Zusammenfassung

  • Jann-Fiete Arp trifft als erster Spieler, der in diesem Jahrtausend geboren wurde.

  • Der Angreifer ging bereits mit seiner ersten Einwechslung in die Bundesliga-Geschichte ein.

  • Der 17-Jährige möchte sich in Hamburg durchsetzen.

Berlin - Jann-Fiete Arp schreibt weiter Geschichte. Nachdem er kürzlich als erster 2000er Jahrgang in der Bundelsiga-Geschichte eingewechselt worden war, traf der Spieler des Hamburger SV jetzt als erster Akteur in der Bundesliga, der im neuen Jahrtausend geboren wurde. Außerdem ist er der jüngste Torschütze des HSV.

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Gerade erst ist Arp von der U17-EM in Indien zurück, wo er einer der besten Akteure des DFB-Nachwuchses war, da fügt er sich schon wieder nahtlos in die Elf der Hamburger ein. Im Spiel gegen Hertha BSC wurde der 17-Jährige in der 56. Minute eingewechselt, in der 73. Minute ließ er den HSV durch seinen Anschlusstreffer zum 1:2 in Berlin wieder hoffen. Durch den Treffer darf sich Arp jetzt mit zwei Rekorden schmücken: Zum einen löste er Son als jüngsten Torschützen der Hamburger ab, zum anderen ist er der erste 2000er, der in der Bundesliga getroffen hat.

Arp schreibt Bundesliga-Geschichte

Ein Moment für die Geschichtsbücher: Jann-Fiete Arp kommt zu Bundesliga-Spiel eins

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Erst vor wenigen Wochen war Arp schon einmal in die Historie eingegangen, als er am 7. Spieltag in der 89. Minute des Nordderbys zwischen dem HSV und dem SV Werder eingewechselt wurde. Seitdem ist der Hamburger erste Akteur in der Bundesliga, der im neuen Jahrtausend geboren wurde.

Eigentlich wäre der gebürtige Schleswig-Holsteiner damals bereits in Indien gewesen. Doch er saß erst später im Flieger. Ihm war mitgeteilt worden, dass er zunächst in der Hansestadt bleiben solle. "Da habe ich schon gehofft, dass ich vielleicht im Kader stehen werde", sagte Arp nach seinem Debüt. Seine Hoffnung sollte sich erfüllen. Eine Minute vor dem Ende der regulären Spielzeit wurde er für Bobby Wood eingewechselt. "Es war einfach überwältigend", freute sich der 2000er Jahrgang. "Ich habe beim Aufwärmen die ganze Zeit auf einen Einsatz gehofft. Einfach reinkommen und ein Tor machen - egal wie." Für einen Treffer reichte es nicht, aber ihm bleibt ja noch Zeit. "Die drei Minuten, die ich spielen durfte, waren nur der Beginn", so Arp mit dem nötigen Selbstbewusstsein.

Schnellster Hattrick bei einer U17-EM

Jann-Fiete Arp trifft bei der U17-Europameisterschaft 2017 in fünf Partien siebenmal

Das Talent hat schon einige bemerkenswerte Rekorde in seiner jungen Vita stehen. Der DFB zeichnete Arp jüngst mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold aus. Mit der deutschen U17 verpasste der Stürmer bei der Europameisterschaft in diesem Jahr das Finale nach einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Spanien nur knapp. Im Gruppenspiel zuvor hatte er gegen Bosnien-Herzegowina den schnellsten Hattrick einer U17-EM markiert, 13 Minuten reichten für den Dreierpack. An seinen persönlichen Trefferrekord erinnert er sich ebenfalls: "Die meisten Tore habe ich in der U12 beim HSV erzielt. Bei einem 22:0 habe ich mal 16 geschossen."

Die Vorbilder des schlaksigen Blondschopfs sind Robert Lewandowski, Luis Suarez und Harry Kane, vor allem letzter hat es ihm angetan. Der englische Nationalspieler ist seinem Jugendverein Tottenham Hotspur treu geblieben, beeindruckt bei den Londonern. "Er ist ein klassischer Stoßstürmer, so würde ich auch gerne spielen. Ich versuche, ihm in gewisser Weise nachzueifern, denn mit seinem Stil hat er ja im Moment großen Erfolg", erklärt Arp.

"Ich will mich beim HSV durchsetzen"

Im Sommer weckte der Torjäger angeblich großes Interesse bei Premier-League-Meister Chelsea, blieb aber an der Elbe. "Es hätte überhaupt keinen Sinn gemacht zu wechseln. Ich will mich beim HSV durchsetzen", sagt er. Im Juni erst verlängerte Arp seinen Vertrag bei den Rothosen bis 2019. Seit der letzten Winterpause trainiert der Rechtsfuß mit den Profis, während der Saison jedoch nur einmal pro Woche, weil er sich auf sein Abitur vorbereitet. Trainer Markus Gisdol beeindruckt er dennoch durch Leistung. "Die Jungen spielen bei mir nicht, weil sie jung sind, sondern weil sie sich im Training aufgedrängt haben", erläutert der.

Gedulden muss sich Gisdol nun erstmal im Fall Arp, denn der absolviert jetzt die U17-WM - und hat Großes vor. "Der Titel ist unser Ziel", äußerte er vor dem Turnier. Auch sein Nationalcoach Christian Wück freute sich, dass sein Schützling mit Rückenwind zum Team stoßen konnte: "Wir freuen uns sehr für Fiete, dass er seine ersten Bundesliga-Minuten gespielt hat." Sein erster Einsatz scheint ihm auf jeden Fall Rückenwind gegeben zu haben, Arp macht mit seinen Leistungen bisher klar, dass der Titel her soll. Das Endspiel ist auf den 28. Oktober datiert. Zwei Bundesliga-Spiele müsste sich Gisdol noch gedulden.

Alexander Barklage

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