Hannover - Die beiden schlechtesten Rückrunden-Teams teilen sich die Punkte und kommen weiter nicht vom Fleck. Was sagen die Protagonisten dazu? Die Stimmen zum Spiel Hannover 96 - VfB Stuttgart.

Tayfun Korkut (Trainer Hannover 96): "Das war kein sehr gutes Spiel und auch kein gutes Spiel von uns. Wir haben wieder zu viel liegenlassen und zu viele Zweikämpfe verloren. Das Unentschieden ist nicht genug, das wissen wir alle. Wir werden ganz ruhig weiterarbeiten, die Mannschaft ist intakt."

Huub Stevens (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben gut angefangen. Und wenn man dann 1:0 in Führung geht, muss man das besser ausspielen. Wir sind noch immer 18., aber es gibt noch elf Spiele und da sind noch 33 Punkte zu holen."

"Es ist natürlich nervig momentan"

Ron-Robert Zieler (Hannover 96): "Wir haben uns heute den Sieg vorgenommen - das kann man zuhause gegen den Tabellenachtzehnten natürlich auch erwarten. Das war unsere Zielsetzung, die wir leider nicht erfüllt haben. Wir hatten unsere Möglichkeiten und es war blöd, in der zweiten Hälfte dann dem Rückstand hinterher rennen zu müssen. Dann sind wir wenigstens noch einmal zurückgekommen und haben versucht, auf das zweite Tor zu spielen. Wir haben diesen Punkt jetzt gesichert, aber natürlich wären uns drei Punkte lieber gewesen. Es ist natürlich nervig momentan: Die Bilanz ist wirklich nicht gut, davor dürfen wir die Augen nicht verschließen. Trotzdem brauchen wir jetzt nicht den Kopf in den Sand zu stecken, wir müssen weiter nach vorne schauen - auch wenn wir jetzt schwierige Wochen vor der Brust haben, müssen wir uns der Herausforderung stellen." 

Ceyhun Gülselam (Hannover 96): "Das 1:1 war heute zu wenig für uns. Wir hätten heute drei Punkte holen müssen, aber haben es leider nicht geschafft. Wir sind alle enttäuscht über das Ergebnis. Heute konnten wir unser Spiel nicht umsetzen. Wir hatten zwar die ein oder andere Torchance, aber die Stuttgarter haben viel mit langen Bällen gespielt und es ging häufig um die zweiten Bälle - da waren wir in der ersten nicht so präsent wie in der zweiten Hälfte. Trotz allem müssen wir jetzt nach vorne schauen und Gas geben - das wissen wir alle. Der Knoten muss platzen: Wir müssen wieder einen Sieg einfahren, dadurch Selbstvertrauen tanken und dann kommt der Rest auch wieder."

Dirk Dufner (Sportdirektor Hannover 96) : "Wir sind in einer Position, in der wir einfach punkten müssen. Heute haben wir uns einen Dreier vorgenommen. Das ist uns nicht gelungen und das ist auch bitter, aber auf der anderen Seite muss man in unserer Situation auch mal einen Punkt akzeptieren. Natürlich ist die Situation schwierig und auch nicht ungefährlich. Wir hatten am Anfang durchaus gute Spiele, wo wir uns nicht belohnt haben. Mittlerweile ist die Leichtigkeit, die wir hatten, weg – und jetzt tun wir uns schwer. Wenn einer Mannschaft über einen gewissen Zeitraum die Erfolge fehlen, geht sie eben nicht mit breiter Brust in die Spiele. Wir müssen das durch Erfolgserlebnisse vergessen machen. Dann haben wir die Leichtigkeit wieder und spielen den Fußball, den wir wollen. Wir sind nicht die ersten, die in dieser Situation sind und wir wären auch nicht die ersten, denen es gelingt, da rauszukommen."

"Müssen die Führung über die Zeit bringen"

Robin Dutt (Vorstand Sport VfB Stuttgart): "Wir haben ein gutes Auswärtsspiel gemacht und sind offensiv stark verbessert aufgetreten. Nach der Führung hatten wir noch gute Gelegenheiten, mit denen wir ein zweites Tor hätten erzielen können, insofern hätten wir eher drei Punkte mitnehmen müssen."

Christian Gentner (VfB Stuttgart): "Was dieser Punkt in der Endabrechnung letztlich wert sein wird, lässt sich so kurz nach dem Spiel nicht sagen. Doch die Art und Weise wie wir hier in Hannover aufgetreten sind war gut. Wir waren aggressiv und haben auch ordentlich nach vorne gespielt. Letztlich müssen wir die Führung über die Zeit bringen."

Daniel Ginczek (VfB Stuttgart): "Wir hatten uns für diese Partie viel vorgenommen und auch haben auch alles versucht, um die drei Punkte zu holen. Nach der Führung sah es auch so aus, als ob uns dies gelingen würde. Dass wir dann doch noch einen Gegentreffer kassieren ist bitter. Dennoch können wir optimistisch in die Vorbereitung auf das Heimspiel gegen Berlin gehen."

Daniel Schwaab (VfB Stuttgart): "Es waren gegen Hannover bessere Ansätze als zuletzt zu sehen. In den zehn bis 15 Minuten nach dem Führungstor hätten wir nachlegen müssen. Ein zweites Tor wäre die Entscheidung gewesen. So kehren wir mit einem Punkt aus Hannover zurück, was generell nicht schlecht ist, aber in unserer Situation wäre ein Sieg umso wichtiger gewesen."