Gelsenkirchen - Roberto Di Matteo lobt die Willensstärke seiner Elf, Huub Stevens spricht von "einer ganz bitteren Niederlage". Die Stimmen zum Spiel FC Schalke 04 gegen VfB Stuttgart.

Roberto Di Matteo (Trainer FC Schalke 04): "Es war ein sehr hartes und emotionsreiches Spiel. Mein Dank gilt den Fans. Sie haben mit ihrer Unterstützung dazu beigetragen, dass wir die Partie nach dem Rückstand noch gedreht und gewonnen haben. Wir haben sehr gut begonnen, mussten dann aber das 1:1 hinnehmen. Der Ausgleich war ein Rückschlag für uns gegen einen starken Gegner, der gerade bei Kontern sehr gefährlich war. Die zweite Halbzeit lief zunächst gar nicht gut. Das 2:1 der Stuttgarter hat für Unruhe bei uns gesorgt. Aber wir haben uns zum Glück wieder gefangen, was sicherlich auch an den eingewechselten Spielern lag. Die Mannschaft hat bis zum Schluss an sich geglaubt und gezeigt, dass sie lebt. Wir sind sehr glücklich über den Sieg."

Huub Stevens (Trainer VfB Stuttgart): "Das ist eine ganz bittere Niederlage für uns. In der Anfangsphase haben wir Fehler gemacht und lagen hinten. Danach waren wir aber im Spiel und hatten nach dem 2:1 kurz nach dem Seitenwechsel noch Möglichkeiten, den Sack zuzumachen. Aber wenn man seine Chancen nicht nutzt, wird das bestraft. Schalke hat viel Potenzial. Da kamen starke Leute von der Bank, die entscheidenden Einfluss auf die Partie hatten. Es ist schwer, die Jungs jetzt wieder aufzubauen. Aber wir werden das schaffen. Ich glaube nach wie vor an meine Mannschaft.

"Wir haben einen super Charakter gezeigt"

Klaas-Jan Huntelaar (FC Schalke 04): "Dass ich wieder ein Tor geschossen habe, ist natürlich super. Aber noch wichtiger war der Sieg. Ich wusste, dass ich bald wieder efolgreich sein werde, aber man weiß ja nie, wann genau. Das hat viel mit Vertrauen zu tun - mit Selbstvertrauen und Vertrauen von der Mannschaft. Wir haben einen super Charakter gezeigt, auch wenn nicht alles so gelaufen ist, wie wir das wollten. Die Stimmung im Stadion war auch etwas speziell, aber trotzdem haben wir weiter gekämpft. Nach dem 2:2 war für Stuttgart und uns das 3:2 noch drin. Wir haben an uns geglaubt und es dann auch geschafft."

Julian Draxler (FC Schalke 04): "Es war nicht einfach für uns, weil wir mit der ersten Aktion von Stuttgart den Ausgleich zum 1:1 bekommen haben. Ich würde mir wünschen, dass wir eine Führung auch mal sicher ausbauen können. Für mich war die Szene in der 88. Minute ein klarer Elfmeter, doch der Schiedsrichter hat es anders gesehen. Letztlich war es mir aber egal, weil wir danach noch 3:2 gewonnen haben."

Benedikt Höwedes (FC Schalke 04): "Das Wichtigste war einfach, dass wir auch in der schwierigen Phase wieder als Mannschaft aufgetreten sind. Natürlich funktioniert nicht alles. Natürlich steigt das Selbstvertrauen nicht, wenn wir sogar noch einen zweiten Gegentreffer hinnehmen müssen. Aber die Mannschaft ist näher zusammengerückt in dieser Phase und hat noch mal etwas investiert. Der Trainer hat gute Einwechselungen getätigt, die noch Schwung ins Spiel gebracht und maßgeblich daran beteiligt waren, dass wir das Spiel noch drehen konnten."

"Bitter, dass wir wieder mit leeren Händen dastehen"

Daniel Ginczek (VfB Stuttgart): "In der Anfangsphase sind wir gar nicht reingekommen, haben schlecht gespielt und viel zu große Abstände gehabt. Dann haben wir etwas umgestellt und waren mit dem 1:1 dann auch die bessere Mannschaft – wie schon in Wolfsburg oder Augsburg. Hier gehen wir sogar in Führung und können auch das 3:1 noch machen, wenn wir die Aktionen besser ausspielen. Und dann ist es natürlich bitter, dass wir wieder mit leeren Händen dastehen. Jetzt sind es nur noch drei Spiele, also neun Punkte – und davon brauchen wir schon eine Menge, um drinzubleiben."

Martin Harnik (VfB Stuttgart): "Es ist wahnsinnig, dass wir nach solch einem schlechten Start als Tabellenletzter trotzdem dann die Partie drehen und wieder so ins Spiel reinkommen und nach vorne gute Aktionen haben, auch wenn wir diese oft nicht gut genug zu Ende gespielt haben. Aber auch hier haben wir uns das Ding wieder selbst kaputt gemacht durch unsere Fehler – vorne wie hinten. Nach solch einer Leistung dürfen wir hier schließlich nicht mit leeren Händen wegfahren."