Gelsenkirchen - Während Königsblau zufrieden ist, hatten sich die Hanseaten nach der frühen Führung mehr erhofft - die Stimmen zum Spiel FC Schalke 04 gegen Hamburger SV.

André Breitenreiter (Trainer Schalke 04): "Schlechter kann man nicht in ein Spiel starten. Ein Missverständnis hat zum 0:1 geführt. Aber die Jungs wollten mit aller Macht den Sieg erzwingen, haben die Köpfe oben gehalten, sich gegen Widerstände durchgesetzt und Moral bewiesen. Wir haben das Spiel verdient gewonnen. Es war wichtig, diese Reaktion zu erleben und in dieser schwierigen Zeit ein Erfolgserlebnis zu haben."

Bruno Labbadia (Trainer Hamburger SV): "Man kann nicht besser in ein Spiel finden als wir es gemacht haben. Aber danach haben wir nicht mehr so stattgefunden wie wir es uns vorgestellt hatten. Wir haben uns im Ballbesitz zu wenig gezeigt und haben Schalke so aufgebaut. Mit dem Platzverweis wurde es noch ein Stück schwieriger, obwohl wir mit zehn Mann besser verteidigt haben als in der ersten Halbzeit. Es war ein verdienter Sieg, weil Schalke mit dem Ball ein ganzes Stück stärker war."

"Sieg für die Köpfe und das Selbstvertrauen"

Klaas-Jan Huntelaar: "So ein Gegentor kann mal passieren. In unserer Situation ist so ein früher Gegentreffer natürlich bitter. Dennoch sind wir gut ins Spiel gekommen und haben weitergekämpft. Wir haben eine gute Moral bewiesen, das war sehr wichtig. Wir sind sehr aggressiv aufgetreten und wollten zeigen, dass der HSV keine Punkte mitnehmen wird. Das ist uns gut gelungen. Bei meinem Treffer habe ich spekuliert, dass Rene Adler etwas weit vor seinem Tor steht. Er war kurz zuvor auch weit draußen und hat eine Flanke abgefangen. Deswegen habe ich es einfach probiert. Zum Glück hat es geklappt. Der Sieg war sehr wichtig für die Köpfe und das Selbstvertrauen. Nach den zuletzt negativen Erlebnissen war es besonders schön. Insgesamt war es für alle Beteiligten ein gelungener Abend. Aber wie nach Niederlagen müssen wir auch den Sieg abhaken und uns auf die nächste Partie konzentrieren. In Köln wollen wir nachlegen."

Alessandro Schöpf: "Das Spiel ist sehr unglücklich angefangen aus unserer Sicht. Wir haben nach dem Rückstand aber Moral bewiesen und uns stark zurückgekämpft. Wir haben immer wieder den Weg nach vorne gesucht und uns viele Torchancen herausgearbeitet. Ich denke, der Sieg ist letztendlich verdient. Die vergangenen Wochen waren nicht einfach für uns. Wenn man dann so bitter in Rückstand gerät, wird es natürlich sehr schwer. Deswegen muss man der Mannschaft ein Riesenkompliment aussprechen. Wir haben alles gegeben, gefightet und unsere Chancen dann auch verwertet. Das gibt uns mit Blick auf die kommende Aufgabe beim 1. FC Köln ein wenig Rückenwind. Wir wollen den Schwung mitnehmen und die Partie genauso angehen. Dann ist auch in Köln was drin."

Roman Neustädter: "Schon in Frankfurt haben wir defensiv gut gestanden und wenig zugelassen. Daran haben wir gegen den HSV angeknüpft und uns zudem unzählige Chancen herausgespielt. Insgesamt war der Sieg hochverdient, auch wenn der HSV in Führung gegangen ist und in der 90. Minute noch den Anschlusstreffer erzielt hat. Beim 0:1 hatten wir ein Kommunikationsproblem. Ich hätte den Ball wegköpfen können, bin auf Zuruf aber davon ausgegangen, dass ihn Ralf Fährmann aufnimmt. Das passiert - wichtig ist, wie wir die Situation angenommen haben und weiter angerannt sind. Wir haben uns ordentlich durchkombiniert und die Fans mitgenommen. Das nächste Ziel ist Köln. Und auch da wollen wir drei Punkte mitnehmen."

"Hätten galliger auf den Sieg sein müssen"

Gojko Kacar: "Wir sind gut gestartet, aber haben insgesamt nicht unser Niveau abgerufen. Wir hatten zu viele Ballverluste in unserem Spiel und zu wenig spielerische Lösungen parat. Der Platzverweis von Johan Djourou hat uns dann leider zusätzlich geschwächt. Der Trainer hat in der Halbzeit gepredigt, dass wir geschlossen bleiben müssen und das haben wir auch versucht, aber es hat leider nicht gereicht. Jetzt müssen wir regenerieren und haben die Chance, gegen Berlin dieses Spiel schnell vergessen zu machen."

Nicolai Müller: "Wir haben es leider nicht geschafft, nach der frühen Führung weiter hoch zu verteidigen. Das ist natürlich sehr schade nach so einem Start. Dabei hatten wir noch ein bis zwei gute Kontermöglichkeiten, bei denen der letzte Pass nicht saß. Letztlich haben wir uns heute einfach mehr vorgenommen und das ist bitter. Dabei war bereits der Ausgleich der Knackpunkt, wenngleich die Gelb-Rote Karte zustätzlich weh tat. Wir sollten jetzt weiter auf uns gucken und haben am Sonntag bereits wieder ein wichtiges Spiel vor der Brust."

René Adler: "Wir haben heute nach der Führung einfach zu wenig investiert. Eine Führung muss dir gerade auswärts Auftrieb geben. Da hätte ein Ruck durch das Team gehen müssen und wir hätten galliger auf den Sieg sein und leidenschaftlicher auftreten müssen. Manchmal kann man so etwas nicht erklären, so läuft es im Sport nunmal. Aber wir müssen einfach in jedem Spiel an unsere 100 Prozent kommen, um erfolgreich zu sein und das ist uns heute nicht gelungen. Das war der Knackpunkt und weniger der Platzverweis oder eine vermeintliche Abseitsstellung vor dem 2:1. Wir sind faire Verlierer und müssen uns an die eigene Nase fassen. Wir müssen jetzt als Team den Kopf hochkriegen und haben gegen Hertha etwas gut zu machen."