Stürmische Bundesliga! In keiner anderen Top-Liga Europas wird so oft gejubelt wie in der höchsten deutschen Spielklasse.

In der abgelaufenen Saison fielen 894 Tore in der Bundesliga - im Schnitt nahezu drei Treffer pro Spiel! Nicht nur das: Nirgendwo anders wird seltener 0:0 gespielt. Noch ein Beweis gefällig? Gleich sieben Clubs knackten die 60-Tore-Marke!

Zum Vergleich: In Frankreich waren es gerade mal zwei Teams, die das geschafft haben. Doch woran liegt es, dass die Bundesliga-Stars so gut treffen? bundesliga.de hat drei Männer gefragt, die es wissen müssen: HSV-Idol Uwe Seeler, Bayerns Vorstandvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge und Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler.

"Ich kann nichts dafür"

Sie waren nicht nur als Spieler Aushängeschilder des deutschen Fußballs, sondern auch Torschützenkönige der Bundesliga. So brachte es Uwe Seeler auf 137 Tore in 239 Spielen. "Ich habe immer gesagt, ich kann nichts dafür, ich habe gute Trainer gehabt, die gesagt haben, dass ich ihn reinhauen soll, wenn ich nicht weiß wohin mit dem Ball", erklärt "Uns Uwe" sein Erfolgsgeheimnis.

Wer sind Erfolgsgaranten heute? Wer macht die Bundesliga so stürmisch? Seeler, Rummenigge und Völler nennen bei bundesliga.de Namen.

Wolfsburgs Traumoffensive

Sie waren das Maß aller Dinge in der abgelaufenen Saison: Grafite und Edin Dzeko vom Deutschen Meister VfL Wolfsburg. "Was man sagen muss, dass das Geheimnis des Wolfsburger Erfolgs natürlich die beiden Sturmspitzen sind. Die passen gut zusammen, sind unterschiedliche Typen, harmonieren aber miteinander", sagt Seeler.

"Dzeko gehört die Zukunft"

Und der Hamburger findet noch weitere lobende Worte: "Was Grafite so macht und wie er die Tore teilweise erzielt, ist absolute Spitze." Und über Dzeko sagt "Kalle" Rummenigge: "Er hat eine fantastische Saison gespielt. Er hat den Aufschwung in dieser Saison wunderbar mitgenommen. Das ist ein Spieler, dem die Zukunft ohne Frage gehören wird."

Starker Misimovic

28 Mal traf in der abgelaufenen Saison Grafite, 26 Treffer erzielte Dzeko - doch was wäre das Duo ohne ihren Hintermann und Vorbereiter Zvjezdan Misimovic. "Er war ja bei uns bei den Amateuren tätig, vor langer Zeit, und sein Ausbilder Hermann Gerland hat ihn bestens vorbereitet. Er ist technisch auf einem sehr hohen Niveau", lobt Rummenigge.

Neue und alte Hoffnungsträger der Bayern

Der Bayern-Chef darf demnächst in seinem Kader einen weiteren Topstürmer begrüßen: Mario Gomez, der in der vergangenen Saison 24 Mal traf! "Er hat die nötige Schnelligkeit, kann seinen Körper einsetzen, hat ein fantastisches Kopfballspiel und ist vor dem Tor eiskalt", schwärmt Rummenigge.

"Das größte Potenzial von allen"

"Für mich ist Mario Gomez von allen Stürmern derjenige, der wahrscheinlich das größte Potenzial hat", sagt Rudi Völler über den Neuzugang des FC Bayern. Gomez wird nicht nur den FC Bayern verstärken, sondern auch den Konkurrenzkampf anheizen. Luca Toni, der trotz durchwachsener Saison auf 14 Saisontreffer kam oder Miroslav Klose, der in der Rückrunde lange verletzt ausfiel, müssen um ihre Plätze bangen.

Absolute Weltklasse

Gesetzt bleibt dagegen Franck Ribery, der trotz Verletzungssorgen auch in seinem zweiten Jahr beim FC Bayern eine der größten Attraktionen der Bundesliga war: "Ein Transfer, der voll eingeschlagen hat. Er stellt die Weltklasse absolut dar", sagt Rummenigge. Seeler kann da nicht widersprechen: "Ja, absolut! Ribery ist ein Weltklassespieler, da braucht man gar nicht darüber reden."

Leverkusens starkes Duo

Nicht reden braucht man auch über die Klasse von Patrick Helmes, der Leverkusener Angreifer. "Der Patrick ist einer, der sofort schaltet und auch die Nase hat, nicht lange warten muss oder noch einen Haken schlägt. Das gefällt mir", so Uwe Seeler. Gefallen findet der Werksclub auch am Zusammenspiel von Helmes mit Sturmpartner Stefan Kießling.

Gegenseitiges Lob

"Bis jetzt habe ich immer Glück gehabt mit meinem Sturmpartner, so ist es auch dieses Jahr. Mit 'Kieß' ist es halt so: Die Sachen die ich wirklich nicht kann, die kann er perfekt. Er hat ein besseres Kopfballspiel beispielsweise", sagt Helmes. Sein Sturmpartner kontert mit einem Lob: " Wenn er sagt, mein Kopfballspiel, dann sage ich, ich möchte gern seinen Schuss haben."

Gabe vom Vater

Eine Gabe, die Patrick Helmes quasi in die Wiege gelegt wurde. Denn Vater Uwe Helmes stürmte einst für den MSV Duisburg in der Bundesliga. Den strammen Schuss hat Patrick Helmes vom Vater.