Verband: Korea Football Association (KFA)

Gegründet: 1933

FIFA-Mitglied seit: 1948

Bisherige WM-Teilnahmen: 8

WM-Erfolge: Vierter (2002)

Geschichte des Fußballs in Südkorea:

Die Geschichtsschreiber haben relativ zeit- und ortsgenau dokumentiert, wie und wann der Fußball südkoreanischen Boden erreicht hat. Zwar gab es schon zur Zeit der "Drei Königreiche" ein ähnliches Ballspiel, doch die Besatzung des britischen Kriegsschiffes "Flying Fish" soll 1882 in einem Hafen nahe der Stadt Incheon das runde Leder von Bord an Land mitgenommen und zum Zeitvertreib vorgeführt haben. 22 Jahre später nahm die königliche Fremdsprachenschule Fußball in den Lehrplan auf. 1921 wurde erstmals ein landesweiter Wettbewerb ausgetragen. Nach dem Ende der japanischen Besatzung 1948 wurde der Koreanische Fußballverband gegründet. Da war die Sportart schon sehr weit verbreitet. 1983 wurde die erste Profiliga Asiens, die Super-League ins Leben gerufen.

WM-Geschichte:

Südkorea schaffte es 2002 bis ins Halbfinale

Südkorea nahm von allen asiatischen Mannschaften am häufigsten an einer WM-Endrunde teil. Der erste Auftritt war aber ein Desaster. 1954 setzte es mit 0:9 gegen Ungarn und dem 0:7 gegen die Türkei zwei deftige Klatschen. Es sollte bis 1986 dauern, bis Südkorea sich wieder qualifizieren konnte - und von da an bis heute ohne Ausnahme. Viermal hintereinander kam das Aus in der Vorrunde, ehe bei der Heim-WM der große Wurf gelang. Bis ins Halbfinale ging die Reise, wo Michael Ballacks Tor den großen Traum der Hausherren platzen ließ. Nach dem verlorenen kleinen Finale wurde Platz 4 aber dennoch überschwänglich gefeiert. Während in Deutschland wieder der K.o. in der Gruppenphase kam, reichte es dann in Südafrika immerhin zum Einzug ins Achtelfinale. Uruguay war dort zu stark.

Star und Trainer:

Heung Min Son lernt schnell. Die Fortschritte, die der Stürmer von Bayer Leverkusen in der Bundesliga macht, setzt er Eins-zu-eins in der Nationalmannschaft um. Und das hat ihn in der Hierarchie bei den "Taeguk Warriors" schnell nach oben katapultiert. Die Südkoreaner rechnen fest mit Sons Toren, der mit seinen noch 21 Jahren der jüngste im WM-Kader der Asiaten ist. Sein Trainer Myung-Bo Hong ist im Land schon jetzt eine Legende. Mit 136 Einsätzen ist er Rekordnationalspieler und war 2002 beim Erfolg Südkoreas bei der Heim-WM Kapitän der Mannschaft. Seit gut einem Jahr ist er Nationaltrainer und verdiente sich zuvor Meriten als Coach der U20 und U23. Hong steht für erfrischenden Fußball und setzt dabei auf junge Kräfte: Nur ein Spieler im WM-Kader ist über 30 Jahre alt.

Bundesliga und Südkorea:

Bum-Kun Cha (r.) erzielte 98 Bundesliga-Tore

Er kam, sah und siegte: Bum-Kun Cha. Der Stürmer ist neben Japans Yasuhiko Okudera der wohl legendärste Asiat der Bundesliga-Geschichte. Dabei waren die ersten Schritte Chas eher ein Missverständnis. Kaum in Darmstadt angekommen, musste er nach nur einer Partie schon wieder zurück in die Heimat, um seinen Wehrdienst zu verrichten. Ein Jahr später startete er dann aber bei Eintracht Frankfurt durch und gewann gleich in seiner ersten Saison den UEFA-Pokal. Das selbe gelang ihm mit Bayer Leverkusen, wo er sich mehr noch als bei den Hessen mit seinen Toren und seinem Auftreten fast unsterblich machte. Insgesamt absolvierte er 308 Bundesliga-Spiele und schoss dabei 98 Tore. Sein Sohn Du-Ri konnte nicht ganz an die Erfolge seines Vaters anknüpfen, brachte es aber immerhin auf 125 Einsätze (sechs Tore). Heute führt Son die große Zeit eines Südkoreaners bei Bayer weiter. Son, der beim HSV sein Bundesliga-Debüt feierte, steht aktuell bei 104 Spielen und 30 Toren. Bislang kamen in der Bundesliga 14 Südkoreaner zum Einsatz. Neben Son sind auch Dong-Won Ji, Jeong-Ho Hong (FC Augsburg) und Jo-Hoo Park (1. FSV Mainz 05) sind in Brasilien am Start.