Köln - 15 Sicherheitsfachleute aus dem deutschen Profifußball haben das erstmals angebotene Studium "Sicherheitsmanagement im Fußball" erfolgreich mit einem Zertifikat abgeschlossen. Die DFL Deutsche Fußball Liga und der DFB haben den Studiengang gemeinsam mit der SRH Hochschule Heidelberg entwickelt und damit die im Zehn-Punkte-Plan für mehr Sicherheit im Fußball beschriebene Qualifizierungsoffensive fortgesetzt.

DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus, DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock sowie Studiengangsleiter Prof. Michael Nagy überreichten die Zertifikate in einer Feierstunde am Mittwochabend in der Heidelberger Hochschule. Zwölf Sicherheitsbeauftragte aus den DFL-Clubs, je einer aus der 3. Liga und Regionalliga sowie ein Teilnehmer des DFB nahmen die Urkunden entgegen.

"Qualifizierung der Sicherheitsbeauftragten ist wichtiger Teil des Zehn-Punkte-Plans"



"Die Absolventen haben meinen größten Respekt, dass sie dieses anspruchsvolle Studium parallel zu ihrer Arbeit in den Clubs mit Erfolg absolviert haben. Die Qualifizierung der Sicherheitsbeauftragten ist ein wichtiger Teil des Zehn-Punkte-Plans und dieses Studium trägt maßgeblich dazu bei", sagte Holger Hieronymus.

Begonnen hatte das Studium im September 2011.Grundsätzlich ist das Ziel des Zertifikatsstudiums, zukünftige und aktuelle Sicherheitsbeauftragte des Fußballs zur Prävention und Behebung von Sicherheitsrisiken zu befähigen. Die Studienorganisation sieht neben Studienbriefen und internetgestützten Materialien sieben Lernmodule vor, wobei jedes Modul einen Präsenzblock von zwei Tagen umfasst.

Sieben Lernmodule:


1. Die Rolle des Sicherheitsbeauftragten - Aufgaben, Befugnisse, Verantwortungen
2. Prävention I: Bauliche Sicherheit, Risikovorbeugung in der Veranstaltungsplanung
3. Gewalt als spezielles Sicherheitsproblem
4. Prävention II: Wie Gewalt vorbeugend verhindert wird - bewährte Konzepte aus Sport und anderen Großveranstaltungen
5. Krisenmanagement - Deeskalation, Notfallmaßnahmen, Wiederherstellen der Sicherheit
6. Die konkrete Sicherheitsanalyse im eigenen Verein
7. Zusammenfassung, Präsentation der Praxisprojekte, Abschlussprüfung

Die Abschlussprüfung bestand in einer Präsentation der Projektarbeit zur Sicherheitsanalyse im eigenen Verein nebst mündlicher Verteidigung der Ergebnisse.

"Höchstmögliches Maß an Sicherheit gewährleisten"



"Sicherheitsbeauftragte sind eine wichtige Zielgruppe im gesamten Thema Sicherheit. Der Studiengang ist ein weiterer Beitrag von DFL und DFB, ein höchstmögliches Maß an Sicherheit rund um Fußballspiele in Deutschland zu gewährleisten", so Helmut Sandrock.

Als Studiumsbester schloss Bernhard Nießen ab, Sicherheitsbeauftragter von Borussia Mönchengladbach: "Es ist unser aller Ziel, dass sich die Zuschauer im Stadion sicher und wohl fühlen. Dieses intensive Studium, das von erstklassigen Dozenten verschiedener Fakultäten vermittelt wurde, hat uns Sicherheitsbeauftragten viele wichtige zusätzliche Erkenntnisse vermittelt und kommt unserer Arbeit im Verein ganz sicher zu Gute."

2. Studiengruppe beginnt am 24. April



Sven Brux, Sicherheitsbeauftragter des FC St. Pauli: "Alle Kollegen bewerten das Studium durchweg positiv. Es gibt uns dank einer nun größeren Kompetenz auch selbst mehr Sicherheit, etwa in Fragen der Haftung. Und nicht zuletzt wird unser Stellenwert im Verein gestärkt."

Prof. Jörg Winterberg von der SRH Hochschule Heidelberg freute sich über den gelungenen Start dieses besonderen Studiengangs, mit "dem DFL, DFB und die Hochschule Geschichte schreiben". Und die nächsten Studenten stehen praktisch schon vor dem Hörsaal: Am Dienstag, 24. April beginnt die 2. Studiengruppe mit erneut 15 Teilnehmern, die ebenfalls den Abschluss "Zertifizierter Sicherheitsmanager im Fußball" anpeilen.

Die Absolventen des ersten Studiengangs:


Kurt Krägel, Ina Fremd, Tobias Leibrock (alle Hamburger SV), Sascha Binder, Sebastian Dupke (Hertha BSC), Kai Ruben (Borussia Dortmund), Lars Mühlbradt (Werder Bremen), Volker Fürderer (Schalke 04), Oliver Meßthaler (Bayern München), Uwe Matthias (RB Leipzig), Michael Müller (SV Sandhausen), Andreas Kafitz (1. FC Kaiserslautern), Gerald von Gorrissen (DFB), Bernhard Nießen (Borussia Mönchengladbach), Sven Brux (FC St. Pauli).