Derzeit läuft es an der Weser wie am Schnürchen: Seit 20 Pflichtspielen ist Werder Bremen nun schon ungeschlagen. Am Samstag versucht der Deutsche Meister aus Wolfsburg der Serie ein Ende zu setzen. Außerdem spielt unter anderem der Zweite gegen den Dritten: So jedenfalls weist die "Formtabelle" der letzten fünf Liga-Partien die Paarung 1899 Hoffenheim gegen Borussia Dortmund aus (alle Partien ab 15:00 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Nur am allerersten Spieltag der Saison gegen Eintracht Frankfurt mussten sich die Werderaner vor heimischem Publikum mit 2:3 geschlagen geben. An diesem Samstag versuchen sich nun die "Wölfe" daran, der Bremer Erfolgsserie ein Ende zu bereiten.

Bremen reif für den Titel?

Die Hanseaten sind spätestens seit dem 6:0-Auswärtserfolg bei Aufsteiger Freiburg am vergangenen Wochenende mehr als nur ein geheimer Titelaspirant, wie auch Werder-Geschäftsführer Klaus Allofs inzwischen ganz offen anspricht: "Wir gehören sicherlich zu den acht Mannschaften, die Meister werden können. Natürlich wäre es schön, nach dem 34. Spieltag auf dem 1. Platz zu stehen."

Auf Stürmer Claudio Pizarro müssen die Bremer allerdings weiter verzichten. "Bei Claudio wird es von Tag zu Tag besser, aber momentan reicht es einfach noch nicht", erklärte Chef-Trainer Thomas Schaaf auf der Pressekonferenz vor dem Wolfsburg-Spiel. Das könnte die Chance für Angreifer Marcelo Moreno sein. Nach seinem Jochbeinbruch ist er wieder voll einsatzfähig und brennt auf einen Einsatz.

Werder-Kapitän Frings feiert Comeback

Definitiv im Kader wird Kapitän Torsten Frings sein. Der 33-Jährige kehrt nach knapp vierwöchiger Verletzungspause zurück auf den grünen Rasen. Mit einer Innenbanddehnung wird Tim Borowski dagegen weiterhin fehlen. Das gleiche gilt auch für Ersatztorwart Christian Vander (Bauchmuskelzerrung), der erneut durch Sebastian Mielitz ersetzt wird.

"Toll" sei es, was sein Team derzeit anbiete, manchmal sogar "eindrucksvoll wie in Freiburg", sagt Schaaf. Aber der Weg ist noch weit, die noch bevorstehenden Hürden werden nicht niedriger. "Denn wir blicken nicht Monate voraus, sondern auf Wolfsburg - darauf müssen und werden wir uns konzentrieren", bringt der gebürtige Mannheimer es auf den Punkt. "Wolfsburg wird trotz der Mehrbelastung durch die Champions-League auch am Wochenende so stark sein, dass wir eine Topleistung abrufen müssen", erklärt Schaaf weiter.

Wolfsburg muss auf Martins verzichten

Allerdings muss VfL-Trainer Armin Veh auf den wichtigsten defensiven Strippenzieher verzichten: "Wölfe"-Kapitän Josué wird in Bremen aufgrund einer Gelbsperre fehlen, auch Jonathan Santana (Muskelfaserriss) muss passen. Kurzfristig steht auch der nigerianische Nationalspieler Obafemi Martins dem VfL nicht zur Verfügung. Der Stürmer, dem seit geraumer Zeit ein Entzündungsherd am linken Schienbein zu schaffen macht, muss sich in der kommenden Woche einer Operation in Hamburg unterziehen. Wann Martins den "Wölfen" wieder zur Verfügung steht, ist noch unklar.

Trotzdem lässt Veh den Kopf nicht hängen: "Auch wenn Werder lange nicht verloren hat, ist natürlich keine Mannschaft unschlagbar. " Wolfsburgs Chef-Trainer erwartet ein "attraktives Spiel. Wenn man die Großchancen und die abgegebenen Torschüsse nimmt, spielen am Samstag die ligaweit offensivstärksten Teams gegeneinander."

Übrigens - nach der 2:3-Heimniederlage gegen Nürnberg belegt der VfL aktuell Rang 8 der Bundesliga. Wie wenig Aussagekraft derartiges annehmen kann, das bewiesen die "Wölfe" im Vorjahr. Damals lagen sie zur Winterpause punktgleich hinter Werder nur auf Platz neun. Das Ende ist bekannt.



1899 Hoffenheim - Borussia Dortmund

Nach dem deutlichen 4:0-Auswärtssieg in Köln geht Hoffenheims Chef-Trainer Ralf Rangnick zuversichtlich in die Partie, mahnt jedoch zur Vorsicht: "Die Borussia hat im Spiel gegen den Ball deutlich zugelegt. Eine schwierige Aufgabe, die wir über die gesamten 90 Minuten konzentriert angehen müssen. Dann werden wir auch den Anschluss an die Spitzengruppe halten können."

Am Donnerstag konnte Rangnick alle Stammspieler beim Training begrüßen, nachdem die Tage zuvor Carlos Eduardo, Josip Simunic und Sejad Salihovic nur ein reduziertes Trainingsprogramm absolvierten. Einzig Boris Vukcevic drehte einsam seine Runden um den Trainingsplatz. Doch Rangnick ist zuversichtlich, dass er seine Sprunggelenksprobleme bis zum Abschlusstraining überwunden hat. Zurück im Training durfte er auch Andreas Ibertsberger begrüßen, der mit einer Gesichtsmaske erstmals nach seinem Zusammenprall wieder mit der Mannschaft trainierte. "Die Entscheidung liegt bei Andreas, ob er schon bereit ist, am Samstag wieder zum Kader zu gehören", ließ der Chef-Trainer die Tür für Ibertsberger offen.

BVB ohne fünf Leistungsträger in die Rhein-Neckar-Arena

Verletzungssorgen plagen dagegen Borussen-Trainer Jürgen Klopp vor der Partie im Kraichgau. Zu den Langzeitverletzten Sebastian Kehl (Leistenoperation) und Tamas Hajnal (Bänderabriss) gesellten sich nun auch Verteidiger Dede (Innenmeniskus- und Innenbandabriss) und Angreifer Dimitar Rangelov (Mittelfußbruch). Zudem fällt auch noch Nelson Valdez aus. "Er hat sich gestern bei der letzten Aktion im Training eine Muskelverhärtung zugezogen", berichtet Klopp. Für Valdez bestieg der A-Jugendliche Marco Stiepermann den Mannschaftsbus Richtung Sinsheim.

"Wir treffen zum dritten Mal innerhalb kürzester Zeit auswärts auf eine extrem spielstarke Mannschaft", skizziert der BVB-Coach die Ausgangslage, "und wir gehen dementsprechend nicht als Favorit in dieses Spiel." Der BVB, der seit Ende September ungeschlagen ist (drei Siege, drei Unentschieden) möchte mit aller Macht versuchen, "diese positive Serie fortzusetzen. Und wir wollen", so Klopp weiter, "abermals unter Beweis stellen, dass wir ein schwer bespielbarer Gegner sind."



1. FSV Mainz 05 - Hamburger SV

Den 1. FSV Mainz 05 erwartet am Samstag eine harte Nuss: Der Hamburger Sportverein kommt an den Bruchweg. 05-Coach Thomas Tuchel hat vor dem Top-Club aus dem hohen Norden Respekt, allerdings keine Angst. Schließlich könne man nach den Leistungen der vergangenen Spiele mit breiter Brust in die Partie gehen - auch gegen einen Meisterschaftsanwärter wie den HSV.

Tuchel weiß um die Schwere des Matches, will sich aber auch nicht künstlich klein machen vor dem großen Club mit der Raute: "Wir wollen am Samstag ein typisches Heimspiel auf den Platz bringen - mit allem was dazu gehört", kündigt der 36-Jährige an. "In den letzten Heimspielen haben wir den Kreis zwischen Emotion, Leidenschaft und spielerischer Dominanz, Ballsicherheit und gutem Spiel mit dem Ball geschlossen. Wir haben uns zu Hause eine breite Brust zugelegt, haben Selbstvertrauen. Wir wollen nicht nur reagieren, sondern unsere eigenen Spielprinzipien durchbringen. Auch gegen einen Top-Gegner wie Hamburg, der hohe Ansprüche an sich selbst hat", bringt Tuchel seine Absichten für das Spiel auf den Punkt.

Petric zurück im Mannschaftstraining

HSV-Trainer Bruno Labbadia fordert von seinen Spielern gegen die Rheinhessen mehr Durchschlagskraft als zuletzt noch gegen den VfL Bochum. Es gelte nun, Ergebnisse zu liefern. "Wir müssen vor des Gegners Tor wieder konsequenter werden, mehr aus unseren Chancen machen", appelliert der 43-Jährige. "Ich konzentriere mich nur auf die Spieler, die uns zur Verfügung stehen - alles andere kann ich ohnehin nicht beeinflussen", sagte Labbadia auf Nachfragen bezüglich der verletzten Spieler. Kein Wort dementsprechend auch zum Ausfall Jonathan Pitroipas, für den die Partie gegen Mainz nach überstandenen Adduktoren-Problemen zu früh kommt.

Ein leichtes Lächeln der Entspannung zuckte hingegen über das Gesicht des Übungsleiters, als er in den Fällen Marcus Berg, Tunay Torun, Eljero Elia und Jerome Boateng Entwarnung geben konnte: Sie alle werden am Samstag im Kader stehen, wenn die "Rothosen" bei den daheim noch ungeschlagenen 05ern antreten müssen. Erstmals wieder ins Mannschaftstraining ist Ende der Woche Mladen Petric eingetreten. Allerdings musste sich Hamburgs Hoffnungsträger am Freitag direkt wieder mit einer Magen-Darm-Infektion abmelden und fehlt somit im HSV-Kader für das Mainz-Spiel.



Hertha BSC - Eintracht Frankfurt

Ins Berliner Olympiastadion kommt am Samstag mit der Frankfurter Eintracht ein gern gesehener Gast. Gegen kein anderes Team gewann Hertha BSC so häufig wie gegen die Rhein-Main-Metropole (24 Siege). In den letzten vier Heimspielen gegen die Eintracht konnten die Herthaner drei Siege verbuchen. Für Chef-Trainer Friedhelm Funkel ist die Partie gegen Frankfurt aber auch so ein ganz besonderes Spiel. Fünf Jahre lang, von 2004 bis 2009, trainierte der 55-Jährige die Hessen und führte den Verein sogar bis in den Uefa-Cup. Ausgerechnet gegen den Ex-Klub will er nun seinen ersten Sieg mit Hertha BSC einfahren.

Dem "Kicker" gegenüber sprach Funkel von einem "unglaublich, wichtigem Spiel." Zeigte sich für den weiteren Saisonverlauf, aber optimistisch: "Ich will mit Hertha den Abstieg verhindern. Und das schaffe ich auch." Patrick Ebert wird gegen Frankfurt definitiv ausfallen, dessen grippaler Infekt lässt noch keinen Einsatz zu. Als Ersatz könnte der junge Sascha Bigalke von Beginn an auflaufen, sein Bundesligadebüt gegen Stuttgart war vielversprechend. Ein Fragezeichen steht hinter Angreifer Adrian Ramos. Der Torschütze vom vergangenen Wochenende hat sich eine Bänderverletzung im Sprunggelenk zugezogen und konnte zuletzt nicht trainieren. "Ich habe noch Hoffnung, dass Ramos bis zum Anpfiff fit wird, bin aber eher skeptisch", sagt Funkel.

Mit Liberopoulos und Korkmaz gegen die Hertha

Michael Skibbe, der Chef-Coach der Eintracht, kann beim Gastspiel in der Hauptstadt wieder auf den griechischen Stürmer Nikos Liberopoulos zurückgreifen. Auch Ümit Korkmaz ist trotz einem gebrochenen Finger einsatzbereit und "seine Chancen auf einen Einsatz von Anfang an stehen gut."

"Friedhelm Funkel spielt für uns aber eher eine Nebenrolle. Sicherlich, er kennt uns ganz gut, aber ich habe Leverkusen auch sehr gut gekannt. Es muss also kein Vorteil sein, wenn man den Gegner gut kennt", klärt Skibbe die Nachfragen zur Personalie Funkel. Verzichten müssen die Hessen weiterhin auf die Stürmer Cenk Tosun (Patellasehnenreizung), Martin Fenin (Leistenoperation) und Ioannis Amanatidis (Knieoperation), außerdem fällt auch Verteidiger Aleksandar Vasoski mit Kniebeschwerden weiterhin aus.



1. FC Nürnberg - SC Freiburg

Im Duell der Aufsteiger bekommt der "Club" Besuch aus Freiburg. Konnte Nürnberg in der vergangenen Woche einen unerwarteten "Dreier" beim Deutschen Meister Wolfsburg einfahren, so mussten sich die Breisgauer daheim mit 0:6 Werder Bremen geschlagen geben. "Sehr gefährlich", warnt deswegen auch "Club"-Stürmer Marek Mintal vor den angeschlagenen Freiburgern. Allerdings setzt er darauf, dass sein Team nach dem 3:2-Feuerwerk bei den "Wölfen" nachlegt. Das "Phantom": "Wir haben jetzt die große Chance, mit einem ganz wichtigen Sieg an Freiburg vorbei zu ziehen."

Dafür bedarf es aber einer konzentrierten Leistung, verdeutlicht Trainer Michael Oenning: "Wir müssen klug spielen und von Anfang an all' die Dinge einbringen, die wir in den vergangenen Wochen gezeigt haben." Ein Fragezeichen steht eigentlich nur hinter einem Einsatz von Maik Frantz, der wegen einer Verspannung in der Rückenmuskulatur mit dem Training aussetzen musste. Marcel Risse ist nach seiner Knochenhautentzündung noch nicht wieder fit. Verzichten muss der "Club" auch auf Torhüter Raphael Schäfer, der sich beim Sieg in Wolfsburg vergangene Woche eine Tätlichkeit gegen Zvjezdan Misimovic geleistet hatte und vom DFB-Sportgericht für vier Spiele gesperrt wurde.

Zwei Mannschaften auf Augenhöhe

"Die Nürnberger", sagt der Freiburger Trainer Robin Dutt, "haben bislang eine ähnliche Saison wie wir gespielt, sie haben neben den erfahrenen auch junge Spieler in der Mannschaft, die manchmal Fehler machen. Insgesamt schätze ich die Mannschaften ähnlich stark ein." Positiv sieht Dutt zudem das Auswärts-Selbstbewusstsein seiner Mannen: Drei Mal gewannen die Freiburger in dieser Saison bereits in fremden Stadien. Dabei holte das Team mit neun Zählern mehr Punkte, als der Mitaufsteiger aus Nürnberg in seinen bislang sechs Heimspielen. "Wir spielen jetzt dort, wo wir uns am stärksten fühlen: auswärts", sagt Dutt dementsprechend vor der Reise ins Frankenland.

Ob Kapitän Heiko Butscher, der sich im Spiel gegen Bremen eine Schulterverletzung zugezogen hat, im Aufsteigerduell dabei sein kann, wird sich erst kurzfristig entscheiden. Da die Situation noch ungeklärt ist, wollte Dutt auch nicht über mögliche Umstellungen spekulieren. Allerdings dürfte Felix Bastians, die erste Alternative sein, falls Butscher passen müsste. Ansonsten fehlen weiter die angeschlagenen Felix Roth (Muskelfaserriss) und Eke Uzoma (Sehnenreizung), sowie Ömer Toprak, der im Rahmen seines Rehaprogramms individuell trainiert.