Hamburg - Der 1. FSV Mainz ist nach dem 3:1-Auswärtssieg in Hamburg schon auf dem siebten Tabellenplatz. Die Mannschaft von Trainer Martin Schmidt ist bereits seit fünf Spielen ungeschlagen. Neben der starken Mainzer Offensive brillierte auch die Defensive. Innenverteidiger Stefan Bell gewann 70 Prozent seiner Zweikämpfe und hatte großen Anteil am Mainzer Erfolg.

Frage: Herr Bell, der Matchplan des 1. FSV Mainz ist voll aufgegangen oder?

Stefan Bell: Ja, wir wollten Hamburg auskontern. Wir waren sehr effizient bei unseren Gegenangriffen. Das zweite und dritte Tor haben wir stark heraus gespielt mit einem perfekten Abschluss. Das schnelle Kontern ist unser Spielstil und das hat heute perfekt funktioniert.

Frage: Die Offensive hat besonders geglänzt, aber auch in der Defensive stand der FSV sicher. Daran hatten Sie zusammen mit Alexander Hack großen Anteil.

Bell: Ja, auch das hat ganz gut funktioniert. In der ersten Halbzeit hatte der HSV Phasen, wo sie besser im Spiel waren, aber das war kein Problem für uns, weil wir das in Kauf genommen haben. Wir haben es im eigenen Strafraum sehr gut verteidigt, besonders auch die Flanken der Hamburger. Insgesamt haben wir nur wenige große Chancen zugelassen, genauso hatten wir uns das vorgestellt.

"Jairo weiß wohl selbst nicht, wie er den gemacht hat"

Frage: Der FSV steht nach 15. Spieltagen auf Platz sieben mit 23 Punkten. Was geht noch in den letzten beiden Partien?

Bell: Wir wollen gerne vier oder sechs Punkte holen. Am besten sechs (lacht). Einen Dreier würde ich schon gerne noch holen.

Frage: So oder so hat der FSV aber schon eine gute Hinserie gespielt, oder?

Bell: Ja, eine gute Vorrunde ist es jetzt schon. Auch mit 23 Punkten.

Frage: Wieso spielt der FSV in den letzten Spielen besser als zu Beginn der Saison?

Bell: Wir spielen jetzt, wo wir in den vergangenen Partien so viele Punkte geholt haben, nicht anders als zu Beginn der Saison. In der Phase, als wir wenig Zähler geholt haben, haben wir auch nicht alles falsch gemacht, aber unsere Fehler sind da sehr hart bestraft worden und jedes Ding ging halt rein. Heute war es anders, der HSV hat zwei Riesenchancen und schießt beide Male über das Tor. Am Anfang der Saison hätten unsere Gegner das bestraft. Jetzt haben wir Normalität, das nicht jeder reingeht und nicht jeder eigene Schuss sitzt.

Frage: Sie haben die Kontertaktik bereits angesprochen, war es so gesehen das perfekte Auswärtsspiel?

Bell: Die zweite Halbzeit hat mir sehr gut gefallen. Wie wir da verteidigt haben, das war sehr kontrolliert und wir hatten auch eine gute Höhe im Spiel und haben uns nicht hinten rein drängen lassen. Vor allem die Konter in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut ausgespielt.

Frage: Ihr Teamkollege Jairo Samperio hat zwei Tore erzielt und eines vorbereitet. Was sagen Sie zu seiner Leistung?

Bell: Das erste Tor war sehr interessant. Ich muss mir das nochmal im Fernsehen anschauen. Er weiß wahrscheinlich selbst nicht, wie er das Tor gemacht hat. Der zweite Treffer von ihm hat mir fast noch besser gefallen. Was für ein Tempo in der ganzen Aktion drin war und dann hat er aus spitzem Winkel unspektakulär in die lange Ecke geschossen. Das war super!

Aufgezeichnet von Alexander Barklage aus Hamburg