Außenseiter VfB Stuttgart hat gegen die beste Club-Mannschaft der Welt eine Überraschung verpasst, dennoch eine hervorragende Leistung gezeigt.

Das Team von Trainer Christian Gross erreichte im Achtelfinal-Hinspiel gegen Titelverteidiger und Weltpokalsieger FC Barcelona trotz einer leidenschaftlichen Leistung und einer 1:0-Halbzeitführung nur ein 1:1 und muss beim Rückspiel am 17. März in Camp Nou schon auf ein kleines Wunder hoffen.

Cacau erzielt die Führung

Der Bundesliga-Neunte ging gegen das Starensemble um Weltfußballer Lionel Messi in der 25. Minute durch Cacau verdient in Führung. Der Nationalstürmer, der am Samstag beim 5:1 des VfB in Köln vier Mal getroffen hatte, war nach Flanke von Timo Gebhart mit dem Kopf zur Stelle.

Anschließend verpassten es die engagierten Schwaben jedoch, nachzulegen, was sich nach dem Wechsel bitter rächen sollte: Torjäger Zlatan Ibrahimovic erzielte in der 52. Minute den Ausgleich für die Katalanen.

Barca meist glanzlos

Dem spanischen Meister und Spitzenreiter genügte in der Mercedes-Benz Arena eine weitgehend glanzlose Darbietung, um seine beeindruckende Serie gegen deutsche Clubs in der "Königsklasse" fortzusetzen. Zuletzt hatte Barcelona vor achteinhalb Jahren am 25. September 2001 gegen einen Bundesligisten verloren (1:2 gegen Leverkusen). Danach hatte es in jetzt 14 Vergleichen elf Siege und drei Remis gegeben.

Auf "10 zu 90" hatte der von Barcelona an den VfB ausgeliehene Alexander Hleb die Chancen vor einem der größten Spiele der Stuttgarter Vereinsgeschichte beziffert. Dies entsprach aber vor allem in der ersten Hälfte ganz und gar nicht dem Kräfteverhältnis. Wie von Gross gefordert, zeigte der VfB von Beginn an Leidenschaft und wenig Respekt vor der seiner Meinung nach "weltbesten Clubmannschaft".

Stuttgart mit starker Mannschaftsleistung

Barca deutete dagegen trotz des Einsatzes von Spielmacher Xavi zunächst zu selten seine spielerische Klasse an, auch wenn das Team von Trainer Pep Guardiola vor der Pause laut Statistik immerhin 61 Prozent Ballbesitz verzeichnen konnte. Auch Messi lief sich bei seinen Tempodribblings einige Male in der konzentriert agierenden VfB-Defensive fest.

Stuttgart scheiterte bei seinen Vorstößen zunächst auch im Ansatz. Erst nach 20 Minuten wurden die Schwaben gegen die immer nachlässiger agierenden Barca-Stars gefährlicher. Erst klärte Rafael Marquez nach einer scharfen Hereingabe von Cristian Molinaro vor Cacau, der nach seiner Köln-Gala den Vorzug vor Ciprian Marica erhalten hatte. Wenig später konnte Gebhart einen Kopfball freistehend nicht platzieren, ehe Cacau zum 1:0 traf.

VfB erarbeitet sich viele Chancen

In der Folgezeit verdiente sich der VfB, bei dem Sami Khedira wieder mitwirken konnte, die Führung mehr und mehr. Cacau hatte sogar zwei Mal die große Chance, den Vorsprung auszubauen. Einmal rettete Verteidiger Gerard Pique in höchster Not, dann wehrte Keeper Victor Valdes den Ball mit dem Fuß ab. Glück hatten die Schwaben nur, als Torwart Jens Lehmann einen Schuss von Messi mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenken konnte (40.).

Nach dem Wechsel war Barca bemüht, das Spiel in den Griff zu bekommen. Die Ballstaffeten der Stars um Messi, Ibrahimovic, Xavi und Andres Iniesta wurden nun zielstrebiger. Die Folge war der Ausgleich, obwohl Manager Horst Heldt zur Pause noch gewarnt hatte, "dass wir höllisch aufpassen müssen".

Molinaro klärt auf der Linie

Der VfB zeigte sich anschließend erst einmal geschockt. In der 63. Minute verfehlte allerdings ein Schuss von Khedira nur knapp das Ziel. Barca machte nach dem Ausgleich nicht mehr als nötig. In der 69. Minute hatten die Gäste trotzdem die Riesenchance, alles klar zu machen. Nach einem Fehler von Lehmann wehrte Molinaro den Schuss von Ibrahimovic auf der Torlinie ab.