Köln - Der FC Augsburg geht optimistisch in seine sechste Bundesliga-Saison in Folge. Der Klassenerhalt bleibt das primäre Ziel, versichert Stefan Reuter, FCA-Geschäftsführer Sport. Warum sich die Fuggerstädter für Dirk Schuster als neuen Trainer entschieden haben und wie die Perspektiven des Vereins aussehen, verrät der Weltmeister von 1990 im Interview mit bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Reuter, bevor wir auf die kommende Saison zu sprechen kommen, vielleicht noch ein kurzer Rückblick auf die letzte Spielzeit. Wie nervenaufreibend und strapaziös war die Saison 2015/16, nachdem der FC Augsburg in den beiden Jahren zuvor um die europäischen Plätze gespielt hat und nun lange im Abstiegskampf steckte? Welche Lehren haben Sie gezogen?

Reuter: Es war uns vor der letzten Saison bewusst, dass es eine schwere Saison werden kann, weil unsere Mannschaft die Dreifachbelastung mit der Europa League nicht gewöhnt war. Aber die erste Teilnahme an einem europäischen Wettbewerb hat uns auch beflügelt und wir konnten in Europa League-Spielen viel Selbstvertrauen tanken, um uns aus Situationen zu befreien, in denen es in der Liga nicht so rund lief. Insgesamt war es eine grandiose Saison, in der wir unser Ziel Klassenerhalt geschafft und den FCA auf der internationalen Bühne hervorragend präsentiert haben.

bundesliga.de: Der FCA geht nun in seine sechste Bundesliga-Saison am Stück. Inwieweit ist die Bundesliga für den FCA bereits Normalität und eine Selbstverständlichkeit? Wie selbstbewusst oder auch demütig gehen Sie die neue Spielzeit an?

Reuter: Es ist für uns, unsere Mannschaft und auch für unsere Fans keine Selbstverständlichkeit, dass der FCA nun im sechsten Jahr in Folge in eine neue Bundesliga-Saison starten kann. Wir wissen, welche Möglichkeiten wir haben und wissen dies im Vergleich zu den Konkurrenten richtig einzuschätzen. Aber wir müssen uns auch nicht verstecken, denn die erfolgreichen letzten Jahre haben unsere Mannschaft natürlich auch selbstbewusster gemacht.

bundesliga.de: Ist der Klassenerhalt weiterhin die oberste Maxime für den Verein oder will der FCA tabellarisch wieder die obere Tabellenhälfte anpeilen?

Reuter: Ja, der Klassenerhalt ist das oberste Ziel. Wir wollen den FCA weiter in der Liga etablieren und das geht nur, wenn wir drei Mannschaften finden, die am Ende hinter uns stehen.

bundesliga.de: Wie sehen Sie die Perspektiven des FC Augsburg?

Reuter: Wir sehen uns gerüstet, dass wir auch in der kommenden Saison unsere Ziele erreichen können.

bundesliga.de: Nach vier Jahren unter dem Trainer Markus Weinzierl wird nun Dirk Schuster die Mannschaft übernehmen. Warum fiel Ihre Wahl auf den ehemaligen Darmstädter Coach? Welche Qualitäten haben Sie überzeugt?

Reuter: Wir freuen uns, mit Dirk Schuster einen Trainer gefunden zu haben, der absolut zur Philosophie des FC Augsburg passt. Wir sind sicher, dass wir mit ihm die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre fortführen werden.

bundesliga.de: Der FCA hat bereits einige Neuzugänge vermeldet. Andreas Luthe, Georg Teigl, Takashi Usami und Marvin Friedrich haben unterschrieben. Wie plant der FCA mit ihnen, was erhoffen Sie sich von ihnen?

Reuter: Wir sind sicher, dass wir mit den Neuzugängen viel Qualität, auch perspektivisch, für den FCA gewonnen haben. Jetzt gilt es sie in der Vorbereitung ins Team zu integrieren, was bei unserer Mannschaft erfahrungsgemäß immer sehr einfach klappt.

bundesliga.de: Was erwarten Sie von der kommenden Saison? Kann Borussia Dortmund den Bayern das Leben noch schwerer machen? Kämpft gefühlt die halbe Bundesliga wieder gegen den Abstieg? Was erwarten Sie von RB Leipzig?

Reuter: Ich denke, dass es wieder eine spannende Bundesliga-Saison werden wird. Bayern München hat sich in den letzten Jahren eine Ausnahmestellung erarbeitet, die sie auch in der kommenden Saison verteidigen werden. Es gibt viele Vereine mit viel Potenzial und gerade deshalb wollen wir uns weiter in der Liga etablieren, um dauerhaft in der Bundesliga vertreten zu sein.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski