München - Es ist die Frage, die die ganze Bundesliga beschäftigt: Wann stolpert der FC Bayern München? Fakt ist: Der Rekordmeister wirkt so stark wie selten zuvor, dominiert die Liga scheinbar nach Belieben. Acht Siege aus den ersten acht Partien sowie das Torverhältnis von 26:2 belegen dies eindrucksvoll.

Doch es sind nicht allein die nackten Zahlen, die die Dominanz des FCB unterstreichen. Es ist das Auftreten von Bastian Schweinsteiger, Mario Mandzukic und Co. Jeder der acht Siege wurde mit mindestens zwei Toren Differenz eingefahren. Knapp wurde es nur in Bremen, als Werder bis zur 81. Minute ein 0:0 hielt - trotzdem hieß es nach einem schnellen Doppelschlag am Ende 2:0 für die "Roten".

"Brauchen einen Sahnetag"



"Als Gegner musst du einen absoluten Sahnetag erwischen, um in München etwas zu holen und die Bayern selbst nach Möglichkeit nicht", sagt Rudi Völler, Sportdirektor des kommenden Gegners Bayer Leverkusen, gegenüber dem Bayern-Magazin: "Wir waren einige Male nahe dran, aber dann hat doch der letzte Tick gefehlt. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf und werden es an diesem Sonntag auf ein Neues versuchen.”

Positiv denken lautet also die Devise bei den Rheinländern, was ob der Bayer-Bilanz in München durchaus angebracht ist. Seit 23 Jahren hat die "Werkself" in München nicht mehr gewonnen. Insgesamt nahm Leverkusen aus 33 Besuchen in der bayrischen Landeshauptstadt nur in acht Spielen Punkte mit (zwei Siege, sechs Remis). "Das wird sehr schwer für uns. Aber man weiß ja nie: Im Fußball ist alles möglich. Wir werden unser Bestes geben, um etwas mitzunehmen aus München. Das wäre sehr gut", gibt sich Bayer-Teamchef Sami Hyypiä leicht optimistisch.

Ribery und Martinez fehlen



Dabei darf Bayer aktuell durchaus mit breiter Brust in die Allianz Arena reisen. Seit fünf Spielen ist Leverkusen ungeschlagen, holte in dieser Zeit zwei Siege und drei Unentschieden. In der Europa League feierte die Mannschaft am Donnerstag bei Rapid Wien sogar einen deutlichen 4:0-Erfolg. Doch Hyypiä weiß, dass "das ein ganz anderes Spiel als gegen Rapid" wird, zumal der Finne neben dem bereits länger verletzten Renato Augusto auch noch auf Michal Kadlec verzichten muss. Die Einsätze von Stefan Reinartz und Sidney Sam sind wegen Muskelproblemen fraglich.

Trotz eigener Ausfälle dürfte die Personallage beim Rekordmeister Bayer jedoch wenigstens ein bisschen Hoffnung machen. Javier Martinez, der Probleme mit den Adduktoren hat, und Franck Ribery (Oberschenkelprobleme) fehlen. "Ich werde kein Risiko eingehen. Dafür ist Franck zu wertvoll", hatte Jupp Heynckes noch am Freitag gesagt.

Robben im Kader



Eine Alternative für den Trainer könnte wieder Arjen Robben sein, der am Freitag erstmals nach seiner vierwöchigen Verletzungspause mit der Mannschaft trainierte und vor Spielfreude nur so sprühte. "Er hat gut trainiert, ist schmerzfrei, hat das ganze Programm durchgezogen", so Heynckes. Der Niederländer wird gegen Bayer wieder zum Kader gehören, aber nicht in der Startelf stehen.

Robben zwar dabei, aber womöglich noch nicht ganz der Alte, Ribery und Martinez fehlen - besser können die Chancen für einen Leverkusener Sieg in München kaum stehen.

Gregor Nentwig




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