen Personaldecke."

Sven Ulreich kann im Elfmeterschießen zwei Penaltys parieren

Dass nach den Ausfällen von Leistungsträgern wie Neuer, Boateng, Alaba, Robben oder James jetzt auch noch Javier Martinez nach 60 Minuten humpelnd den Platz verlassen musste, war der einzige echte Wermutstropfen für die Bayern. Aber selbst den personellen Rückschlägen und dem mehrfachen Rückstand im Spiel konnten die Rekordsieger mit dem Supercup in Händen dieses Mal noch etwas Positives abgewinnen. Wie formulierte es doch Sven Ulreich? "Wir haben gegen den BVB Moral gezeigt, so wie es sich gehört."

Aus Dortmund berichtet Dietmar Nolte