München - Acht von 31 Spielen dieser EM sind bereits absolviert und haben so manche Überraschung parat gehalten - darunter zwei neue EM-Rekorde, die in die Geschichtsbücher eingehen werden. Vom ältesten Doppeltorschützen der EM-Geschichte, über den stärksten Dortmunder Zweikämpfer bis hin zu einem fast durchweg erfolgrechen internationalen Bayern-Block präsentiert bundesliga.de alle Highlights zum Turnier nach dem 1. Vorrundenspieltag.

  • Von den heißesten Favoriten auf den Titel hat nur Deutschland sein Auftaktspiel gewonnen. Spanien, Niederlande, Frankreich, Italien, Portugal oder England sind nur mäßig gestartet. Dafür gibt es mit Russland ein neues Eisen im Feuer (nur die Russen und die Kroaten gewannen mit mehr als einem Tor Differenz, alle anderen Spiele waren eng).

  • In den ersten acht EM-Spielen fielen 20 Tore (im Schnitt 2,5 pro Spiel) - ein 0:0 gab es noch gar nicht. Vor vier Jahren in Österreich und der Schweiz fielen am ersten Gruppenspieltag zusammen 16 Tore (es gab eine Nullnummer), 2004 waren es 17 Treffer (2 Mal 0:0).

  • 14 der 16 EM-Teilnehmer haben mindestens ein Tor erzielt; nur die Niederlande und Portugal blieben (in der deutschen Gruppe) erfolglos. Elf Mannschaften erzielten exakt ein Tor.

  • Nur drei Turniertreffer fielen nach Standards (Lescott und St. Ledger jeweils nach Freistoß; Shevchenko nach Ecke).

  • Nur 15 % aller Tore fielen also nach ruhenden Bällen - in der abgelaufenen Bundesliga-Saison lag diese Quote bei 30 %, in der Champions League bei 22 %.

  • Auch die Quote der Torschüsse nach Standards war im bisherigen Turnierverlauf gering (22 %) - Russland beispielsweise gab gar keinen Torschuss nach einem ruhenden Ball ab, Deutschland nur zwei.

  • Nur zwei der 20 Turniertreffer fielen in der Schlussviertelstunde; und das waren Russlands Tore zum 3:1 und 4:1 gegen Tschechien (79. und 82.). Es fiel also noch kein spätes Tor, das den Spielausgang veränderte - das späteste entscheidende Tor erzielte Mario Gomez gegen Portugal (72.).

  • Acht der 20 Treffer wurden per Kopf erzielt, das entspricht einer Quote von 40 % - in der Bundesliga 11/12 lag sie bei 18 %, in der Champions League sogar nur bei 12 %. Neun der 20 Turniertore wurden mit einer Flanke vorbereitet (Deutschland schlug die meisten Flanken und erzielte so auch das goldene Tor).

  • Es fielen bei dieser EM vier Kontertore: drei von Russland, eins von der Ukraine. Das einzige Weitschusstor markierte Frankreichs Samir Nasri (die anderen 19 Tore wurden von innerhalb des Strafraumes erzielt).

  • Nur in einem einzigen Spiel gab es einen Elfmeter und nur in einem Spiel Platzverweise: in der Eröffnungspartie Polen gegen Griechenland (Karagounis scheiterte vom Punkt; Sokratis und Szczesny flogen vom Platz).

  • Vier Mannschaften sahen keine Gelbe Karte: Frankreich, Russland, Tschechien und Ukraine.

  • Im Schnitt gab es 27,5 Fouls pro Spiel - in der Bundesliga waren es in der Saison 11/12 deren 31 pro Partie.

  • Erfolgreiche Stürmer: 13 der 20 Tore erzielten die Angreifer - nur fünf Mal war ein Mittelfeldakteur erfolgreich, nur zweimal ein Abwehrspieler (der Ire St. Ledger und der Engländer Lescott).

  • Mit seinen 35 Jahren und fast neun Monaten wurde Andriy Shevchenko zum ältesten Doppelpacker der EM-Geschichte.

  • Jetro Willems von der PSV Eindhoven wurde mit 18 Jahren, zwei Monaten und zehn Tagen zum jüngsten jemals bei einer EM-Endrunde eingesetzten Spieler - er löste den Belgier Enzo Scifo ab.

  • Antonio Di Natale erzielte eins von drei Jokertoren in diesem Turnier - er traf mit seinem ersten Ballkontakt (außerdem waren noch Salpingidis und Pavlyuchenko als Einwechselspieler erfolgreich).

  • Der FC Bayern stellt bei dieser EM die meisten Spieler: Zehn der zwölf Akteure haben am 1. Spieltag gewonnen, nur Arjen Robben und Franck Ribery nicht (acht deutsche Spieler plus Pranjic und Tymoshchuk).

  • Deutschland und Russland begannen jeweils mit 7 Spielern eines Ver eins (Bayern/Zenit St. Petersburg), das ist eingestellter EM-Rekord.

  • Deutschland begann mit der jüngsten Startelf (im Schnitt 25,3 Jahre), die Iren waren die Ältesten (30,4).

  • Die Niederlande gaben die meisten Torschüsse ab (30), trafen aber dennoch nicht.

  • Mats Hummels ist der zweikampfstärkste Spieler des Turniers (89,5 %) und fing die meisten gegnerischen Zuspiele ab (23).