München - In beiden Pokalwettbewerben, national wie international, ist der VfB Stuttgart unter dem Strich weitergekommen. Trotzdem hängt der schwäbische Haussegen schief. Vor allem nach dem schmeichelhaften 0:0 in der Europa League gegen Botev Plovdiv ist man sich beim VfB einig, dass am Sonntag beim 1. FSV Mainz 05 (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio) eine deutliche Steigerung her muss.

"Wir sind gefordert, uns schnell zu finden", sagte Trainer Bruno Labbadia. Vor dem Bundesligaauftakt in der Coface Arena klaffen Anspruch und Wirklichkeit bei den ambitionierten Schwaben noch weit auseinander. Sportvorstand Bobic reagierte auf diese Frage gereizt. "Ich habe keinen Bock, das nach jedem Spiel zu kommentieren", raunzte er. Die Zielvorgabe internationale Plätze sei "selbstverständlich" für einen Club wie den VfB. Er habe aber auch gesagt, dass es "zehn andere Mitbewerber" gebe, die alle auch im Moment nicht genau wüssten, wo sie stünden.

Labbadia: "Bei uns wird zuviel erzählt"



Mit öffentlicher Kritik an der Mannschaft war Bobic zurückhaltend, Labbadia aber verbarg seinen Unmut nicht. "Bei uns wird zuviel erzählt, das sollte man lassen, denn die Wahrheit liegt auf dem Platz. Es gibt viele Dinge bei uns, die nicht gut laufen. Wir müssen uns definitiv steigern", sagte er. Der 47-Jährige wirkt bereits nach dem ersten drei Pflichtspielen angefasst. "Man hat das Gefühl, jeder hat Ahnung, nur der Trainer nicht", klagte er.

Für den Saisonstart sind das nicht die idealen Vorzeichen. Zudem gibt es personelle Rückschläge wie den Innenbandriss im linken Knie von Georg Niedermeier, der ihn zu einer sechwöchigen Pause zwingt oder erneute Beschwerden an der Achillessehne bei Kapitän Serdar Tasci, dessen Einsatz am Sonntag fraglich ist. Dazu schleppt der bislang beste Pflichtspiel-Torschütze Vedad Ibisevic eine Knöchelblessur mit sich herum, Antonio Rüdiger fehlt wegen einer Rotsperre und Johan Audel muss wegen Muskelproblemen passen.

Tuchel bei bester Laune



Anders als in Stuttgart herrscht am Mainzer Bruchweg beste Stimmung. Allen voran bei Trainer Thomas Tuchel, der größte Entspannung ausstrahlt. "Ich bin für mich gerade total im Handeln und im Tun, einfach glücklich. Es macht unverändert viel Spaß mit dieser Mannschaft zu trainieren", verdeutlichte der 39-Jährige, der Stuttgart stärker einschätzt als in der vergangenen Saison.

"Der Kader wurde sehr gut ergänzt mit gestandenen, starken Spielern mit viel Bundesligaerfahrung", so der Coach der 05er. "Beim VfB handelt es sich um eine außergewöhnlich gute Mannschaft, die über enormes Offensivpotential verfügt. Da wird es für uns viel zu verteidigen geben."

Apropos verteidigen: Abwehrspieler Junior Diaz (Trainingsrückstand) wird dem FSV gegen die Schwaben nicht zur Verfügung stehen. Zudem fallen Chinedu Ede und Elkin Soto aus, die beide noch im Lauftraining sind. Der Einsatz von Angreifer Eric-Maxim Choupo-Moting steht wegen einer Verletzung des Hüftbeugers auf der Kippe.




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