Frankfurt - "Die letzte Schlacht muss erst noch geschlagen werden", warf Niko Kovac sofort den Blick auf den letzten Spieltag. "Wir haben keine gute Anfangsphase gespielt", analysierte Thomas Tuchel. Die Stimmen zum Spiel Eintracht Frankfurt - Borussia Dortmund.

Niko Kovac (Trainer Eintracht Frankfurt): "Wir hätten auch mit wehenden Fahnen untergehen können. Aber das wäre falsch, wir mussten diese Taktik spielen. So, wie das Team in den letzten Wochen aufgetreten ist, kann man den Klassenerhalt schaffen. Die letzte Schlacht muss aber erst noch geschlagen werden."

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben keine gute Anfangsphase gespielt und nur schwer Tempo in den Ball bekommen. Nach dem Rückstand wurde unser Spiel aber besser und zwingender. Wir sind mit der Niederlage nicht glücklich, können sie aber akzeptieren."

"Jetzt wollen wir den direkten Klassenerhalt schaffen"

Stefan Aigner: "Das war ein ganz, ganz wichtiger Sieg. Wir haben sehr diszipliniert verteidigt. Nächste Woche werden wir uns nicht abschlachten lassen, jeder weiß, worum geht."

Lukas Hradecky: "Ich bin sehr stolz. Jetzt wollen wir den direkten Klassenerhalt schaffen. Es wird eng, aber jetzt haben wir drei Spiele in Folge gewonnen. Heute haben wir gut gestanden, die Leute haben die Schüsse blockiert. So müssten wir immer spielen, auch mit diesem Glauben. Wir haben drei Mannschaftsabende gemacht, zusammen gegessen, geredet - das hat geholfen. Vorher haben wir das nicht gemacht. Es sind die kleinen Sachen, aber vielleicht sind die entscheidend."

Marco Russ (alle Eintracht Frankfurt): "Wir haben über 90 Minuten gegen den besten Sturm der Liga nicht viele Hochkaräter zugelassen. Wir stehen auf einem Nichtabstiegsplatz, den wollen wir mit allem, was wir haben, verteidigen. Wir treiben jetzt auf einer Welle, auch dank unserer Fans."

"Kein gutes Spiel gezeigt"

Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund): "Es ist uns schwer gefallen, Chancen herauszuspielen. Frankfurt hatte schon gegen Bayern sehr wenig zugelassen. Wir haben heute insgesamt kein gutes Spiel gezeigt. Für unseren Ballbesitzfußball war der Platz allerdings auch nicht ideal. Wir hatten in der zweiten Halbzeit zwar 85 Prozent Ballbesitz, aber wenn die Kugel nur zwei Meter rollt, ist es schwierig, hinter die letzte Linie zu kommen. Wir konnten nicht die Pässe in die Spitze spielen, wie uns das normalerweise gelingt. Deshalb hatten wir die meisten Chancen nur nach Standardsituationen. Leider ist uns auch noch ein reguläres Tor abgepfiffen worden."

Nuri Sahin (Borussia Dortmund): "Das Problem war, das wir in Rückstand geraten sind. Wär uns das nicht passiert, hätten wir irgendwann Räume bekommen. Wir sind dem 0:1 hinterhergerannt. Die Eintracht hinten extrem zu- und die Räume eng gemacht. Wir haben dann alle versucht, aber es hat nicht gereicht. Im Spiel haben wir die Fehlentscheidung beim Kopfball von Mats nicht so wahrgenommen. Solche Fehler passieren, es kommt vor, aber wir wurden sicher auch schon mal vom Glück geküsst."

Sven Bender (Borussia Dortmund): "Die erste Viertelstunde haben wir verpennt, das hat Frankfurt ausgenutzt. Die Eintracht hat leidenschaftlich gut und kompakt verteidigt. Wir haben sie nicht gut genug bespielt, um gefährlich zu werden. Die eine oder andere Möglichkeit, wo wir durchgekommen sind oder durchkommen hätten können, haben wir nicht gut zu Ende gespielt. Wenn wir das 1:1 schießen, läuft die Partie noch anders. Schade, ich hätte gerne 83 Punkte geholt und einen Vereinsrekord aufgestellt. Diese Niederlage tut weh."

Roman Bürki (Borussia Dortmund): "Wir haben immer Power-Play um den 16er gespielt. Wir haben aber nicht die Lösung direkt zum Tor gefunden. Wir hatten Abschlüsse und Chancen, aber die Eintracht hat sich in alles reingeworfen. Man hat gesehen, dass Frankfurt ums Überleben kämpft. Vielleicht hat heute bei uns etwas Glück oder auch der letzte Wille gefehlt."