Hamburg - HSV-Coach Zinnbauer lobt die stabile Defensive, Kollege Roger Schmidt moniert die unruhige Gangart. Die Stimmen zum Spiel Hamburger SV - Bayer Leverkusen.

Joe Zinnbauer (Trainer Hamburger SV): "Wir wurden oft durch Fouls unterbrochen, beide Mannschaften haben sich von der allgemeinen Hektik anstecken lassen. Leverkusen war spielerisch sicherlich stärker, aber wir hatten unsere eigenen Mittel dagegenzuhalten."

Roger Schmidt (Trainer Bayer Leverkusen): "Was auf dem Platz veranstaltet wurde, hatte wenig mit Fußball zu tun. 90 Prozent unserer Angriffe wurden durch taktische Fouls unterbunden, die fast nie zu Karten geführt haben. Schade, dass wir uns mit der letzten Aktion nicht belohnt haben."

"So zu kämpfen, war schon geil"

Rafael van der Vaart (Hamburger SV): "Es war nicht nur für mich persönlich eine Befreiung, sondern auch für die ganze Mannschaft. So zu kämpfen, war schon geil. Für uns war es wichtig, zu zeigen, dass wir hier die Chefs sind."

Marcell Jansen (Hamburger SV): "Das war ein Kampfspiel, das wir gewonnen haben. Wir haben so gespielt, wie es der Tabellenplatz vorschreibt: Wir haben auf Chancen gewartet, um jeden Meter gekämpft und keine Sekunde nachgelassen. So einfach kann manchmal Fußball sein. Leverkusen hatte in der zweiten Hälfte nur eine Chance, aber da wurde der Tüchtigere heute belohnt. Wir haben wie gegen Dortmund gut gegen den Ball gearbeitet, die Räume eng gemacht und waren aggressiv. Wie die Fans uns heute angefeuert haben, war brutal. Wie das, unten bei uns auf dem Platz ankam war Gänsehaut pur. Wir müssen uns auch weiterhin jeden Punkt erarbeiten. Schöner Fußball ist dann erst Schritt zwei oder drei."
 
Matthias Ostrzolek (Hamburger SV): "Es war ein sehr hitziges Spiel, das sich teilweise hochgeschaukelt hat. Wir haben alle gekämpft. Auch die Zuschauer, der Trainer und die gesamte Bank. Aber auch Leverkusen hat gut gekämpft, wir haben am Ende vielleicht die paar Prozente mehr reingelegt. Alle haben so viel investiert, obwohl es das dritte Spiel innerhalb einer Woche war."

Nicolai Müller (Hamburger SV): "Wir wollten gegenhalten, über Zweikämpfe ins Spiel kommen und keine Fehler machen. Für uns war es heute wichtig, nicht in Rückstand zu geraten. Wir haben das Glück und die Führung heute erzwungen. Die Schlüsselszenen waren für mich der Elfmeter und der Pfostenschuss in der letzten Minute. Ich habe einen Heimsieg lang ersehnt. Das Gefühl, am Ende mit den Fans zu feiern, war einfach super."

Heiko Westermann (Hamburger SV): "Wir haben als Mannschaft gut agiert. Dass wir heute nicht über das Spielerische kommen würden, war klar. Die erste Halbzeit war, glaube ich, die emotionalste, seit ich beim HSV bin. Der Rasen, die Fans, wir Spieler – einfach alles hat gebrannt. Uns war vor der Partie schon klar, dass wir nur über den Kampf eine Chance haben. Und wir hatten heute einfach das Glück des Tüchtigen. Und das hast du nur, wenn du hart arbeitest. Wir haben wieder gesehen, dass es nur als Gemeinschaft geht. Heute können wir den Sieg genießen, wenn ich nachher mit meiner Familie esse, dann geht es mir gut und dann schmeckt auch ein Glas Wein mal. Ab morgen liegt der Fokus dann auf dem Spiel in Wolfsburg, wo wir als klarer Außenseiter anreisen, aber uns wieder als ein Team, eine Gemeinschaft präsentieren wollen."

Valon Behrami (Hamburger SV): "Das war heute mehr Kampf als Spiel. Aller zwei Ballkontakte gab es ein Foul, aber Härte gewinnt manchmal Spiele. Und wie wir Fußball spielen ist völlig egal, die Hauptsache ist, dass wir die drei Punkte haben. Der Druck lag zwar eher bei Leverkusen, aber auch für uns war es keine leichte Situation, mit der wir aber gut umgegangen sind. Es hat Spaß gemacht, solche Spiele gefallen mir."

Johan Djourou (Hamburger SV): "Wir haben alles gegeben. Vielleicht haben wir nicht gut gespielt, aber dafür gepunktet. Und nur das zählt am Ende. Auch heute waren wir nicht fehlerfrei und gehen trotzdem als Sieger vom Platz. So ist der Fußball manchmal."