München - Der Kampf um die letzten Tickets für die Europa League geht in die letzte Runde. Am 34. Spieltag kämpfen alleine vier Clubs um den 7. Platz. Die einen mit mehr, die anderen mit weniger Chancen.

Hannover 96 steht mit 45 Punkten auf Rang 7 und trifft zu Hause auf den 1. FC Kaiserslautern. Einen Punkt dahinter rangiert der VfL Wolfsburg (44 Punkte). Die "Wölfe" reisen zum VfB Stuttgart, der im Fernduell mit Bayer 04 Leverkusen (gegen 1. FC Nürnberg) um den 5. Tabellenplatz kämpft. Die letzte Chance will auch der SV Werder Bremen (42 Punkte) im Heimspiel gegen den FC Schalke 04 nutzen (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

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Hannover 96 hat mit Abstand die beste Position, wenn es um den letzten Rang für die Europa League geht. Die Niedersachsen sind das einzige Team aus dem Anwärter-Quartett, das den 7. Platz aus eigener Kraft erreichen kann. Gewinnen die "Roten" ihr Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern, werden sich die anderen drei Mannschaften in jedem Fall vergeblich strecken. "Es ist nach wie vor so, dass wir ein großes Ziel erreichen können, nämlich Rang sieben zu verteidigen", eklärte Coach Mirko Slomka.

In der laufenden Spielzeit ist Hannover 96 in der AWD-Arena ungeschlagen. Gute Vorzeichen: "Ich denke, dass ist eine tolle Voraussetzung für diese letzte Partie gegen Kaiserslautern, unsere Heimstärke nochmals unter Beweis zu stellen", sagte Slomka. Moritz Stoppelkamp ist nach ausgestandener Oberschenkelverletzung inzwischen wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen. Christian Pander wird dagegen wegen muskulärer Probleme ausfallen. Sicher fehlen wird zudem Winterneuzugang Mame Diouf (Sprunggelenk).

Mit Blick auf Hannover 96 betonte Lauterns Coach Krassimir Balakov, dass sich die "Roten Teufel" unbedingt mit einer positiven Leistung aus der Bundesliga verabschieden wollen. "Wir werden unser Bestes geben und wollen mindestens einen Punkt holen", sagte der 46-jährige Cheftrainer: "Wir haben nichts mehr zu verlieren und können befreit auftreten." Neben den Langzeitverletzten Jan Simunek und Dorge Kouemaha wird in Hannover Rodnei aufgrund seiner Adduktorenprobleme wohl ausfallen. Nicolai Jörgensen und Sandro Wagner sind angeschlagen und konnten zuletzt ebenfalls nicht voll trainieren.



Schiedsrichteransetzungen

MIt einem Sieg beim 1. FC Nürnberg kann Bayer 04 Leverkusen den 5. Tabellenplatz zementieren und den direkten Einzug in die Gruppenphase der Europa League perfekt machen."Ein sehr unangehm zu spielender Gegner, aber wir haben gegen Nürnberg noch einiges gutzumachen", sagt Bayer-Stürmer Stefan Kießling. Auch Teamchef Sami Hyypiä hofft auf ein erfolgreiches Ende einer sehr wechselhaften Spielzeit.

"Wir wollen in Nürnberg die drei Punkte holen und selbst alles klar machen, damit wir gar nicht erst darauf schauen müssen, wie Stuttgart gegen Wolfsburg spielt". Zuversicht vermittelt dem Finnen neben der guten Arbeit im Training auch die Tatsache, dass er nach der Rückkehr von Kapitän Simon Rolfes, dessen Kniereizung ausgestanden ist, wieder mehr personelle Alternativen hat.

Nach den Erfolgen der letzten Wochen wahrt der "Club" noch die Minimalchance auf die Europa-League-Qualifikation, diese ist aber von vielen anderen Ergebnissen abhängig. Aufgrund dieser Tatsache spielt das Thema keine Rolle in den Planungen des Trainers Dieter Hecking - jedoch "würde man sich freuen", sollte die Sensation gelingen. Für das Wunder an der Noris müsste Hannover 96 im heimischen Stadion gegen Absteiger Kaiserslautern verlieren. Dazu müsste der VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg gewinnen und der SV Werder Bremen weniger Tore erzielen als der "Club", unabhängig vom Ausgang der Partie.



Schiedsrichteransetzungen

Die Ausgangslage für das Saisonfinale am kommenden Samstag zwischen dem VfB und dem VfL Wolfsburg ist klar: Der VfB muss auf jeden Fall punkten, um die Chancen auf den fünften Platz und die direkte Qualifikation für die Gruppenphase der Europa League zu wahren, zeitgleich jedoch auf einen Ausrutscher von Bayer Leverkusen beim 1. FC Nürnberg hoffen. "Natürlich wollen wir alles dafür tun, um den 5. Tabellenplatz zurückzuerobern, aber auch Platz 6 und die Teilnahme an der Europa League sind für uns schon ein Erfolg", sagte Coach Bruno Labbadia. Zdravko Kuzmanovic (Oberschenkelzerrung) steht im Kader, bei William Kvist (leichte Bauchmuskelzerrung) reicht es nicht, er fällt ebenso aus wie Serdar Tasci (Aufbautraining nach Innenbandanriss im Knie) und Georg Niedermeier (Gelbsperre).

VfL-Coach Felix Magath hat vor den Stuttgartern Respekt: "Der VfB ist eine der besten Rückrundenmannschaften, hat sich nach vorne gearbeitet und sich sicher für die Europa League qualifiziert. Wenn wir das umsetzen, was wir drauf haben, sind wir aber auch für eine solche Mannschaft gefährlich." Wie Magath bekannt gab, wird Andre Lenz nicht im Kader stehen. Verletzungsbedingt ausfallen werden Ashkan Dejagah und Felipe Lopes.

"Wir müssen auf Schützenhilfe warten, haben nur das in der Hand, was wir beeinflussen können. Deswegen werden wir in Stuttgart noch einmal an unsere Leistung gegen Bremen anknüpfen. Wir müssen zusehen, dass wir auch im letzten Spiel dieser Saison eine gute Leistung zeigen, wie überhaupt bei allen Auftritten, die wir als VfL Wolfsburg öffentlich machen", gibt der Trainer die Marschroute vor.



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Werder hat noch geringe Chancen auf den Einzug in die Europa League. Voraussetzung dafür wäre neben Patzern der Konkurrenz aus Hannover und Wolfsburg natürlich ein Heimsieg gegen Schalke. Cheftrainer Thomas Schaaf hat jedoch wenig Interesse daran, den Rechenschieber auszupacken: "Es geht in erster Linie darum, noch einmal alles aus sich herauszuholen, vor vollem Haus eine erfolgreiche Partie zu spielen und eine vernünftige Leistung zu zeigen. Wenn das alles geschafft ist, können wir hinterher auf die Tabelle schauen und sehen, was uns das gebracht hat".

Vor der Partie werden zudem alle Werder-Spieler geehrt, bei denen feststeht, dass sie im nächsten Jahr nicht mehr dabei sind. Dazu gehören neben Tim Wiese (geht nach Hoffenheim) und Marko Marin (Chelsea) auch Tim Borowski, Mikael Silvestre, Lennart Thy und Markus Rosenberg. Marin wird wohl gegen Schalke zu keinem Abschiedsspiel kommen, der Neu-Londoner laboriert noch an einer Oberschenkelverletzung. Claudio Pizarro gab nach Problemen mit einem eingeklemmten Nerv grünes Licht.

Zwar ist für die Schalker alles entschieden, auf die leichte Schulter werden die "Knappen" das Spiel allerdings nicht nehmen. "Wir fahren schließlich nicht nach Bremen, um uns dort eine Packung abzuholen", sagte Trainer Huub Stevens. Zu gewinnen gibt es neben drei Punkten vor allem für Klaas-Jan Huntelaar noch sehr viel. Der Niederländer führt die Torjägerliste derzeit mit 27 Toren an und hat damit einen Treffer mehr auf dem Konto als Bayerns Mario Gomez. Ob Huntelaar bei der Jagd auf die Torjägerkanone in Bremen alle Stammspieler zur Seite stehen, lässt Stevens hingegen noch offen. Benedikt Höwedes plagt sich mit einer Wadenprellung herum, Chinedu Obasi wird ein Nagel aus dem Schienbein entfernt. Ersatztorhüter Matthias Schober hatte unter der Woche Kniebeschwerden.



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