In Doha kennt sich Ulli Stielike schon ein bisschen aus, doch der Trip in die Wüste als neuer Trainer von Al-Arabi ist für den ehemaligen deutschen Nationalspieler trotzdem eine Reise ins Ungewisse.

"Ich war zwar schon ein paar Mal in Doha, aber als Insider würde ich mich nicht bezeichnen. Ich kenne zum Beispiel noch keinen einzigen meiner Spieler", sagte der Europameister von 1980 vor seinem Engagement in Katar dem "Sport-Informations-Dienst".

Die Koffer sind schon gepackt - auch weil für Stielike noch ein paar Tage Urlaub in Spanien mit seiner Ehefrau auf dem Programm standen. Am Freitag geht es dann nach Doha an den Persischen Golf.

Angebot kam an Silvester

"Das geht alles sehr schnell. Ich denke, dass ich am Samstag schon beim Training auf dem Platz stehen werde. Ich habe ja nicht viel Zeit, da die Saison bald weiter geht", erklärte der 54-Jährige. Die erste Bewährungsprobe steht für Stielike bei seinem Debüt im Wüstenemirat am 23. Januar gegen den SC Katar an.

In Doha ist Stielike kein Unbekannter. "Ich war dort bereits zu meiner Zeit als Verantwortlicher für den Nachwuchs des Deutschen Fußball-Bundes sowie zu einem Spiel mit der Elfenbeinküste", sagte Stielike: "Als das Angebot über Silvester kam, musste ich mich entscheiden, ob ich zu Hause auf dem Sofa sitzen oder wieder auf dem Platz stehen will."

Stielike entschied sich für eine schnelle Rückkehr als Trainer. Erst Anfang November war er beim Schweizer Erstligisten FC Sion gescheitert, als er von Präsident Christian Constantini nach nur 13 Spielen im Amt freigestellt worden war. Das kurze Intermezzo in Sion ist abgehakt. Bei Al-Arabi hat Stielike einen Vertrag über 18 Monate unterschrieben.

Bis August 2006 beim DFB

Zuletzt hatte Stielike turbulente Zeiten hinter sich. Vor seiner Zeit in Sion hatte er im April 2008 auf eine Verlängerung seines Vertrages als Nationaltrainer der Elfenbeinküste verzichtet, da sein Sohn schwer erkrankt und schließlich gestorben war.

Zwischen 1998 und 2000 hatte Stielike knapp zwei Jahre als Assistent von DFB-Teamchef Erich Ribbeck gearbeitet und danach die Verantwortung im Nachwuchsbereich des Verbandes übernommen. Sein Vertrag beim DFB war im August 2006 von DFB-Sportdirektor Matthias Sammer nicht mehr verlängert worden.