Dortmund - TSG-Coach Julian Nagelsmann hat eine starke Leistung seiner Mannschaft gesehen, BVB-Trainer Thomas Tuchel ist zufrieden und sehr froh, dass der BVB das Spiel noch gedreht hat. Die Stimmen zum Spiel Borussia Dortmund - TSG 1899 Hoffenheim.

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Wir haben schon zu Beginn gut die Räume auf den Außen gefunden, aber die Hereingaben waren nicht gut genug, um in Führung zu gehen. Hoffenheim hat dann gutes Pressing gespielt und Ballverluste erzwungen, da kamen wir in Bedrängnis. Gegen Ende der ersten Halbzeit haben wir Druck, aber kein Tor gemacht. Nach der Pause haben wir viel investiert - körperlich und mental. Hoffenheim war leidenschaftlich und konsequent. Sie sind ihrer Idee voll gefolgt. Ich bin froh, dass uns das erste Tor gelungen ist. So gab es auf dem Feld und auf den Rängen eine besondere Stimmung. Ich bin vollkommen zufrieden, weil wir wissen gegen wen wir gespielt haben. Das hat mit einem Team auf Platz 17 wenig bis gar nichts zu tun."

Julian Nagelsmann (Trainer 1899 Hoffenheim): "Ich habe die Mannschaft kurz zusammengeholt und ihr einiges gesagt. Das war nach diesem Spiel nicht so einfach. Wir müssen auf der ersten Halbzeit aufbauen; wir waren das gefährlichere Team. Vielleicht können wir das 2:0 machen. Der Mannschaft kann ich nichts vorwerfen. Wir haben bis zum Schluss gerackert. Vor der Halbzeit haben wir den Plan perfekt umgesetzt. Man kann die Rote Karte vertreten, aber sie ist eine harte Entscheidung. Mit elf Mann hätten wir nicht 1:3 verloren. Dortmund hatte vor der Pause keine echte Abschlusschance – das war sehr gut."

"Gündogan hat richtig Dampf gemacht"

Michael Zorc (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Ilkay Gündogan hat richtig Dampf gemacht. Das hat uns geholfen. Wir haben uns viele Chancen erspielt, konnten sie aber erst zum Ende nutzen. Den Platzverweis habe ich nur einmal gesehen – aus meiner Sicht ist er regelkonform, weil Rudy von hinten kam. Gegen Ende war es wie Handball. Zum Glück haben wir die Lücke gefunden. Nach dem 1:1 hatte ich den Glauben, dass wir heute gewinnen. Hoffenheim hat mich nicht überrascht. Das ist eine sehr gute Mannschaft."

Hans-Joachim Watzke (Vorstandsvorsitzender Borussia Dortmund): "Ich bin fix und fertig. Normalerweise war das heute ein Spiel, das man nicht gewinnt. Dass wir das heute noch gewonnen haben… Furchtbar. Ich habe echt gelitten. Es war logisch, dass es in der zweiten Halbzeit besser laufen würde. Aber wir mussten ein Tor machen. Nach dem 1:1 war ich hoffnungsfroh, dass wir gewinnen. Vorher wollte das Ding nicht rein. Hoffenheim hat sehr gut verteidigt. Klar, auch mit den elf Mann war es sehr defensiv, aber damit müssen wir zu Hause leben. Die TSG war frisch, wir hatten das Spiel in Porto in den Knochen. Das Tor kam den Hoffenheimern zu Gute. Wir mussten sie niederringen, das haben wir Gott sei Dank geschafft. Es ist unfassbar, wir haben 54 Punkte nach 23 Spieltagen. Es ist Wahnsinn und außergewöhnlich."

Roman Bürki (Spieler Borussia Dortmund): "Den ersten Schuss halte ich, beim Nachschuss sind wir nicht bereit für den Abpraller. Aber in dem Moment ist es meine Schuld, dass ich den Ball nicht besser zur Seite abwehre. Es war unglücklich, der Ball ging dann ja noch durch meine Beine… Ich hatte immer den Glauben daran, dass wir noch gewinnen würden. Wir haben uns in der ersten Halbzeit zwar schwer getan, Druck zu entwickeln und in den Sechzehner zu kommen. Aber wir sind ruhig geblieben, hatten Ballbesitz und haben zum Schluss doch noch die richtigen Lösungen gefunden. Das ist ein großes Kompliment an die Mannschaft."

"Der Platzverweis war spielentscheidend"

Kevin Volland (Spieler 1899 Hoffenheim): "Nach der Roten Karte war es sehr schwer. Wir waren dann vielleicht nicht mehr mutig genug mit dem Ball. Die erste Halbzeit war okay, aber wir haben die Möglichkeiten nicht ausgenutzt. Ich kann auch das 2:0 machen. So verdient es Dortmund am Ende. Der Platzverweis ist eine harte Entscheidung. Bis dahin haben wir es richtig gut gemacht."

Oliver Baumann (Spieler 1899 Hoffenheim): "Der Platzverweis war spielentscheidend. Er stoppt den Konter ohne ihm weh zu tun, denke ich. Bis dahin lief alles perfekt für uns. Wir haben kaum etwas zugelassen. Es war mehr drin heute. Wir haben unseren Plan überragend umgesetzt. Mit zehn Mann wurde es schwer, da drückt Dortmund extrem. Die Enttäuschung ist groß."

Sebastian Rudy (Spieler 1899 Hoffenheim): "Schade für die ganze Mannschaft. Wir haben auch zu zehnt super gekämpft. Vor der Halbzeit war das 2:0 drin. Ich komme bei der Roten Karte natürlich zu spät und treffe Aubameyang. Ich denke, Gelb wäre okay gewesen, aber ich muss die Entscheidung akzeptieren. Es hilft ja nichts."