Was in der Vergangenheit ein eher seltenes Bild war, bleibt in dieser Runde auch vor dem 31. Spieltag (Sa., ab 15 Uhr im Live-Ticker) so: Der FC Bayern München befindet sich auch bei Energie Cottbus weiterhin in der Verfolgerrolle.

"Natürlich sind es nur drei Punkte Rückstand, aber solange sich die Wolfsburger keinen Ausrutscher erlauben, haben wir keine Chance", bestätigt Hans-Jörg Butt im Interview mit bundesliga.de. Einen solchen Patzer hat sich der Tabellenführer zwar vor zwei Wochen geleistet, aber eben genau in Cottbus, wo jetzt die Bayern ran müssen. "Dass es schwierig wird, ist jedem bewusst. Cottbus ist eine Mannschaft, die über den Kampf ins Spiel kommt, die aus ihren Möglichkeiten das Optimale macht und durch Geschlossenheit besticht. Wir werden Geduld haben müssen", fordert Butt.

Auch trotz Personalsorgen - Ze Roberto (Kapseleinriss im Sprunggelenk), Christian Lell (Gipsschiene am Sprunggelenk) und Breno (Muskelfaserriss) fehlen definitiv - soll sich die Münchner Niederlage in der Lausitz aus der Vorsaison (0:2) nicht wiederholen. Mut macht allerdings die Rückkehr von Miroslav Klose in den FCB-Kader. "Miro ist ein sehr erfahrener Mann. Mit seiner Präsenz auf dem Platz wäre es wichtig, wenn er zurückkommt", hofft Philipp Lahm. Zunächst wird der Angreifer aber wohl nur auf der Bank sitzen. Franck Ribery (Halswirbelprobleme) absolvierte das Abschlusstraining und steht genauso bereit wie Tim Borowski nach abgesessener Gelbsperre.

Energie ist heiß auf Bayern

"Das Stadion ist ausverkauft, es geht gegen den FC Bayern und wir brauchen vier Spieltage vor Schluss Punkte für den Klassenerhalt - wer da noch motiviert werden muss, sollte sich einen anderen Beruf suchen", erklärt Bojan Prasnikar. Der Vorjahreserfolg sei zwar nur noch eine schöne Erinnerung, aber auch noch immer ein Beweis dafür, dass nichts unmöglich ist.

Der Trainer hat für das Duell auch wieder mehr Alternativen zur Verfügung. Cagdas Atan und Ivica Iliev stehen nach ihren Blessuren wieder voll im Training. Ob beide den Trainingsrückstand vollständig aufgeholt haben und von Beginn an dabei sind, ließ Prasnikar offen. Ein Extra-Lob verteilt der Trainer indes für Timo Rost, der wegen anhaltender Beschwerden nach wie vor kaum trainieren kann. "Er hat einen unglaublichen Willen und wird auch gegen Bayern voran marschieren", so der Trainer. Auch Stiven Rivic könnte nach langer Verletzung erstmals im Kader stehen.


Hertha BSC - VfL Bochum

Im Berliner Olympiastadion treffen Gegensätze Titeltraum und Abstiegskampf aufeinander. Die Hertha - vier Zähler hinter Wolfsburg zurück - will in Lauerstellung bleiben. "Wichtig ist es jetzt, gegen Bochum zu siegen. Das ist die Grundvoraussetzung für den Endspurt", sagt Manager Dieter Hoeneß im Vorfeld und warnt: "Das Spiel sieht nach einem Pflichtsieg aus, aber Bochum ist stark." Torwart Jaroslav Drobny hat zwar noch gute Erinnerungen an seine Zeit beim VfL, Geschenke will er trotzdem nicht verteilen: "Ich wünsche mir, dass der VfL in der Liga bleibt, allerdings werden wir nicht unbedingt dabei Hilfestellung leisten."

Nach abgesessener Rotsperre könnte Berlins Top-Stürmer Andrey Voronin (11 Tore) wieder in der Startelf stehen. Im Mittelfeld muss Trainer Lucien Favre allerdings umbauen: Maximilian Nicu und Fabian Lustenberger fehlen verletzungsbedingt und Gojko Kacar sah beim HSV die fünfte Gelbe Karte. Außerdem ist Arne Friedrich nach seiner Meniskus-OP noch nicht wieder fit und muss weiter auf sein 200. Bundesligaspiel warten.

Aber auch die Gäste haben Personalsorgen. Shinji Ono, Christian Fuchs, Oli Schröder und Diego Klimowicz reisen gar nicht erst mit in die Hauptstadt. Philipp Bönig und Stanislav Sestak sind angeschlagen. Der VfL baut besonders auf Top-Stürmer Sestak, der bereits neun Mal einnetzte. Trainer Marcel Koller rechnet sich dennoch Zählbares im Kampf um den Klassenerhalt - aktuell ist Bochum 14. - aus. "Gegen uns kommen 70.000 und brüllen. Da hoffe ich, dass die paar Tausend Bochumer am Ende zu hören sein werden. Denn das hieße, dass wir ein gutes Spiel abgeliefert hätten", so der Schweizer.


Borussia Dortmund - Karlsruher SC

Fußball-Dortmund schwimmt auf einer Welle der Euphorie, weil die Borussia mit einem siebten Sieg in Folge einen neuen Vereinsrekord aufstellen kann. Trainer Jürgen Klopp ist mit der Serie schon zufrieden, will aber mehr: "Wir müssen nicht viel verändern, aber den Einsatz nochmal erhöhen!" Respekt vor Schlusslicht KSC ist durchaus vorhanden. "Die Mannschaft hat Qualität. Wir hatten jemanden da, der Ede Becker über die Schulter geschaut hat", sagt Klopp.

Für Tamas Hajnal, den letztjährigen Karlsruher Helden (acht Tore, neun Vorlagen), wird es ein ganz besonderes Spiel. "Für Europa muss auch mein KSC dran glauben", sagt der Ungar, der schon im Hinspiel das Siegtor vorbereitet hatte, aber deshalb keine Gewissensbisse verspürt. Hajnal tröstet sich und alle Karlsruher: "Wir spielen ja auch noch gegen die gefährdeten Teams aus Bielefeld und Gladbach. Ich verspreche allen Karlsruhern, dass wir sie ebenfalls mit aller Macht schlagen wollen. Vielleicht reicht's dann ja doch für den KSC."

Gäste-Trainer Edmund Becker, der sein Team "vor einer doppelten Herausforderung" sieht - "erstens gegen diese starke Mannschaft zu bestehen und zweitens vor dieser Kulisse" - ist zu Umstellungen gezwungen. Marco Engelhardt wird für den an einer Oberschenkelzerrung laborierenden Michael Mutzel von Beginn an spielen, auf der linken Außenbahn, soll Alexander Iashvili den Kollegen Antonio da Silva (Gelbsperre) vertreten. Dino Drpic will trotz Oberschenkelprellung unbedingt spielen. Über seinen Einsatz in der Innenverteidigung neben Maik Franz wird kurzfristig entschieden.


1899 Hoffenheim - 1. FC Köln

So beeindruckend Hoffenheims Hinserie war, so ernüchternd liest sich die Bilanz seit der Winterpause: Nach dem Auftaktsieg gegen Cottbus wartet 1899 nun schon seit zwölf Spielen auf einen "Dreier". Auch für Köln, das als Elfter zwei Plätze hinter dem Mitaufsteiger im gesicherten Mittelfeld liegt, geht es nicht mehr um viel. 1899-Trainer Ralf Rangnick erwartet aber trotzdem ein heißes Duell: "Das Hinspiel war eine sehr emotionale Partie. Vermutlich wird auch dieses Spiel wieder sehr körperlich geführt."

Der Einsatz von Marvin Compper ist noch fraglich, Andreas Beck ist nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt und Selim Teber (Knöchelverletzung) fehlt. Dagegen kann der Trainer wieder mit Per Nilsson planen, und Winterneuzugang Fabricio könnte zu seinem Startelf-Debüt in der Bundesliga kommen.

"Wir wissen, dass wir bisher Großartiges geleistet haben", lobt FC-Coach Christoph Daum sein Team schon jetzt, warnt aber vor zu viel Lässigkeit: "Der Klassenerhalt ist rechnerisch noch nicht perfekt. Von außen wird unseren Spielern vermittelt, dass wir die Klasse schon gehalten hätten. Wir wollen jetzt unsere Ziele aus eigener Kraft erreichen." Milivoje Novakovic, der mit zwölf Treffern neben Patrick Helmes der gefährlichste Äuswärts-Schütze ist, will sein persönliches Konto von 16 Treffern weiter ausbauen.


Hannover 96 - Eintracht Frankfurt

Erstmals seit über einem Jahr können die Niedersachsen drei Spiele in Folge gewinnen. Schön und gut, aber nicht genug für Dieter Hecking. "30 Rückrundenpunkte sind möglich, wenn wir die ausstehenden vier Partien für uns entscheiden. Diese Ausbeute wollen wir anstreben", formulierte der Trainer selbstbewusst das Ziel.

Das Lazarett der "Roten" ist allerdigns angewachsen. Zu den Langzeitverletzten Valerien Ismael, Steven Cherundolo, Chavdar Yankov, Vinicius und Jan Rosenthal gesellten sich Leon Balogun (muskuläre Probleme), Altin Lala (Zerrung), Jiri Stajner (Sprunggelenk) sowie Mike Hanke (Halsentzündung). Darüber hinaus droht mit Leon Andreasen (Adduktorenprobleme) eine weitere Stammkraft auszufallen.

In Sachen Ausfälle führt die Eintracht sogar im Vorfeld mit 10:9. Aleksandar Vasoski, Christoph Preuß (beide Reha nach Knie-OP), Benjamin Köhler (Kapselverletzung im rechten Knie), Ioannis Amanatidis (Trainingsrückstand nach Knie-OP), Juvhel Tsoumou (Knie-OP), Jan Zimmermann (Schambeinentzündung), Caio (Abzess am Oberschenkel), Kreso Ljubicic (Nasen-OP), Chris (Gelbsperre) und Leonard Kweuke (Hüftverletzung) müssen passen. Dennoch wird Friedhelm Funkel eine schlagkräftige Truppe ins Rennen, um die letzten Punkte für den sicheren Klassenerhalt (Platz 13, 32 Punkte) zu sammeln.

Einen ausführlichen Vorbericht zum Top-Spiel Stuttgart - Wolfsburg finden Sie hier!