Hamburg - Der Hamburger SV hadert mit seiner Heimschwäche, während der SV Darmstadt 98 sich über den Big Point im Abstiegskampf freut. Die Stimmen zum Spiel Hamburger SV - Darmstadt 98.

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Wir sind natürlich enttäuscht, keine Frage. Wir sind zwar gut ins Spiel gekommen, aber sind dann durch den Gegentreffer aus dem Tritt gekommen. Nach dem Seitenwechsel hatten wir viel Ballbesitz, aber haben kaum Mittel gefunden und viel zu selten in die Tiefe gespielt. Dann haben wir auch noch das ärgerliche 0:2 bekommen und damit wird es gegen Darmstadt verdammt schwer. In dieser Situation haben wir einfach schlecht verteidigt. Insgesamt hatten wir in der zweiten Hälfte zu wenig Szenen wie beim 1:2, sodass Darmstadt aufgrund der Konsequenz in ihrem Spiel verdient gewonnen hat."

Dirk Schuster (Trainer Darmstadt 98): "Wir sind froh und glücklich, drei Punkte aus Hamburg entführen zu können. Wir wollten mit Herz und Leidenschaft agieren und das ist uns gelungen. Aus dem Spiel heraus haben wir wenig zugelassen und die Räume gut zugestellt. Die Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt. Dass es dann nochmal eng wird, ist bei der Qualität der Hamburger ganz normal. Natürlich hätte ich mir die letzten Minuten dann gern erspart, aber ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen. Ich bin stolz auf das Team, auch wie es mit dem kurzfristigen Ausfall von Rajkovic umgegangen ist."

"Mit Ball tun wir uns schwer"

Rene Adler (Hamburger SV): "Es ist Fakt, dass wir uns mit Ball schwer tun. Da haben wir noch extremes Entwicklungspotenzial. Wenn wir gegen einen Gegner wie Darmstadt spielen, der tief steht und uns kommen lässt, dann wird das schwer. Ich muss den Darmstädtern echt meinen Respekt aussprechen, wie sie das mit ihren Mitteln machen. Aber ich will uns auch nicht zu schlecht machen. Wir haben ganz gut angefangen, aber sind einfach wieder zu fahrlässig mit unseren Chancen umgegangen.

Hätten wir unsere Möglichkeit gleich zu Beginn genutzt, so hätte die Partie hier ganz anders laufen können. Wegen der Pfiffe der Fans, natürlich habe ich sie gehört. Aber da dürfen wir nicht zu weich sein. Ich kann es ihnen heute nicht verübeln. Wieder haben wir nicht zuhause gewonnen. Wir alle, Fans und Mannschaft, hatten die Hoffnung auf den riesigen Schritt in Richtung Klassenerhalt. Erst wenn es rechnerisch nicht mehr möglich ist abzusteigen, dann rede ich vom gesicherten Klassenerhalt. Vorher muss mir niemand damit kommen."

Lewis Holtby (Hamburger SV): "Es gibt nicht besonders viel zu sagen, es war einfach kein gutes Spiel von uns. Wir waren heute nicht flexibel und variabel genug. Wir haben sie über einen Standard ins Spiel gebracht und uns das zweite Tor dann durch einen Konter gefangen. Das sind ihre Stärken und wir haben sie dazu eingeladen. Da müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wir haben wieder ein Heimspiel verloren - das siebte in dieser Saison. Wir sind zu dämlich, da muss jeder selbstkritisch genug sein. Darmstadt hat sein Spiel durchgezogen. Jetzt müssen wir zum BVB. Und jeder von uns muss sich dessen im Klaren sein, dass es dort ein ganz schweres Spiel wird. Jeder muss konzentriert, motiviert und mit erhobenem Kopf in diese Partie gehen. Wir konnten die Dortmunder schon häufiger ärgern."

Sven Schipplock (Hamburger SV): "Wir waren eigentlich gut auf den Gegner eingestellt und hatten zunächst die Sache ganz gut im Griff. Wir sind zu einigen Chancen gekommen, auch wenn oft der letzte Pass fehlte. Dann ist es natürlich ärgerlich, dass wir ausgerechnet per Standard das 0:1 kassieren. Wir waren im Vorfeld gewarnt, aber solche Freistöße aus dem Halbfeld sind schwer zu verteidigen. In der zweiten Halbzeit wollten wir dann alles nach vorne werfen und haben uns ärgerlich per Konter das zweite Tor gefangen. Insgesamt haben uns im letzten Drittel die Lösungen gefehlt."

Michael Gregoritsch (Hamburger SV): "Ich kann gar nicht erklären, warum wir so gespielt haben. Es war ein schlechtes Spiel von uns. Wir haben Darmstadt in die Karten gespielt. Sie standen sehr weit hinten drin. Darauf hatten wir dann keine Antwort. Und das wieder zuhause, das ist natürlich enttäuschend."

"Wir sind enorm schwer zu schlagen"

Fabian Holland (SV Darmstadt 98): "Im Endeffekt sind wir einfach froh, mit drei Punkten nach Hause zu fahren. Diese Punkte tun uns gut, an der Ausgangslage hat sich aber nicht viel verändert. Es ist immer noch spannend unten. Wir haben uns immer gut gefühlt, wenig zugelassen - Hamburg hat kaum ein Mittel gegen uns gefunden. Deswegen hatte ich auch zu keiner Zeit das Gefühl, dass etwas schiefgehen könnte. In der letzten Zeit hat man gesehen, dass wir enorm schwer zu schlagen sind. Und das wollen wir auch am kommenden Wochenende zeigen."

Aytac Sulu (SV Darmstadt 98): "Wir hatten bereits in den vergangenen Wochen, speziell gegen Stuttgart, die drei Punkte verdient gehabt. Heute war es das Ziel, das Glück wieder auf unsere Seite zu holen. Beim ersten Tor hatten wir auch ein Stück weit Glück, dass der Ball vom Innenpfosten ins Tor fällt. Ich glaube, dass wir bis auf das Gegentor fast nichts zugelassen und die Räume sehr eng gemacht haben. Wir waren sehr konzentriert, kompakt und hatten sogar die Möglichkeit zum 3:0. Deswegen geht der Sieg voll in Ordnung."

Sandro Wagner (SV Darmstadt 98): "Wir haben zwar in den vergangenen Wochen nicht gewonnen, aber sehr stabil gespielt. Dafür haben wir uns heute belohnt. Offensiv waren wir stärker und defensiv haben wir gut gestanden. Wir hatten vielleicht ein, zwei Nachlässigkeiten, aber das ist normal gegen Hamburg. Insgesamt war es ein völlig verdienter Auswärtssieg und, wenn man sich die Ergebnisse ansieht, ein ganz wichtiger Dreier. Ich bin zuversichtlich, dass wir den Klassenerhalt schaffen können."

Jerome Gondorf (SV Darmstadt 98): "Wir haben versucht, defensiv nichts zuzulassen und offensiv unsere Nadelstiche zu setzen. Ich denke, dass wir heute unsere Möglichkeiten konsequent genutzt haben, auch wenn ich eventuell sogar noch das dritte Tor erzielen kann. Insgesamt geht der Sieg heute absolut in Ordnung, das nötige Glück haben wir uns auch in den vergangenen Wochen erarbeitet."