Nachdem der 21. Spieltag mit dem traidtionsreichen Revierderby zwischen Dortmund und Schalke gestartet ist, stehen am Samstagnachmittag wie üblich fünf Partien auf dem Programm ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Die Bayern treten beim "Angstgegner" Köln an, Leverkusen will in Nürnberg in der Verfolgerspur bleiben und in Hannover steigt das Niedersachsenderby. Alle Infos zu den fünf Spielen...

1. FC Köln - FC Bayern München

Die Bayern kommen ins Rollen: Der Rekordmeister gewann sieben der letzten acht Pflichtspiele, nur in Wolfsburg gab es ein 1:1-Unentschieden. Doch vor dem Auftritt in Köln ist das Team von Trainer Louis van Gaal personell arg gebeutelt. Verletzt sind nach wie vor Ivica Olic, Toni Kroos und Diego Contento. Kurzfristig musste nun auch Superstar Arjen Robben seinen Einsatz absagen. Den Niederländer plagt seit Tagen eine Erkältung. Erstmals nach seiner am ersten Rückrunden-Spieltag in Wolfsburg erlittenen Knieverletzung wird dafür Franck Ribery wieder zum Kader der Bayern zählen. Ob der Franzose, der erst zu Beginn der Woche wieder das Mannschaftstraining aufgenommen hat, nach knapp dreiwöchiger Spielpause von Beginn an spielen wird, ließ van Gaal offen. "Das muss ich noch überlegen", meinte er. Damit stehen van Gaal insgesamt nur 16 Profis in Köln zur Verfügung. Er sieht das aber gelassen: "Das ist kein Problem. Ich kann ohnehin nur drei Spieler einwechseln."

In den letzten vier Bundesligaspielen gegen Köln konnten die Bayern nicht mehr gewinnen. Nach einer Niederlage unter Jürgen Klinsmann gab es unter van Gaal zuletzt drei Unentschieden (0:0 / 1:1 / 0:0). "Köln ist für mich kein guter Gegner. Ich habe zwar noch nicht verloren, aber Unentschieden sind immer schlecht", sagte der Niederländer. Zumal sich die Bayern im Kampf um die Champions-League-Plätze keine Blöße mehr geben dürfen.

In der Domstadt herrscht nach dem 0:3 auf St. Pauli Alarmstimmung, die Coach Frank Schaefer zu beruhigen sucht: "Wir haben noch 14 Spiele Zeit die nötigen Punkte für den Klassenerhalt zu holen. Wir brauchen eine außergewöhnliche Leistung und es muss alles passen. Bayern München ist bei aller Qualität aber auch immer wieder anfällig. Es liegt an uns, diese Dinge auszunutzen." Insbesondere aufgrund der Stärke des Gegners legt Schaefer aber höchste Priorität auf die Defensive, in der Pedro Geromel nach abgesessener Gelb-Sperre wieder zur Verfügung steht. Neben Geromel wird auch Youssef Mohamad wieder auflaufen, dem der Trainer sehr gute Schritte nach vorne bescheinigte. Nicht zur Verfügung stehen hingegen Petit, Sebastian Freis, Christopher Schorch und Kevin McKenna (alle Trainingsrückstand).




1. FSV Mainz 05 - SV Werder Bremen

Vor dem Hinspiel gegen Bremen vor einem knappen halben Jahr hatte Thomas Tuchel gesagt, die Bremer seien eine der Top-Vier-Mannschaften in Deutschland. Aktuell stehen die Hanseaten nur drei Punkte vor dem Relegationsplatz. Von seiner hohen Meinung über die Bremer möchte der Mainzer Trainer dennoch nicht abrücken: "Bremen ist brandgefährlich. Wenn sie ihr Potenzial ausschöpfen, sind sie für jede Bundesligamannschaft der gefährlichste Gegner."

Ein bitterer Beigeschmack des gerade gefeierten 1:0-Siegs beim 1. FC Kaiserslautern auf Mainzer Seite ist der Kreuzbandriss von Adam Szalai. Trotz des qualitativ starken Gegners wollen die 05er ihre eigene kleine Serie brechen. Zuhause haben die Mainzer die letzten fünf von sechs Partien verloren, oft knapp und unglücklich mit 0:1. "Wir sind in der Heimtabelle nur auf Platz 10, aber es gibt Schlimmeres für Mainz 05. Es wäre schön, wenn die Jungs mal wieder in Führung gehen, ein Tor schießen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt", schmunzelte der Trainer, der seine Mannschaft gut gewappnet und auch trotz der letzten Heimniederlagen zuversichtlich sieht, auch endlich wieder am Bruchweg punkten zu können. "Klar ist: Bremen wird hier nicht herfahren, um zu verlieren. Wir werden alles in die Waagschale werfen müssen wir einen Sieg und sind gefordert, die Bremer daran zu hindern, ihr enormes Potenzial abrufen zu können."

Werders sportliche Leitung ist optimistisch, dass die Mannschaft die richtigen Lehren aus der Niederlage gegen den FC Bayern gezogen hat. Beim 1:3 in der Vorwoche "haben wir uns lange Zeit gute Möglichkeiten herausgespielt und auch in der Defensive besser gearbeitet. Wir müssen aber festhalten, dass wir es dem Gegner zu einfach gemacht haben, zum Torerfolg zu kommen", konstatierte Trainer Thomas Schaaf. Geschäftsführer Klaus Allofs glaubt daran, dass die Mannschaft den eingeschlagenen Weg in die richtige Richtung fortsetzt: "Wenn man die Arbeit im Training verfolgt, sieht man, dass die Voraussetzungen sehr gut sind". Nicht sehr gut ist allerdings die Personalsituation an der Weser. Torhüter Tim Wiese fehlt Rot-gesperrt, Tim Borowski plagt eine Grippe, Daniel Jensen ist noch in der Reha. Immerhin gab Marko Arnautovic "grünes Licht", auch Claudio Pizarros Nackenprobleme sind ausgestanden.




1899 Hoffenheim - 1. FC Kaiserslautern

Seit dem 4:0-Erfolg gegen Hannover 96 am 31. Oktober 2010 hat Hoffenheim kein Heimspiel mehr gewonnen. Ein Sieg im Derby gegen Kaiserslautern wäre Balsam für die geschundene Fan-Seele. "Wir wollen vor eigenem Publikum zeigen, dass wir so präsent sein können wie auf Schalke", sagte Marco Pezzaiuoli, der zwei Tage vor dem Spiel einen Cheftrainervertrag unterschrieb. Neuzugang Ryan Babel hofft ebenfalls auf die Unterstützung der Fans: "Ich freue mich auf mein erstes Spiel vor heimischen Publikum", sagte der 24-Jährige und fügte hinzu: "Ich glaube, dass wir mit unserer jungen Mannschaft und zusammen mit den Fans eine Menge erreichen können."

Pezzaiuoli rechnet mit einem Kampfspiel. "Uns erwartet ein Fight. Der FCK ist in den Zweikämpfen sehr aggressiv. Deshalb müssen wir kompakt stehen und den Gegner zu Fehlern zwingen", erklärte der Trainer, der personell nicht ganz aus dem Vollen schöpfen kann: Boris Vukcevic droht aufgrund eines grippalen Infekts auszufallen. Hinter den Einsätzen von Tobias Weis (Mittelfußprellung) und Isaac Vorsah (Hüftverletzung) stehen auch noch Fragezeichen.

1:5 bei Bayern München, Pokal-Aus beim MSV Duisburg und dann die Derby-Niederlage gegen Mainz 05: Keine Frage, es war keine gute Woche, die der FCK zuletzt zu verarbeiten hatte. Mindestens einen Punkt wollen sich die "Roten Teufel" nun in der Partie am Samstag zurückholen. "Die letzten Ergebnisse waren nicht befriedigend, aber wir wissen um was es geht und werden alles geben, um die Punkte mit in die Pfalz zu nehmen", erklärte Mathias Abel. Der Innenverteidiger wird den verletzten Martin Amedick (Muskelfaserriss) ersetzen. Deutlich besser als bei Amedick sieht es bei Ivo Ilicevic aus, der am vergangenen Wochenende noch verletzt passen musste. Der Offensivspieler steht wieder voll im Training und könnte gegen Hoffenheim möglicherweise zusammen mit Neuzugang Adam Hlousek die neue Flügelzange bilden. FCK-Chefcoach Marco Kurz erwartet eine Mannschaft, die sich besonders durch ihr technisches Offensivspiel und eine robuste Abwehr auszeichnet. "Wir müssen uns ins Spiel rein kämpfen und an unseren eigenen Stärken glauben, auch wenn wir momentan sicher nicht vor Selbstbewusstsein strotzen", so Kurz.




Hannover 96 - VfL Wolfsburg

Auch wenn 96-Cheftrainer Mirko Slomka das bevorstehende Niedersachsen-Duell zwischen Hannover und Wolfsburg augenzwinkernd als "Sparflammen-Derby" bezeichnet: Viel Feuer ist trotzdem drin in der Partie! Schließlich warten auf die Zuschauer in der AWD-Arena eine umgekrempelte "Wölfe"-Elf und andere spannende Personalien. Gleich sechs neue Spieler präsentierte der Club aus der Autostadt kurz vor Transferschluss. Ob die neue quantitative Steigerung des Personals sich beim Tabellenzwölften auch sofort qualitativ auswirken wird, bleibt abzuwarten. "Das kann uns auch zugute kommen", sieht 96-Mittelfeldakteur Sergio Pinto durchaus auch eigene Vorteile: "Die können ja keinesfalls eingespielt sein."

Slomka erwartet mit dem früheren Nürnberger Jan Polak, dem Türken Tuncay und Nationalstürmer Patrick Helmes drei Neuzugänge in der Anfangsformation. Die Marschroute legt der 96-Coach trotz der schwer einschätzbaren neuen Personallage und der ernüchternden Bilanz von zuletzt sechs Niederlagen in Folge gegen die "Wölfe" fest: "Wir brauchen einen Heimsieg, denn von hinten gibt es Druck durch den HSV, Freiburg und auch Hoffenheim." Um im Nachbarschaftsduell erfolgreich zu sein, müsse man allerdings wieder auf die erfolgreichen Tugenden zurückgreifen. "Wir müssen wieder effizienter und verbissener werden, um auch gegnerische Fehler zu provozieren", fordert Slomka von seinen Schützlingen. Es gehe außerdem auch darum, "die Vormachtstellung in Niedersachsen zu halten", so Slomka, der am Samstag erneut auf Jan Schlaudraff (Bauchmuskelverletzung) verzichten muss.

Die "Wölfe" wollen die bittere 0:3-Heimpleite gegen Dortmund am vergangenen Spieltag vergessen machen. Da kommt das Derby gerade recht. Inwieweit die sechs Neuzugänge schon helfen können, bleibt abzuwarten. "Ich habe nach den ersten Tagen einen guten Eindruck bekommen, die neuen Spieler sind eine Verstärkung. Aber wir müssen noch das richtige System und die passende Mischung finden. Außerdem ist die Einstellung ein Schlüssel zum Erfolg", äußerte VfL-Cheftrainer Steve McClaren, der vor allem im Angriff mehrere Optionen hat: "Hannover wird nicht einfach, wir treffen auf einen starken Gegner. Es ist wichtig, dass wir kämpfen. Es liegt nur an uns." Gegen 96 muss der Coach auf Mario Mandzukic (Zehenbruch), Sascha Riether (Innenbanddehnung) und Tolga Cigerci (Mittelfußbruch) verzichten, beide werden nicht rechtzeitig fit.




1. FC Nürnberg - Bayer 04 Leverkusen

FCN-Trainer Dieter Hecking sieht sein Team hoch motiviert: "Meine Mannschaft ist hungrig, sie freut sich auf das Spiel gegen Leverkusen. Gegen Hamburg haben wir viele Sachen sehr gut gemacht. Mit dieser Überzeugung müssen wir auch gegen Bayer wieder nach vorne spielen." Gegenüber dem 2:0-Sieg gegen den HSV erwartet Hecking am Samstag eine noch schwerere Aufgabe. "Sie sind nicht umsonst Tabellenzweiter. Sie haben ihr System umgestellt und spielen jetzt mit mehr Effizienz, statt wie früher nur attraktiv." Hecking sieht in Bayers Offensivqualität aber auch einen Chance für den "Club": "Wenn Sie nach vorne spielen, ergeben sich Räume in der Rückwärtsbewegung, die müssen wir nutzen."

Ankommen wird es dann vor allem auf Mehmet Ekici, der nach seiner Gelb-Sperre vorrausichtlich wieder in die Anfangsformation rücken wird. "Es wird auf jeden Fall nicht einfach. Wir müssen als Mannschaft auftreten und von Anfang an aggressiv sein, dann denke ich, dass wir gute Chancen haben", sagte Ekici. Verzichten muss Hecking auf Kapitän Andreas Wolf (Gel-Sperre). Für ihn wird Dominic Maroh neben Youngster Phillipp Wollscheid in die Innenverteidigung rücken. Abwehrspieler Pelle Nilsson kann seit Anfang der Woche wieder im Mannschaftstraining mitmischen und könnte am Samstag "vielleicht ein Bankkandidat werden". Das erhoffte Comeback von Ilkay Gündogan (Haarriss im Mittelfuß) verzögert sich hingegen weiter.

Durch den Sieg gegen Hannover hat sich Bayer Leverkusen zum härtesten Verfolger der Dortmunder aufgeschwungen. Doch Trainer Jupp Heynckes warnt vor den Franken: "Nürnberg verfügt über eine sehr gut organisierte Mannschaft." Daher müsse zunächst einmal die Null in der Defensive stehen, wie Daniel Schwaab betont, denn: "Wir haben in der Offensive so viel Qualität, dass wir immer für ein, zwei Tore gut sind." Auch Rene Adler, der für das Länderspiel gegen Italien am kommenden Mittwoch nominiert wurde, erwartet eine harte Aufgabe: " Nürnberg wird es uns sehr schwer machen. Der 'Club' verkauft sich in dieser Saison wirklich gut. Das ist eine Mannschaft, die nicht leicht zu spielen ist." Entgegen kommt den Rheinländern die personell gute Lage, lediglich Tranquillo Barnetta (Knie-OP) fällt aus.