München - Es ist so etwas wie ein Schicksalsspiel für Eintracht Braunschweig: Trainer Torsten Lieberknecht erwartet "Abstiegskampf pur", wenn das Tabellenschlusslicht am Samstag auf den Vorletzten aus Hamburg trifft (ab 15 Uhr im Live-Ticker).

Mit einem Sieg könnte Lieberknechts Team bis auf einen Punkt an die Hanseaten heranrücken - und sich dann wieder berechtigte Hoffnungen auf den Relegationsplatz machen.

Mentale Stärke ist gefragt

"Am Samstag ist mentale Stärke gefragt", weiß Lieberknecht, der Team und Umfeld auf das Kellerduell einschwört: "Ein Sieg muss her. Den wollen wir mit aller Macht einfahren. Egal wie." 

Die nervliche Anspannung will der Trainer dabei gar nicht leugnen: "Ich habe das erste Mal in dieser Saison das Gefühl, dass die Partie richtig etwas von einem Krimi hat und von vielen mit Spannung erwartet wird", sagte der 40-Jährige.

Situation erkannt und akzeptiert

Die Spur der Freundlichkeit verlässt der Aufstiegs-Coach gegenüber dem Gegner dabei aber nicht. "Wir haben großen Respekt vor den Spielern des HSV. Sie haben eine hohe Qualität in den eigenen Reihen", sagte Lieberknecht, der von einem Einsatz von HSV-Star Rafael van der Vaart ausgeht.

Im Abstiegskampf stecken die Braunschweiger im Prinzip schon, seit sie im Vorjahr den Aufstieg perfekt gemacht hatten. Genau dieser tägliche Umgang mit der Thematik könnte der Eintracht in der aktuellen Situation helfen. Beim Aufsteiger war von vornherein der Existenzkampf vorprogrammiert, bei Gegner Hamburg ist er erst durch gravierende Probleme zur Realität geworden. 

"Wir brauchen einen Hexenkessel"

Die aktuelle Unruhe bei den Hanseaten ist für Lieberknecht aber zweitrangig. "Die Begleitumstände beim HSV spielen keine Rolle für uns. Wir werden uns gewissenhaft auf das Spiel vorbereiten." 

Während es im Hamburger Umfeld brodelt, bittet Lieberknecht um die Hilfe der treuen Braunschweig-Anhänger: "Wir brauchen einen Hexenkessel." Denn: Lieberknecht hat ein bestimmtes Gefühl, "dass wir als Mannschaft und als Verein in besonderen Situation etwas raushauen können".

Christoph Gailer