Zusammenfassung

  • Gomez sieht in der Mentalität der Stuttgarter nicht den Grund für die Pleite

  • Dennoch gehöre der VfB derzeit zu den Abstiegskandidaten

  • "Wir müssen kämpfen", gibt der Stürmer die Marschroute vor

Stuttgart - Nach dem 0:2 gegen Schalke 04 steckt der VfB Stuttgart mitten im Abstiegskampf. Nach dem Spiel hat sich VfB-Angreifer Mario Gomez über die derzeitige Situation geäußert. Sein Appell: Kämpfen um jeden Punkt.

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Frage: Mario Gomez, wie bewerten Sie aus Stuttgarter Sicht die bittere 0:2-Niederlage gegen die Schalker?

Mario Gomez: In der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass wir in der Bundesliga mithalten können, wenn wir die Dinge so umsetzen, wie wir sie eigentlich geplant haben.

Frage: In der ersten Halbzeit hat Ihre Mannschaft gerade einmal 38 Prozent der Zweikämpfe gewonnen. Ist das nicht auch eine Mentalitätsfrage?

Gomez: Die Frage nach der Mentalität geht mir auf die Eier. Die Kölner hatten in der ganzen Hinrunde Spieler ohne Mentalität, die gleichen Spieler aber haben jetzt wieder eine, weil sie ihre Spiele gewinnen. Die ganze Diskussion kann ich nicht mehr hören und auch nicht nachvollziehen. Hätten wir keine Mentalität, dann  wäre uns gegen Schalke nicht so eine zweite Halbzeit gelungen. Natürlich müssen wir auch dort den letzten Ball besser ausspielen, aber wir waren willig, aggressiv und haben dem Gegner kaum noch Luft gelassen. Das müssen wir ab sofort 90 Minuten machen, dann erzwingt man auch ein Tor. Heute aber hatten wir es letztlich nicht verdient.

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Mario Gomez vergibt eine der Stuttgarter Torchancen gegen Schalke
Mario Gomez vergibt eine der Stuttgarter Torchancen gegen Schalke © imago / Pressefoto Baumann

Frage: Wie gefährlich ist nun die Situation für den VfB?

Gomez: Ich denke, dadurch, dass ich das schon letztes Jahr erlebt habe, habe ich einen Vorsprung gegenüber vielen hier. Abstiegskampf ist beißen um jeden Punkt, jeder Punkt ist wichtig. Realität und Einschätzung liegen hier ein wenig weit auseinander. Wir sind ein Abstiegskandidat, dessen muss sich hier jeder bewusst sein. Nicht nur die Spieler, sondern auch alle drum herum. Der VfB ist ein großer und toller Verein, aber das spielt aktuell keine Rolle. Wir müssen schauen, dass wir Spiele gewinnen, und das möglichst schnell. Das ist die Marschrichtung.

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Frage: Nun gerät natürlich auch ihr Trainer Hannes Wolf unter Druck …

Gomez: Das sind die Mechanismen im Fußball, da kommt von außen Unruhe rein. Aber man darf nach einer Niederlage nicht alles in Grund und Boden reden. Und nach einem Sieg kann man auch nicht von der Champions League träumen. Das ist nicht realistisch und das tut auch nicht niemandem gut. Wir müssen einfach den Ball auf dem Boden lassen, kämpfen und um jeden Punkt spielen. Auch heute haben wir gesehen: Angriff ist die beste Verteidigung. Das muss unser Motto sein. Wenn wir so auftreten wie in der zweiten Halbzeit gegen Schalke, dann werden wir sicher nicht absteigen.

Aufgezeichnet von Jens Fischer