München - Sie sollten die Härtetests für den FC Bayern München werden. Schalke hat es probiert, Leverkusen auch, und zuletzt durfte sich Manchester City versuchen. Doch allen drei Teams ist es nicht gelungen, dem deutschen Rekordmeister ein Beinchen zu stellen, geschweige denn ein Tor zu erzielen. Und so bauten die Bayern ihre Serie auf zehn Pflichtspielsiege ohne Gegentreffer in Folge aus. Nun schickt sich 1899 Hoffenheim an, dieser Erfolgsserie ein Ende zu bereiten.

In den weiteren Spielen des Samstagnachmittags des 8. Spieltags empfängt der Deutsche Meister Borussia Dortmund den noch sieglosen Neuling FC Augsburg. In der BayArena kommt es zur der Begegnung zwischen Bayer Leverkusen und dem VfL Wolfsburg. Zudem hat der SC Freiburg Borussia Mönchengladbach zu Gast und der 1. FC Nürnberg duelliert sich mit dem 1. FSV Mainz 05 (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

1899 Hoffenheim - FC Bayern München

Es ist das Spitzenspiel des 8. Spieltags - der Tabellenvierte empfängt den Spitzenreiter. Und auch wenn Hoffenheim gegen die Bayern in sechs Duellen bisher noch nie gewinnen konnte (vier Niederlagen, zwei Remis), hoffen sie auf eine Überraschung.

"Denn ich weiß, wie es sich anfühlt die Bayern zu schlagen. Das ist etwas, das hängen bleibt", sagt Trainer Holger Stanislawski. Vor neun Jahren gelang dem FC St. Pauli mit einem beinharten Verteidiger namens Holger Stanislawski schon einmal die große Überraschung gegen die Münchner. Das Sieger-Shirt mit der Aufschrift "Weltpokalsiegerbesieger" hat der Coach in seiner Raritätenkiste vergraben. "Die Bayern sind in einer Form, wie schon lange nicht mehr. Aber wir wollen sie natürlich schlagen, sonst brauchen wir nicht anzutreten."
Doch die Nachwehen der 0:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln waren in dieser Woche noch spürbar. "Ich habe den Jungs vor Augen geführt, wie leicht sie das Spiel weggeschenkt haben. Wir sind nicht als Kollektiv aufgetreten, jeder hat versucht als Einzelspieler zu glänzen", kritisiert der 1899-Coach. Weniger kommt es dem Fußball-Lehrer dabei auf das Ergebnis an, vielmehr auf die Art und Weise, wie seine Jungs gegen den FCB auftreten werden. "Wir müssen als Mannschaft funktionieren, aktiv Fußball spielen und nicht einfach nur mitspielen. Das Spiel wird ein echter Gradmesser für uns werden." Dabei steht Stürmer Vedad Ibisevic vor der Rückkehr in den Kader. Tobias Weis, Boris Vukcevic und Sejad Salihovic sind dagegen noch keine Optionen. Weiterhin fehlen werden Manuel Gulde (Aufbautraining), Matthias Jaissle (Achillessehnenoperation) sowie Fabian Johnson (Bandscheibenvorfall).

"Wir wollen kompakter stehen." Diesen Satz predigte FCB-Trainer Jupp Heynckes seit seinem Dienstantritt. Und seine Spieler haben ihn bereits verinnerlicht. Denn die Null steht beim FC Bayern München und das nun schon seit zehn Pflichtspielen in Folge. In Hoffenheim begeben sich Münchner nun auf die Jagd nach der 1.000er Marke. Wenn Torwart Manuel Neuer gegen die Kraichgauer nämlich auch nach 72 Spielminuten den Ball nicht aus dem eigenen Netz holen musste, dann wäre der Spitzenreiter seit 1.000 Minuten ohne Gegentreffer. Doch was ist das Geheimnis dieses Bollwerks? "Wir arbeiten zusammen. Jeder läuft für den anderen, unterstützt den anderen, spricht mit dem anderen", verrät Nationalverteidiger Holger Badstuber. Ob der erkrankte Abwehrmann die Reise in den Kraichgau mit antreten kann, ist allerdings noch fraglich. Vor einer Rückkehr in die Startelf des Rekordmeisters steht indes Arjen Robben. Heynckes kündigt an, dass der niederländische Nationalspieler "vielleicht von Anfang an" spielen werde, tritt zugleich aber auf die Euphoriebremse: "Es sind erst sieben Bundesligaspiele gespielt. Ich habe es noch nicht erlebt, dass schon nach sieben Spielen der Meister gekürt wird."




Borussia Dortmund - FC Augsburg

Jubiläum für den Deutschen Meister: Borussia Dortmund bestreitet gegen den noch sieglosen Neuling aus Augsburg sein 1500. Bundesliga-Spiel. Das soll natürlich mit einem "Dreier" vor dem heimischen Publikum gefeiert werden. Doch Obacht, das vergangene Heimspiel gegen Hertha BSC ging verloren. Und die Berliner sind bekanntlich ebenfalls ein Aufsteiger.

Die Dortmunder sind also gewarnt. Nach der vermeidbaren 0:3-Niederlage am vergangenen Mittwoch in der Champions League bei Olympique Marseille sieht Trainer Jürgen Klopp weder ein Mentalitätsproblem noch mangelnde Klasse in seinem Team: "Wir können kicken, haben eine Super-Einstellung, aber nicht die Ergebnisse, die wir uns wünschen. Wir waren in den vergangenen vier Spielen die dominierende Mannschaft, haben dafür aber nur vier Punkte bekommen. Das finde ich ein bisschen dünn." Die Angriffe seien nicht immer gut vorbereitet und noch öfter nicht gut abgesichert: "Wir sind zuallererst eine Mannschaft, die ganz, ganz wenige Torchancen des Gegners zulassen will. Wir wollen stabil stehen und dann selbst Tore schießen. Im Moment kriegen wir sie und machen keine." Das soll sich gegen Augsburg nun ändern. Erstmals in dieser Spielzeit will der Deutsche Meister zwei "Dreier" in Folge feiern. "Wir haben jetzt die Chance auf eine Trotzreaktion - egal in welcher personellen Konstellation", sagt Klopp. Fraglich sind noch die Einsätze von Mario Götze, Lukasz Piszczek, Moritz Leitner (Zerrung in der Kniekehle) sowie Mohamed Zidan(Oberschenkelbeschwerden). Marcel Schmelzer (muskuläre Beschwerden) fällt definitiv aus.

Von Tag zu Tag steigt hingegen die Vorfreude bei den Augsburgern auf den Auftritt im Signal Iduna Park. "Es wird eine großartige Erfahrung für jeden einzelnen Spieler im größten deutschen Stadion und jeder möchte dabei sein", äußert sich Trainer Jos Luhukay: "Es stellt sich die Frage, wie geht jeder einzelne Spieler mit dieser neuen Situation und dem größerem Druck um." Wie die "Remis-Könige" (vier Remis in sieben Spielen) die Partie angehen werden, lässt der Übungsleiter noch offen. "Wir müssen 100 Prozent konzentriert sein und dürfen nicht nachlässig sein oder passiv werden", verrät der Niederländer. "Wir werden an uns glauben und uns gegenseitig im Kollektiv helfen, damit das scheinbar Unmögliche möglich wird." Personell kehrt Abwehrspieler Sebastian Langkamp nach seiner Rotsperre wieder in den Kader zurück. Als einziger Spieler der zuletzt verletzten Akteure könnte Rechtsverteidiger Dominik Reinhardt wieder eine Alternative sein. Noch gedulden müssen sich dagegen Andrew Sinkala, Stephan Hain, Marcel Ndjeng, Torsten Oehrl und Paul Verhaegh.




Bayer Leverkusen - VfL Wolfsburg

War der hart erarbeitete 2:0-Sieg unter der Woche in der Champions-League gegen den KRC Genk die erhoffte Trendwende für Bayer 04 Leverkusen? Das wird sich nun im Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg zeigen. Die Vorzeichen stehen nicht schlecht, konnten die Niedersachsen in 14 Versuchen doch noch nie in der BayArena gewinnen (drei Remis, elf Niederlagen).

Auch deshalb ist Bayer-Trainer Robin Dutt zuversichtlich, dass die Seinen den Vergleich mit der Truppe von Felix Magath erfolgreich gestalten werden. "Wir befinden uns in einer Situation, wo vor allem das Ergebnis zählt. In der Bundesliga haben wir bedingt durch das Köln-Spiel drei Punkte zu wenig auf dem Konto. Das hängt uns noch nach. Der Erfolg gegen Genk hat die Schmerzen etwas gelindert, bei einem Sieg gegen Wolfsburg wäre die Wunde langsam trocken." Auch die Mannschaft scheint sich der Wichtigkeit der Partie bewusst zu sein. "Wir müssen gegen Wolfsburg mit dem Siegen beginnen, sonst ist der Zug nach oben irgendwann abgefahren. Aber wir werden enorm aufpassen müssen, es wird sicher kein einfaches Spiel", betont Kapitän Simon Rolfes. Bis auf die langzeitverletzten Tranquillo Barnetta, Michael Ortega sowie Torhüter Rene Adler muss Dutt einzig auf Andre Schürrle verzichten, der am Samstag noch ein Spiel seiner Rotsperre absitzen muss.

Trotz der alles andere als positiven Statistik rechnet sich der Gast aus Wolfsburg durchaus eine Chance bei der Bayer-Elf aus. "Wir haben gute Möglichkeiten, um auch einmal in Leverkusen zu gewinnen. Während dem Gastgeber das Champions-League-Spiel in den Knochen steckt, konnten wir uns die ganze Woche auf die Partie vorbereiten - das ist sicherlich ein Vorteil. Deswegen wollen wir schnell spielen und den Gegner zu Fehlern in der Defensive zwingen", gibt Geschäftsführer und Cheftrainer Felix Magath die Marschroute vor. Außerdem hofft der 58-Jährige auf das Gesetz, dass jede Serie einmal endet - auch eine negative. "Zuletzt haben wir uns dort nicht gut präsentiert, doch das wollen wir jetzt ändern. Es ist wichtig, dass unsere Abwehr steht. Hier haben wir uns deutlich verbessert. Noch fehlt uns die Sicherheit im Aufbau nach vorne - mit jedem Sieg werden wir uns weiterentwickeln, vielleicht schaffen wir das schon am Samstag." Definitiv nicht mit dabei sind die beiden rot-gesperrten Marwin Hitz und Sotirios Kyrgiakos. Aliaksandr Hleb und Thomas Hitzlsperger befinden sich noch im Aufbautraining.




SC Freiburg - Borussia Mönchengladbach

Nur vier Punkte nach sieben Partien, Rang 17 und schon 22 Gegentore - beim SC Freiburg läuft es momentan alles andere als rund. Nun ist auch noch die Überraschungsmannschaft Borussia Mönchengladbach zu Gast im Breisgau. Der letzte Sieg der "Fohlen" bei den Freiburgen liegt allerdings bereits neuneinhalb Jahre zurück.

Die Statistik macht den Gastgebern also durchaus Hoffnung. "Der kommende Gegner ist für uns wieder eine große Herausforderung", meint Trainer Marcus Sorg. "Wir müssen gegen Gladbach als Mannschaft wieder so funktionieren, dass wir möglichst wenig zulassen", stellt der Übungsleiter klar. Das sei auch bei der 2:4-Niederlage am vergangenen Spieltag gegen Schalke 04 eine Stunde lang sehr gut gelungen. "Wir müssen die unbedingte Bereitschaft zur defensiven Organisation mitbringen. Und gleichzeitig den Optimismus, dass wir uns bisher immer Chancen herausgespielt haben. Das macht Mut und diesen Mut nehmen wir mit." Gegen den Tabellendritten muss der SC-Trainer weiterhin auf die verletzten Beg Ferati (Knieverletzung) und Stefan Reisinger (Faserriss im Adduktorenbereich) verzichten. Hinter dem Einsatz von Verteidiger Pavel Krmas (Oberschenkelzerrung) steht noch ein Fragzeichen. Ansonsten dürfte es in der SC-Startelf im Vergleich zum Schalke-Spiel keine großen Änderungen geben.

Seinen Höhenflug fortsetzen will dagegen die Elf vom Niederrhein. Doch Trainer Lucien Favre warnt davor, den kommenden Gegner auf die leichte Schulter zu nehmen. "Ich habe meiner Mannschaft das 0:7 des SC bei Bayern München nicht gezeigt, denn das sagt nicht die Wahrheit über Freiburg aus. Sie hätten auf Schalke 4:1 führen und gegen den VfB Stuttgart gewinnen können", bringt der VfL-Coach zwei Beispiele, warum die Borussen wieder eine Glanzleistung abrufen müssen, um aus Freiburg etwas Zählbares mitnehmen zu können. "In Freiburg wird es schwer für uns. Wir wollen weiter punkten, der Gegner aber auch. Für uns spielt es keine Rolle, ob wir zuhause oder auswärts spielen, wir versuchen immer, nach vorne zu arbeiten, offensiv zu agieren, wenn es sein muss, aber auch Geduld zu haben", erklärt der Schweizer, der auf Mathew Leckie (Muskelfaserriss) und Joshua King (Rückenprobleme) verzichten muss. Die zuletzt etwas angeschlagenen Roman Neustädter und Thorben Marx werden wohl dabei sein.




1. FC Nürnberg - 1. FSV Mainz 05

Der 1. FC Nürnberg steht mit zehn Punkten und Rang 9 nach sieben Spielen ordentlich da. Allerdings zeigten die Franken zuletzt bei der 0:1-Niederlage in Mönchengladbach ihre bisher schwächste Saisonleistung. Daher ist im Heimspiel gegen den die 05er Wiedergutmachung angesagt.

"Ein schlechtes Spiel gestehe ich meiner Mannschaft durchaus ein Mal zu", sagt "Club"-Trainer Dieter Hecking, der bei einem ausführlichen Video-Studium das Team noch ein Mal mit den Bildern konfrontiert hat. "Die Mannschaft war sehr einsichtig", erzählt der Coach von der Sitzung, in der Fehler und Versäumnisse noch einmal genau herausgearbeitet wurden. "Die Herausforderung ist, den Eindruck von Gladbach vergessen zu machen. Wir wollen unbedingt gewinnen", kündigt Hecking an. Und obwohl der kommende Gegner derzeit nur auf Rang 14 steht, ist der Respekt vor den Rheinhessen groß. "Wir sollten uns von den Ergebnissen nicht blenden lassen. Mainz ist taktisch sehr gut, vor allem im Umkehrspiel." Dabei stehen dem Fußball-Lehrer die zuletzt erkälteten Markus Feulner, Almog Cohen und Jens Hegeler voraussichtlich allesamt zur Verfügung. Fehlen wird jedoch mit Sicherheit Christian Eigler, der sich beim Auslaufen am vergangenen Sonntag einen Bänderriss zugezogen hat.

Nach drei Niederlagen in Folge sind die Mainzer auf Rang 14 abgerutscht. Gegen Nürnberg soll nun die Wende her. "Ich erwarte grundsätzlich ein Spiel auf Augenhöhe", meint 05-Coach Thomas Tuchel und fügt hinzu: "Wir sind überzeugt, es auch gewinnen zu können." Von der Qualität seiner Mannschaft ist der Trainer weiterhin überzeugt. "Wir können jedes Bundesliga-Spiel gewinnen und da gehört auch die nächste Partie dazu", sagt Tuchel, der von der Chance auf einen Erfolg in Nürnberg überzeugt ist. "Ob wir die Möglichkeit dann auch ergreifen, steht auf einem anderen Blatt. Die Voraussetzung ist immer die Leistung, die es erst einmal zu erbringen gilt." Die angeschlagenen Spieler der vergangenen Trainingstage werden ihm dabei wahrscheinlich wieder zur Verfügung stehen. Jan Kirchhoff, den ein grippaler Infekt plagte, aber auch Julian Baumgartlinger, Eric Maxim Choupo-Moting und Sami Allagui, die mit diversen Blessuren zu kämpfen hatten. Zum Zuschauen verdammt sind in Franken nur zwei "Nullfünfer": Adam Szalai (Aufbautraining) sowie Fabian Schönheim (Fersenprobleme).