Bremen - "Dieser Derbysieg hat eine hohe Bedeutung", sagte ein glücklicher Bruno Labbadia nach dem Spiel in Bremen. "Eine Niederlage gegen den HSV ist immer doppelt bitter", meinte Viktor Skripnik. Die Stimmen zum Spiel SV Werder Bremen - Hamburger SV.

Viktor Skripnik (Trainer Werder Bremen): "Eine Niederlage gegen den HSV ist immer doppelt bitter. In der ersten Halbzeit haben wir zu ängstlich gespielt, in der zweiten Halbzeit war dann endlich eine Reaktion da. Die Spieler sind natürlich selbst frustriert und fragen sich, warum es nicht schon in der ersten Halbzeit vernünftig lief."

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Dieser Derbysieg hat natürlich eine hohe Bedeutung. In der ersten Halbzeit haben wir beeindruckenden Fußball gespielt. Nach dem Bremer Anschlusstreffer hatten wir dann das nötige Quäntchen Glück, das 1:3 war dann der Gnadenstoß."

"Wir haben Hamburg zu einfach vor das Tor kommen lassen"

Zlatko Junuzovic: "Wir wollten heute auf keinen Fall verlieren und dann liegen wir plötzlich mit 0:2 hinten. Das tat sehr weh. Im Anschluss an das 2:1 war die Hoffnung wieder da, aber auch da kassieren wir einen blöden Konter. Wir haben die Hamburger bei langen Bällen und Kontern zu einfach vor das Tor kommen lassen."

Philipp Bargfrede: "Die Niederlage ist mega enttäuschend. Wir haben uns viel mehr vorgenommen, wollten gewinnen. Nach dem frühen 0:1 war es schwer für uns. In der zweiten Hälfte haben wir dann mehr Druck aufgebaut und nach vorne gespielt. Der Konter zum 1:3 tat dann richtig weh."

Felix Wiedwald: "Fünf Niederlagen zu Hause in Folge dürfen nicht passieren. Wir müssen kollektiv wieder kratzen, beißen, wieder dahin kommen, wo wir im letzten Jahr waren und zusehen, dass wir zu Hause die Punkte holen. Wenn uns das nicht gelingt, wird es schwer unten rauszukommen. Wir brauchen unbedingt Punkte."

"Mannschaft hat Charakter gezeigt"

Lewis Holtby: "Heute ist ein fantastischer Abend für die Fans, aber bekanntlich kommt Hochmut vor dem Fall und wir müssen demütig bleiben. Wir haben uns das bis hierhin alles sehr hart erarbeitet und nur so kann es weitergehen. Die Mannschaft hat heute gezeigt, welche Qualität und vor allem welchen Charakter sie besitzt. Denn heute haben einmal mehr Spieler wie Cleber und Sakai geglänzt, die zuletzt weniger zum Einsatz gekommen sind. Genau das zeichnet ein Team aus. Jeder kann sich auf jeden verlassen und der Konkurrenzkampf tut uns allen gut. Jetzt haben wir 21 Punkte und das ist im Vergleich zur letzten Saison nicht schlecht, aber wir haben noch drei schwere Spiele vor der Brust. "

Johan Djourou:"Die Mannschaft hat das heute sehr gut gemacht. Wir waren gut in den Zweikämpfen, hatten viel Ballbesitz und haben im entscheidenden Moment die Ruhe bewahrt. Das war eine sehr schwere Situation, weil von Bremen immer mehr Druck kam, aber wir haben diesem Druck Stand gehalten und mit dem Tor die richtige Reaktion gezeigt. Im Anschluss an das 3:1 haben wir dann einfach sehr gut verteidigt." 

Nicolai Müller:"So ein Derbysieg fühlt sich geil an. Wir funktionieren schon seit Wochen als Mannschaft. Jeder hilft dem anderen. Aktuell tut uns es natürlich gut, dass wir endlich die Chancen nutzen. Wir haben gegen Dortmund und Bremen jetzt jeweils drei Tore erzielt, darauf lässt sich aufbauen. Beim 3:1 habe ich auf meine Chance gelauert, dann Vollgas gegeben, den Weg meines Gegenspieler gekreuzt und dann wohl überlegt eingeschoben (lacht). Das Europa-Gerede interessiert mich überhaupt nicht, sondern mich interessieren die 21 Punkte und die Tatsache, dass wir die Ausfälle von Kacar und Hunt kompensiert haben."

Michael Gregoritsch (alle Hamburger SV)"Es war klar, dass wir heute mehr Spielanteile haben werden, aber wir haben es dann auch richtig gut umgesetzt und Bremen früh eiskalt erwischt. Klar, bei meinem Treffer war erneut etwas Glück dabei und ich wurde eben schon aufgezogen, dass ich jemanden brauche, der die Versuche regelmäßig abfälscht. Aber das ist mir egal, solange ich treffe. Ebenso egal ist mir aktuell die Tabelle. Wir sollten die Kirche im Dorf lassen und uns an die letzten Saison erinnern. Dennoch nehmen wir natürlich wieder wichtige Erfahrungen aus diesem Spiel mit. Das 3:1 haben wir genau zum richtigen Zeitpunkt erzielt und anschließend die Partie sehr souverän nach Hamburg gefahren. Dort werden wir heute mit glücklichen Gesichtern ankommen."