Mit letzter Kraft, viel Glück und einem verzweifelten Endspurt hat der VfB Stuttgart das drohende Aus im DFB-Pokal knapp vermieden. In der 2. Runde verwandelten die Schwaben ein 0:1 beim Viertligisten VfB Lübeck dank dreier später Tore in ein 3:1 (1:1, 0:1) nach Verlängerung und zogen doch noch ins Achtelfinale ein.

Ein frühes Tor von Bastian Henning (6.) warf den Champions-League-Teilnehmer direkt zurück.

Der krasse Außenseiter spielte sich vor im Stadion an der Lohmühle in einen Rausch. Dennoch gelang Julian Schieber (77.) der späte Ausgleich, und Sami Khedira (109.) erzielte für Stuttgart schließlich das erlösende 2:1 beim Halbfinalisten von 2004. Cacau (117.) machte dann alles klar.

Lübeck auf Augenhöhe

Henning verwertete ein langes Zuspiel von Nils Lange zum 1:0. Sven Ulreich, nach dem Wies'n-Besuch und der folgenden Verbannung des Stuttgarter Stammtorhüters Jens Lehmann in der Startelf, traf bei dem Außenristschuss keine Schuld.

Erst von der zehnten Minute an kam Babbels Team etwas besser ins Spiel. Lübeck, das in der ersten Runde schon sehr überraschend den 1. FSV Mainz 05 mit 2:1 nach Verlängerung ausgeschaltet hatte, blieb aber auf Augenhöhe. Lübecks schwäbischer Trainer Hans-Peter Schubert hatte seine Mannschaft taktisch gut eingestellt und mit Henning und Schrum zwei Stürmer aufgeboten.

Schieber bricht den Bann

Unterdessen wirkte Stuttgart in der ersten Halbzeit müde und hatte gegen die aggressive Defensive der Amateure aus Lübeck kein wirksames Mittel parat. Auch im zweiten Abschnitt tat sich der haushohe Favorit aus Schwaben sehr schwer. Babbel reagierte und brachte mit Jan Simak und U-21-Europameister Sami Khedira zwei frische Kräfte für die enttäuschenden Sebastian Rudy und Zdravko Kuzmanovic.

Auch Thomas Hitzlsperger, der ins Team zurückgekehrt war, gab der Offensive nur wenige Impulse. Schieber gelang schließlich mit einem 18-m-Schuss das 1:1, der Lübecker Torhüter Noureddine Semghoun wirkte dabei etwas unglücklich, der Ball rutschte an seinen Fingerspitzen vorbei.